Kuba-Solidarität, Gaza-Hilfsflotte, Italiens Lächeln & LVC

8.6.2026 admin La Via Campesina

La Via Campesina, „größte Bauernbewegung der Welt, die über 80 Länder umspannt“, ruft immer wieder mal „alle Mitglieder, Verbündeten und Supporters auf, sich an unserer Spendenaktion zu beteiligen. Mit den Spenden wollen wir lebenswichtige humanitäre Hilfe und landwirtschaftliche Güter für Bauernfamilien, Landarbeiter –darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen– und andere Bedürftige in den am stärksten betroffenen ländlichen Gebieten beschaffen und verteilen“. Aktuell gilt der Aufruf einer extrem geplagten und gefährdeten Karibikinsel im Vorhof der Hölle, die sogar im alles wegblendenden Spektakel der großartigsten Fußball-WM (und seit der Berlin-Olympiade 1936 faschistisch-autokratischsten Sportgroßveranstaltung) ever bei diesem fantastischsten Maga-Führer sämtlicher Zeiten als Nachschlag zur Geburtstagstorte völkerrechtswidrig einverleibt werden könnte.[1]
„Liebe Mitglieder und Freunde von La Via Campesina,“ heißt es im (hier in eig. Übers. dokumentierten) englischen Aufruftext, „wir wenden uns mit einer dringenden Bitte um Unterstützung und Solidarität an Euch. Kuba ist erneut dem Angriff des Imperialismus ausgesetzt. Eine verheerende Wirtschaftsblockade und ein Handelsembargo, die einseitig von den Vereinigten Staaten verhängt wurden und nunmehr –trotz des Widerstands der großen Mehrheit der Länder– seit über 60 Jahren andauern, haben Kubas Nahrungsmittelproduktion und Ernährungssouveränität schwer beeinträchtigt.
Doch dank ihrer ungebrochenen Widerstandsfähigkeit und ihrer Fähigkeit, selbst angesichts schwerster Widrigkeiten kreative Lösungen zu finden, hat das geliebte revolutionäre Volk Kubas der Welt mehr gegeben, als es empfangen hat: Ärzte in den entlegensten Winkeln der Erde, lebensrettende Impfstoffe, Alphabetisierungsbrigaden, die Millionen von Menschen das Lesen beibrachten, Inspiration und Unterstützung für Genossenschaften, die weitverbreitete Einführung der Agrarökologie und, inmitten all dessen, wachsende Solidarität und humanistischen Internationalismus für den Aufbau einer gerechteren und nachhaltigeren Welt.
Es ist nun an der Zeit, dass die Völker der Welt dies mit einem überwältigenden Zeichen menschlicher Solidarität erwidern.“[2]
So sah das auch Greta Thunberg in ihrem Aufruf zur Kuba-Solidarität im Zusammenhang mit dem Nuestra América Convoy von Ende März: „Wir müssen darüber sprechen, was gerade in Kuba passiert. Die Trump-Regierung führt überall auf der Welt illegitime Kriege und tötet sehr viele Menschen, sie stranguliert auch das kubanische Volk bewusst, methodisch und offen. Trump selbst (…)hat sogar damit geprahlt und erklärt, es gebe ein ‚Embargo‘, es gebe kein Öl, kein Geld, es gebe gar nichts (…), als wäre das etwas, worauf man stolz sein könnte, während Millionen Menschen durch andauernde Stromausfälle im Dunkeln sitzen, Krankenhäuser nicht mit Strom versorgt sind, Krankenwagen der Treibstoff ausgeht (…). Intensivstationen und Notaufnahmen sind beeinträchtigt. Neugeborene, alte Menschen, Kranke (…) – das ist kein Unfall und keine bedauerliche Nebenwirkung irgendeiner politischen Meinungsverschiedenheit. Das ist das beabsichtigte Ergebnis!
