LIGURI INFO Nr.2

9.2.2013 admin Newsletter Technix IMPRESSUM

Wie innerhalb der Newsletter-Gemeinde bekannt, werden die Inhalte unseres vierteljährlichen LIGURI-INFO nur mit großer Verspätung (wenn überhaupt) online zugänglich gemacht. In der hier zuständigen Rubrik NEWSLETTER folgt nun eine Aufbereitung aus Nummer 2 (Mai 2011), die gleichzeitig einen ganz guten Überblick über das ligurische „Entroterra“ gibt, da die „Riviera“ ja doch als ziemlich bekannt vorausgesetzt werden kann. Vorangestellt ist dem Quasi-Nachdruck der Nr.2 eine kürzlich für Wiki-Voyage verfasste Beschreibung.
1.) Ligurische Alpen / Ligurischer Apennin: Es gibt zwar auch Einteilungen, die die Ligurischen Alpen aus den Seealpen ausgliederen, aber der maßgeblichen des italienischen Alpenvereins (CAI) folgend sind die Ligurischen Alpen ebenso wie die Cottischen oder Grajischen Teil der Seealpen. Sie beginnen von Nordwest her mit Vermenagna-Tal und Tenda-Pass und erstrecken sich südöstlich bis zum Colle Cadibona oberhalb von Savona am Mittelmeer. Danach erst kommt der Ligurische Apennin. Zusammen begleiten diese montanen Zonen den gesamtem ligurischen Küstenbogen von der französischen Grenze bis zu den Cinque Terre und bilden so auf meist unter 20 km Breite diese einzigartige, gleichzeitig maritime und montane Kulturlandschaft, die im Nordwesten noch ins Alpine hineinreicht. Reisende, die oft nur auf „die Riviera“ fixiert sind und „dem Hinterland“ allenfalls eine Stippvisite widmen, versäumen dadurch nicht nur etwas Sehenswertes oder Interessantes, sondern einen konstitutiven Bestandteil der besonderen Gestalt Liguriens im Ganzen.
2.) Das „Entroterra“ ist im äußersten Westen Liguriens, der Provinz Imperia, noch weithin sichtbar alpin: In Monesi etwa gibt es ein Ski-Gebiet, dort liegt auch der mit 2200m höchste Berg Liguriens, der Saccarello. In den höheren, von kleinen Almen, Kuh- und Schafwirtschaft geprägten Lagen sind zahlreiche hinreichend markierte Bergwandermöglichkeiten verfügbar. Zum Beispiel lässt sich die im noch piemontesischen Viozene endende Grande Traversata degli Alpi (GTA) von dort in 2 bis 3 Tagen ans Mittelmeer weiterführen.
In den stark zerfalteten und noch häufig mit wilden Kastanienmischwäldern bewachsenen montanen Lagen wird zwar zunehmend markiert, dennoch bleibt die Orientierung besonders bei Langtouren anspruchsvoll, so dass geführte Wanderungen, die zudem fundiertes Hintergrundwissen zum Hinterland vermitteln, oft die bessere Wahl sind. Auch deutschsprachig gibt es spannende Thementouren, etwa „auf den Spuren der Partisanen“ Geschichte(n) der antifaschistischen Resistenza zu erwandern oder auf alten Handels-, Hirten- und Wirtschaftswegen zu trekken.
Die kolline Zone der Lagen unter 700m bildet dann den Übergang zur maritimen Welt des Fischens, Segelns und Strandvergnügens. Den typischen Steillagen Liguriens wurde in jahrhundertelanger Handarbeit durch emsigen Trockenmauerbau der Platz insbesondere für unzählige kleine Olivenhaine abgerungen, aber auch unverwechselbare Weine und eine Reihe slowfood-präsidierter Gemüsesorten (wie die lila Artischocken von Perinaldo oder die Weißen Bohnen der Oxentina) werden angebaut. Das hier gewonnene Olio Extra Vergine di Oliva Taggiasca ist eines der weltbegehrtesten in den Premiumküchen und erzielt einen Endpreis von 16 € pro Liter, wobei jeder Tropfen tatsächlich mühselig mechanisch erwirtschaftet wird. Urige Ölpressen, alte Mühlen, malerische Bergdörfer, imposante Kastelle, eine lebendige Festekultur – das Hinterland steckt voller lohnender Ausflugsziele. Im Entroterro Imperias gibt es sogar jedes Jahr im August ein „Wochenende der öffenen Tür“, an denen sich etliche Nahrungs- und Traditionshandwerke des ganzen Impero-Tals beteiligen. [WER DEN GANZEN ARTIKEL IM ORIGINAL LESEN WILL, KLICKT DIREKT IN DIE „KATEGORIE LIGURIEN BEREISEN„]
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LIGURI INFO – Newsletter tra Monti e Mare
quartalsweise, Nummer 2, Mai 2011,
Posto TMM – Vignai – Baiardo – Liguria – Italia

