KWFDW: Italien mit Streiks & Demos gegen Krieg & Genozid

18.6.2026 admin ITALIEN-HintergrundinfoNewsletter & Technix

Für den November-Newsletter 2025, der Nummer 61 inzwischen schon, hatten sich KWFDW mal wieder mit Material gemeldet, aber letztendlich hat die Redaktion das dann doch wieder relativ allein zurechtbosseln müssen. Hier also nochmals komplett dokumentiert der mit KWFDW brandaktuell gebliebene Artikel
„BLOCCHIAMO TUTTO – Alles blockieren: Streiks & Demos gegen Krieg & Genozid“,
so ist das –weiterhin und immer mehr– in Italien; und so war es auch schon vor Melonis Machtübernahme in Zeiten, wo das Ampelregime jenseits der Alpen noch frohgemut mit Doppelwumms & Zeitenwende den neuen Mussolini eintanzte, bei dem es zum vorzeitigen Abtritt ja auch angelangt war, ohne das selber so recht zu merken. Mit solchen unappetitlichen Themen befassen sich –vernünftigerweise ausgelagert im Liguri-Blog auf wwwebworks.net– eigentlich die Streikberichterstattenden von KWFDW, aber die sind momentan wieder im Aktionsstress, denn es gab jetzt –ganz kurz hintereinander– 2 mächtige Generalstreiks begleitet von massenhaften Blockaden und Demonstrationen, was tatsächlich eine neue Qualität der Protestbewegungen anzuzeigen scheint. Die Herrschenden hatten sowas zuvor schon kommen sehen (gerade die Meloni beeilte sich, das Demo-Strafrecht auf deutsche Normen hochzurüsten) und mit Auslaufen der „Global Sumud“-Flottille schwante auch ihrem Kriegsminister, dass die Stimmung an der Heimatfront ganz schnell gegen sie umschlagen könnte. Deshalb hat er ja die Marine zum Schutz der –trotz aller Ausstiegspressionen nach den ersten Drohnenattacken doch weitergefahrenen– 40 italienischen Aktivist/innen (darunter 4 Parlamentsabgeordnete) vor womöglich tödlich es-kalierenden Militärschlägen hinterhergeschickt wie das –aus anderen politischen Motiven– Spanien für die ihren zuvor ebenfalls getan hat.
Am 22.September und am 3.Oktober fanden also die beiden –noch dazu politischen– Generalstreiks mit allen hier immer dazugehörenden Blockade- und Demo-Aktionen statt, unvorstellbar im Deutschen. „Blocchiamo tutto!“ war die zentrale Losung und die Solidarität mit der tapferen kleinen Hilfsflotte sowie den aufs Entsetzlichste bekriegten Menschen Palästinas Auslöser bzw. Grund einer beim 2.Mal ziemlich kurzen Mobilisierung, die in Wirkung, Größe und Vielfalt dennoch beide alle bisherigen Soli-Aktionen weit übertrafen[2]. Als Vordenker wie der ‚Politische Theorie‘-Prof. an der Uni Bologna, Sandro Mezzadra, noch die Frage wälzte, „wie sich Kämpfe gegen den Krieg und ökologische Kämpfe verbinden(…), heterogene Gruppen in einem neuen, gemeinsamen Horizont vereinen lassen“[3] und gerade zu einer diesbezüglichen Veranstaltung der Online-Zeitung ‚Berliner Gazette‘ reisen wollte, „entstand in Italien eine unerwartete soziale Bewegung. Innerhalb weniger Wochen kamen Kriegsgegner, ökologische Bewegungen, feministische und studentische Gruppen in einer Welle der Solidarität mit Palästina zusammen.(…) Straßen, Bahnhöfe, Häfen und Flughäfen wurden besetzt oder lahmgelegt(…), in Städten wie Genua und Livorno beteiligten sich auch Hafenarbeiter aktiv an den Protesten.(…) Ich war bei einer großen Blockade der Autobahn in Bologna. Normalerweise reagieren Autofahrer in solchen Situationen wütend. Dieses Mal hupten viele zustimmend, winkten oder bekundeten offen ihre Unterstützung.“ Freilich, das schwarzbraunpissfarbene Ampelregime[4] und dessen gestiefelte Getreuen reagierten „äußerst aggressiv“, der neoliberal-faschistische Block an der Macht macht das ggf. bis zur Vernichtung nunmal so. So lange wir ihn lassen.
