#8March: Around the world / Internationaler Frauentag

15.4.2019 admin La Via Campesina

In Zeiten und Gegenden, in denen nationalborniertes, rassistisches und antifeministisches Ressentiment wieder fröhlich‘ Urständ‘ feiert -wie z.B. in D’land, wo sogar deren straighteste Linke in der guten alten jungen Welt so chauvinistischem Neomief wie dem eines J.Roth (der in seinem geleerten Wort zum „Frauenbundtag“ Feministinnen am Beispiel Sophie Passmann für „dumm“ erklärt und Feminismus für „identitätspolitisches Nichtdenken“*) oder W.Droste (der zum selben Anlass auf verklemmteste Altherrentour den Frauen ein eklig abgestandenes „Herein zum 8.März!“ zuprostet**) ein eitles Forum spendiert- ist es eine besondere Notwendigkeit und Freude, zum Internationalen Frauentag hier den März-Newsletter von La Via Campesina in dt. Übersetzung bringen zu können. Grade noch, bevor die subsistenzielle Arbeit in der Agrarökologie uns wieder voll in Beschlag nimmt. Weltweit countryside – oder wie der olle B schon wusste: Es kann die Befreiung der arbei’nden Klasse nur Sache der Arbei’nden sein. [Und am 17.4.: Int’l Day of Peasant Struggles 2019: Peasants‘ Rights NOW! With Agrarian Reform and social justice!]
>>BRASILIEN
Es gab Frauen-Demos im ganzen Land; in São Paulo versammelten sich 50000 auf der Paulista Avenue. Wichtige Mobilisierungen fanden auch in Porto Alegre, Rio de Janeiro, Recife, Fortaleza, Salvador statt. Tausende Frauen gingen auf die Straße um gegen die Demontage sozialer Sicherheit, den Anstieg von Frauenmorden und die Setbacks der Bolsanaro-Regierung zu protestieren – zusätzlich zum feiernden Gedenken des Vermächtnisses der feministischen Aktivistin Marielle Franco. Am 14.März 2019 führten die Frauen des Movement of Landless Rural Workers/MST sowie die des Movement for Sovereignty in Mining/MAM Schienenblockaden durch und stoppten einen Frachtzug des Bergbauriesen Vale, um die sozialen und ökologischen Verbrechen in Mariana und Brumadinho (Bundesstaat Mina Gerais) anzuprangern.
HONDURAS
In Honduras, wo über 6000 Menschen aufgrund von Konflikten in Verbindung mit Zugang zu Land strafverfolgt werden, richteten Frauen ihre Direkte Aktion gegen das Justizministerium. Schätzungsweise 1700 dieser Inhaftierten sind Frauen. Die Organisationen klagten die alarmierende Kriminalisierung bis zu deren entsetzlichster Form des Mordes an. In den letzten 9 Jahren wurden rund 120 kleinbäuerliche Aktivist/innen umgebracht, weil sie ihr Land verteidigten.
KOLUMBIEN
In Kolumbien, einem von Gewalt und Verfolgung erschütterten Land, forderten Frauen ein Ende des Genozids und der Gerichtsprozesse gegen populäre, indigene, kleinbäuerliche Leute und Führungspersonen; und dass die Verteidigung von Leben, Frieden und Land nicht Tod und Exil oder Gefängnis bedeuten darf, sondern im Gegenteil die soziale und politische Anerkennung als Bürger/in eines Landes, das sich Richtung Demokratie bewege, fördern muss.Weltweit countryside: Internationaler Frauentag
JAPAN
In Japan haben sich kleinbäuerliche Mitglieder von Nouminren einem Soli-Marsch aus dem Japan Education Centre angeschlossen und an den 40.Jahrestag des Vertrags zur Abschaffung der Diskriminierung von Frauen erinnert.
EL SALVADOR
In El Salvador gingen am 8.März Feministinnen, Mitglieder des National Health Forum, die Women’s International Democratic Federation und die salvadoranische La Via Campesina auf die Straße und marschierten gemeinsam für ihr Recht, frei von allen Formen der Diskriminierung und der Gewalt zu leben.
ARGENTINIEN
In Argentinien wurden umfängliche Märsche registriert, der Kampf um die Legalisierung von Abtreibung ist ein sammelndes Banner innerhalb der Frauenbewegung in der Stadt und auf dem Land, die grünen Tücher gewinnen weltweit immer mehr Anhang.
SPANIEN
Im spanischen Lugo haben die Frauen der Gewerkschaft Sindicato Labrego Gallego zusammen mit Verbündeten demonstriert. Die andalusische Gewerkschaft SOC-SAT führte ebenfalls einige Aktionen in Andalusien durch.
SRILANKA
In Srilanka organisierten kleinbäuerliche Mitglieder von MONLAR Frauen in einer Kampagne gegen sog. Mikrofinanz-Geschäfte, die die Communities in tief in die Schuldenfalle geritten haben. Mehrere hundert Frauen, darunter kleinbäuerliche und landarbeitende, demonstrierten in Vavuniya, einer Stadt in der Nordprovinz von Srilanka.
SÜDKOREA
In Südkorea haben kleinbäuerliche Mitglieder der Korean Women Peasant Association/KWPA einen „Sister’s Feminism Talk“ organisiert, in dem Aktivistinnen ihren langen antipatriarchalen Kampf schilderten und wie sie innerhalb der Bauernbewegung Koreas einen Raum für sich schufen.“
Detailliertes Update [mit Bildern] zu den weltweiten Direkten Aktionen der Frauen von La Via Campesina lesen? Klick hier. Anmerkungen:<<
* Roths als „Sprachkritik“ getarnter unterirdischer Bierfurz ist nachzulesen in der jW vom 11.3.19 unter dem Titel „Eine Nummer! Sophie Passmann, für Metaebenen bekannt“, ein ausführlicher Verriss vom Übersetzer demnächst über diesen Klick hier.
** Drostes „Philippika zum Frauentag“ in der jW vom 8.3.19 verblendet hier den guten alten „Heraus zum revolutionären 1.Mai!“-Aufruf mit ödester reaktionärer Witzischkeit der Marke Fips Asmussen („Sollten wir uns vor Silvester nicht mehr sehen, wünsche ich den Damen natürlich von vorne herein alles alles Gute; den Herren einen guten Rutsch“, „die besten Frauenbewegungen finden immer noch im Bett statt“) und versteckt sich dazu auch noch hinter einem schwach aus dem Gedächtnis zitieren Gernhardt. Der „Schwips Rasmussen Tekkno“ von Heiter Bis Wolkig hat diesen spießerdeutschen Alte-Weiße-Säcke-Humor schon vor 14 Jahren satirisch auskommentiert: „Freunde, ist das Scheiße!“


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