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Willkommen im fröhlichen Frühling, der hier im Westzipfel Liguriens schon seit Mitte März mit Macht und Pracht sein Wesen treibt. Zur Orientierung für neu in die Newsletter-Gemeinde Gekommene: Was wir hier alles so machen und anbieten und warum und wie das funktioniert oder zu verstehen ist, geht im Allgemeinen aus der Website selbst hervor. Der Newsletter dient aktuellen Meldungen, Ergänzungen, Interessantigkeiten oder Hintergründen exklusiv für die Eingeschriebenen (samt Sonder-Dings). Online verfügbar wird dieser Content -wenn überhaupt- sicher erst mit gehöriger Verspätung. Und zur Orientierung für alle, die sich gelegentlich fragen, wo das denn nun genau ist – in den Seealpen oder den Ligurischen oder wo jetzt? (und solche Fragen sind schon aufgekopmmen), erfolgt hiermit folgende Auflösung:
DIE LIGURISCHEN ALPEN SIND TEIL DER SEEALPEN, es ist also beides richtig. Wir richten uns hier nach der Einteilung des italienischen Alpenvereins CAI, die beim französischen CAF ebenso gilt. Es gibt aber auch eine besonders in Deutschland verbreitete und verwirrende Lesart, wonach Seealpen und Ligurische Alpen 2 eigene Dinger wären wie etwa die nördlich anschließenden Cottischen und Grajischen Alpen. Averna: Die Seealpen enthalten das gesamte Gebiet zwischen dem Larchè-Pass vom piemontesischen Stura-Tal her und dem Colle Cadibona oberhalb von Savona am Mittelmeer. Die Untergruppe der Ligurischen Alpen beginnt mit Vermenagna-Tal und Tenda-Pass, wenn wir das aus Richtung Susa im Norden (z.B. die GTA entlang wandernd) betrachten. Und damit sind wir auch schon beim ersten Thema:
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Die GRANDE TRAVERSATA DELLE ALPI (mit
kleiner/feiner Verlängerung ans Mittelmeer)
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beginnt nahe der schweizerisch-italienischen Grenze bei Domodossola und führt in rund 50 Etappen ohne Kletterei und Gletscher über Susa nach Viozene, endet somit in den nördlichen Ligurischen Alpen. Wer von dort geradewegs weiter südlich marschiert, um dann bei Arma di Taggia das Mittelmeer zu erreichen, passiert unweigerlich auch unser kleines Posto TMM in Vignai. Ab 20.Mai laufe ich genau dieses Verbindungsstück ab, um die präzisen Gehzeiten, Übernachtungsmöglichkeiten und eventuelle Besonderheiten oder Schwierigkeiten zu ermitteln. Vorgeschaltet ist diesem 3-Tage-Trip ein fünftägiger Öko-Einsatz zur Wege-Instandhaltung im piemontesischen Valle Maira. So früh im Jahr stellt allerdings selbst die GTA hohe Anforderungen, insbesondere wegen der Schneelage. Uneingeschränkt easy-goingly zu empfehlen ist dieser unüberlaufene, sehr ursprünglich gebliebene, bergbauernkulturelle Geschichts- und Naturlehrpfad natürlich v.a. in den Sommermonaten. Wie ganz allgemein die Seealpen oder auch Ligurien, so gerät in letzter Zeit ebenso die GTA wieder häufiger und ganz zurecht in den Blickpunkt anspruchsvollen Reise-Interesses – wie z.B. mit einem ausführlichen Bildbericht in der April-Ausgabe des DAV-Magazins (Panorama 2/11, S.50-57), der auch ziemlich steile Fotos aufzuweisen hat. Wenn nur ein Teilchen der dadurch gewonnenen GTA-Wandersleut‘ ihren Weiterweg vom Endpunkt Viozene aus nach Taggia (oder auch Bussana oder San Remo) legt und dabei noch einmal die sich anbietende Logis auf unserem lauschigen Posto ausnutzt, wäre das schon eine schöne runde Sache.
Und der Strand von Arma di Taggia hat durchaus paar Alleinstellungsmerkmale an der Riviera dei Fiori vorzuweisen: Als einer von insgesamt dreien hat er nämlich die „Bandiera Blu d’Europa“ (d.i. das Gütesiegel der europäischen Umweltbildungsstiftung FEE mit den 5 Segeln, die für sauberes Meer, gute Strandausstattung, bauspekulativ unbeschädigte Landschaften, gepflegte Sehenswürdigkeiten und kommunale Ökologismen wie Mülltrennung oder Umweltbildungsprogramme stehen). Dazu kommen noch 2 öffentliche (also kostenlose) Strände, und die unter Kenner/innen begehrteste Olivensorte der Welt stammt von hier: die Taggiasca.