________________________________________________________________________ANMERKUNGN:
[2] „Ein Jahr harter, kompromissloser Arbeit hat es ermöglicht, die Stigmatisierung und Repression zu überwinden,“ hieß es seitens der ‚Giovani Palestinesi d’Italia‘, deren unermüdlicher Einsatz für den wegen eines vielfach als absurd betrachteten Terrorismusvorwurfs im Hochsicherheitsknast sitzenden Anan Yaeesh sowie deren breite ‚Global Sumud‘-Mobilisierungen nun verdiente Früchte tragen. Auch in Sanremo im offenen Vorhof des zentralen Gesundheitsbezirksgebäudes war die kleine Flottille von Anfang an präsent und segelte in kindergebastelter Pappschiffchenform die ganze Zeit solidarisch mit. „Italian people made us smile“, begrüßte Eman Abu Zayed, Autorin aus Gaza, schon die September-Aktionen in einem bewegenden Artikel, der im 1000jährigen Nachfolgestaat des III.Reiches freilich keine Rezeptionschance hat (https://www.aljazeera.com/opinions/2025/9/28/amid-the-genocide-in-gaza-the-italian-people-made-us-smile) und weiter: „Die über ganz Italien für Palästina mobilisierten Massen haben in Gaza Resonanz gefunden. Wir sind wirklich dankbar.“
[3] Die Zitate entstammen einem Interview mit der in D hysterisch verfemtem Tageszeitung „junge Welt“ (vom 27.10.25), aus deren Reihen auf der LiLit in Nürnberg heuer so Pessimismen zu hören waren wie „noch 4 Jahre, dann sind wir ebenfalls verboten“. Ahii! Ein bisschen mehr Kampfgeist hiermit frisch aus Liguriens Hauptstadt Genua, dem „Epizentrum der Generalstreiks“ (Sarah Heinzmann am 14.10.2025 in der Züricher Onlinezeitung ‚Das Lamm‘ ==> https://daslamm.ch/das- war-noch-nicht-der-letzte-streik/). Natürlich waren an den beiden Streiktagen auch in anderen Städten wie Neapel oder Ancona Hafenarbeiter und überhaupt bis zu 60% der Arbeitenden abgedeckt und unter den italienweit über 2 Millionen Protestierenden zeigten sich in rauhen Mengen auch die Jüngeren der Generation Z – soviel sollte bei allem Kurzfassfimmel schon noch ergänzt werden. Wer da mal über den dt. Klobrillenrand hinaus in die wirkliche Welt blicken will, kann die unerhörten Begebenheiten z.B. hier berichtet finden: ==> https://intersoz.org/ generalstreik-vom-3-oktober-2025bericht-aus-bologna/ ==> https://www.jungewelt.de/artikel/509717.massendemonstration-in-italien-eine-million-in-rom.html ==> https://www.swissinfo.ch/ger/grosser-streik-in-italien-aus-solidarit%C3%A4t-f%C3%BCr-gaza-hilfsflotte/90109471 ==> https://www.jungewelt. de/artikel/509733. italien-italien-will-streikende-bestrafen.html ==> https://www.euro news.com/my-europe/2025/09/27/global-sumud-flotilla-set-to-continue-its-mission-to-gaza-as-frontex-declines-to-provide-p ==> https://www.linke-literaturmesse.org/
[4] Das Wort von der schwarzbraunpissfarbenen Ampel Melonis haben KWFDW schon vor 3,5 Jahren in ihren ersten Streikberichten im Liguri-Blog geprägt ==> https://wwwebworks.net/kwfdw-keine-weltkrieg-fuer-den-waffenexporte/


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