Jetzt verschärft die Trump-Regierung die Situation weiter und plant das, was sie selbst als eine Übernahme der Insel bezeichnet hat. Wir können dazu nicht schweigen. Kuba hat auch nicht geschwiegen, als die Welt es brauchte. Mehr als 60 Jahre lang hat Kuba seine Ärzte in alle Winkel der Welt geschickt. Kubanisches medizinisches Personal bekämpfte Ebola in Westafrika, reagierte auf Katastrophen in Haiti und bildete Generationen von Ärzten aus der ganzen Welt aus. Als Befreiungsbewegungen in Afrika für die Unabhängigkeit von der kolonialen Herrschaft kämpften, schaute die Welt weg. Kuba hingegen zeigte sich nicht nur mit Worten solidarisch, sondern auch mit Taten und echter materieller Unterstützung. Kuba hat die Welt verteidigt, und jetzt ist es an der Zeit, dass die Welt Kuba verteidigt.“ Einer wie der US-Außenminister Rubio erklärt sich und allen, die es von ihm wissen wollen, dagegen die Weltlage deutlich anders und noch dazu so einfach, dass es sogar sein hirnoffener 80jähriger Vorgesetzter unfallfrei nachplappern kann: „Jeder Bericht über Kuba, der nicht von mir oder vom Präsidenten stammt, ist eine Lüge“.[3]
Sowenig wie seitens der Global Sumud Flottille für die Gaza-Solidarität wurde vom Nuestra América Convoy behauptet, dass Hilfslieferungen oder Spendenaktionen von der Menge her mehr sein könnten als „ein Tropfen auf den heißen Stein“ – und auch La Via Campesina tun das in ihrem Aufruf zur Kuba-Solidarität nicht. Solchermaßen konkrete Solidaritätsaktionen von unten entfalten ihre Wirkung stärker auf dem Feld internationaler Politik, verbreiterter Öffentlichkeitsarbeit und angestoßener Diskussionen; vor allem aber auf dem Gebiet menschlicher Solidarität und zwischenmenschlicher Beziehungen, wo sie zum Aktivwerden anregen, zum Durchhalten ermutigen, exemplarisch Wege aus der Hoffnungslosigkeit aufzeigen, Anteilnahme beweisen. „Italian people make us smile“, kommentierte die in Gaza arbeitende Autorin Eman Abu Zayed schon die massenhaften Soli-Demonstrationen und Streik-Aktionen in Italien Ende September (der Anfang Oktober eine zum Schrecken der Meloni noch breitere Protestwelle folgte) in einem bewegenden Artikel, der im 1000jährigen Nachfolgestaat des III.Reiches freilich keine Rezeptionschance hat, und weiter: „Die über ganz Italien für Palästina mobilisierten Massen haben in Gaza Resonanz gefunden. Wir sind wirklich dankbar“. Auch die italienische Beteiligung an der tapferen Hilfsflotte direkt war top – und diese wiederum hatte von den in Tonnen wenig gewichtigen Gütern vornehmlich jede Menge -überwiegend von La Via Campesina organisiertes- Saatgut für das vielfach zerstörte Gaza dabei. Von Italien aus starteten gleichfalls im Rahmen des Nuestra América Convoy Flüge mit Hilfsgüter Begleitenden nach Kuba (ebenso von anderen Ländern wie z.B. Frankreich, Spanien oder USA, nicht aber D-land), darunter am Prominentesten wohl Jeremy Corbyn. Es sind 3 Monate vergangen seitdem und die Lage im -übrigens völkerrechtswidrig- blockierten Kuba spitzt sich weiter zu und soll klar ersichtlich und genau so auch höchstamtlich angekündigt eine -übrigens völkerrechtswidrige- Militäraktion nach venezolanischem Muster vorbereiten. Dagegen braucht es noch viel mehr internationalen Soli-Protest seitens sog. zivilgesellschaftlicher Akteur/innen, auch wenn der pur in Tonnen nicht annähernd so viel wiegt wie ebenso notwendige und zwischenzeitlich auch aus z.B. Mexiko, Russland oder China eingetroffene staatliche Hilfslieferungen.
______________________________________________________________________Anmerkungen:
[1] Vgl. dazu auch die Gutenachtgeschichten zum 85.Geburtstag des Arturo Ui ==> https://wwwebworks.net/2026/01/30/arturo-zum-85-gutenachtgeschichten-zwischen-bergen-und-meer-dachsen-und-wildschweinen-siebenschlaefern-und-waldkaeuzen-vi/
[2] Zum Aufruf im englischen Online-Original ==> https://viacampesina.org/en/cuba-solidarity-2026/
[3] Die erste Adresse in D-land für zuverlässige Tatsacheninformation, Hintergründe und aktuelle Details zu Kuba, der auch die hier zitierten Passagen entnommen sind, lautet nach wie vor ==> https://www.netzwerk-cuba.org | Ein gut zusammenfassender Bericht (englisch) findet sich hier ==> https://www.workers.org/2026/03/91651/


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