Wer also das Neueste vom neuesten Verbindungswege-Check erfahren will, hat dazu die erste Gelegenheit frisch vom Fass auf unserer alljährlichen „Festa di Staffele Holza“ am letzten Mai-Samstag, wozu wir an dieser Stelle nochmal extra herzlich einladen. Insgesamt nimmt die Herausbildung selbstgängerischer Lokalwege und auch längerer, ggf. geführter Touren von Vignai aus zunehmend rasant Gestalt an, seit die gröbsten Motorrad-Unfallfolgen austherapiert sind. Beispielsweise stehen inzwischen Rundwege (zwischen 4 und 8 Stunden) in allen Himmelsrichtungen parat und auch die ein oder andere Mehrtages-Tour kann bereits gebucht oder teilweise auch selbst gegangen werden (das hängt natürlich vom jeweiligen bergwanderischen Kenntnisstand ab). Dazu passt auch das diesmalige SONDER-DINGS. Und im September soll dann schon die erste Mehrtagestour auf den Spuren der Partisanen stehen, die mit dem Monte Mongioje (2630m) auch ein echtes Gipfelerlebnis beinhaltet. Damit kommen wir bereits zum nächsten Thema, denn am
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25.APRIL IST PARTISANEN-GEDENKTAG, der in unserer
Region sogar noch aktiv begangen wird,
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was längst nicht mehr überall in Italien so stark und selbstverständlich der Fall ist. Die bewegte und bewegende Geschichte der Resistenza lebt hier z.B. in Form zahlloser Täfelchen fort, die teils mit Bild ihrer verschiedenen getöteten Partisan/innen gedenken und manchmal auch solcher, die nur dafür gehalten oder als unbewaffnete Zivilist/innen zur Vergeltung, Abschreckung oder unter Sympathisierungsverdacht ermordet wurden. Nicht weit von uns, das Sträßchen Richtung Baiardo weiter, befindet sich schon der erste Gedenkstein, für Eugenio Taggiasco, der dort am 9.11.44 von Nazifaschisten erschossen wurde. In und um Baiardo hatten die Garibaldini, wie sich die Partisan/innen vom Roten Stern üblicherweise nannten, einige fetzige Aktionen landen können: wie etwa die Polizeistation plattgemacht. So findet sich auch in der Via San Giovanni ein schöner und gepflegter Gedenkplatz für 4 gefallene Genossen. In der anderen Richtung, nach Badalucco rüber, ist auf halben Weg an der immer noch oft und gut besuchten Kapelle San Bernardo ebenfalls eine Tafel sogar mit Bild, die an einen Garibaldino erinnert, der hier den Tod fand. Und auch direkt auf unserem Gelände befindet sich eine Mauerhöhlung, die von Partisanen als Versteck während der nicht wenigen und stets blutigen Säuberungswellen genutzt wurde, in dem die sich von innen mit nicht viel mehr als etwas Wasser, paar Kastanien und ihren Waffen wieder zumauerten. Unser lieber Vorgänger Dita hat vor gut 20 Jahren beim Rekultivieren der Campagna dieses Loch gefunden und sogar noch 2 Sten-Maks darin, eine davon auch noch leidlich gebrauchsfähig. Der Krieg war dann halt um und die Waffen sind zurückgeblieben. Oft genug ging dieser Verstecktrick aber auch schief, denn der Feind wurde ja mit der Zeit schlauer, insbesondere wenn die Aufstandsbekämpfungsprofis von Wehrmacht und SS beteiligt waren. Letztere kamen auch darauf, Dobermänner als Spürhunde einzusetzen – und was dann mit den aufgespürten Flüchtigen passierte, kann sich jede/r vorstellen.
Aber auch die größeren Feierlichkeiten am zentralen 25.April (was nicht der Tag der Wehrmachtskapitulation in Italien war, sondern 3 oder 4 Tage vorher, als die Resistenza in Norditalien ihren Klimax in Form eines von den Partisan/innen herbeigeführten massiven Volksaufstands erreicht hatte) werden hier noch mit starker Beteiligung und regem Besuch lebendig erhalten. Beispielsweise fand letztes Jahr halbwegs zwischen Vignai (das ja schon zur Kommune Baiardo gehört) und der „Hauptstadt“ mit ihren 350 Einwohner/innen an der Chiesetta San Bernardino ein kleines Volksfest mit Pfarrer, Bürgermeisterin, Musik und Tralala statt – und keine/r der Beteiligten hat ein Problem damit, dass damit die riesigen Leistungen tapferer Kommunist/innen im antifaschistischen Widerstand geehrt werden, für den in der gesamten Provinz Imperia 1234 Leute ihr Leben ließen. Zum diesmaligen 66jährigen Jubiläum wurde das Fest in Taggia ausgerichtet, wo einst die deutsche Kommandantur der Gegend saß.
Und es gibt noch eine dritte Form, in der die Partisanen-Geschichte lebendig erhalten wird, nämlich unsre diversen Halb-, Ganz- oder Mehrtagestouren und insbesondere die letztere Obengenannte speziell auf den Spuren der Partisanen, im Rahmen derer die Realität antifaschistischen Widerstands an konkreten Orten und Stellen schlimmer Ereignisse, geglückter Aktionen oder alltäglicher Geschichten erfahrbar und fast schon sinnlich fassbar wird während eines ausgedehnten Gangs durch diese abenteuerliche Landschaft. Damit kommen wir schließlich auch zu unsrer
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PROGRAMMVORSCHAU FÜR 2011, denn so langsam soll das
Posto ja mal in die Gänge kommen. –> DIREKT ZUR Planung 2013
mit Klick auf „Kategorie OUTDOOR TREKKINGS“ <–
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