KWFDW

————————————– KWFDW – Keine Weltkrieg Für Den Waffenexporte! ————————————–
SCIOPERO! Am 22.4.22 wurde in Italien gestreikt: „Gegen den Krieg und dessen Verlängerung durch Waffenlieferungen, für sofortige ernsthafte Friedensverhandlungen, gegen die –in D-land längst rassistisch übergeschnappte– Kriegshetze bis zum Beginn des 3.Weltkriegs; Vorhandene Gelder für Lohn- und Rentenerhöhung, Arbeitsrechte, Inflationsausgleich, Klimawende, Armutsbekämpfung, Soziales und Gesundheit einsetzen statt für Nato, Militär, Propaganda und Aufrüstung! Mehr Waffen bedeuten mehr Krieg, mehr Elend, mehr Armut, mehr Leichen – und doch bloß Profite für die Reichen.“ Die GRÜNE MATRIX streikte mit und begann dabei einen vierteiligen Streikbericht. Der erste und die Hälfte des zweiten Teils wurden bereits im aktuellen Blog-Eintrag veröffentlicht. Der Rest und alles was sonst noch dazukommen mag, folgt in dieser zum 1.Mai neu eröffneten Rubrik. Wie am Ende des genannten Eintrags überleitend gemeldet, können und wollen wir den Gleichschritt mit dem immer freidrehenderen Deutschmarsch zum 3.Weltkrieg nicht mithalten. Der Italienstreikbericht war ursprünglich bis einschließlich 25.4. über die Antikriegsveranstaltungen am Resistenza-Gedenktag angelegt und sollte spätestens zum 1.Mai fertig sein. Da hier aber denkende Arbeiter/innen schreiben und in unserer Agrarökologie somit in erster Linie ein Haufen körperlicher Arbeit zu schaffen ist, von deren Früchten wir dann auch leben müssen, haben wir Tempo rausgenommen und Taktung angepasst. Yallah!
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort
==> Es herrscht wieder Burgfrieden im Land und wer da was dagegen sagt, wird als Landesverräter/in zum Schweigen gebracht. Den Kriegseintritt hat D-land inzwischen [5.5.22] auch schon erklärt, denn was mit der Zusage schwerer Waffenlieferungen zwar faktisch, aber noch nicht ganz völkerrechtlich eindeutig war, ist es spätestens mit der Ankündigung bzw. bereits Bestätigung von Ausbildungen ukrainischer Militärs: Kriegspartei, bereit zum WK-Drei[10];
____In Italien ist es wie erwähnt zwar auch kein leichtes Unterfangen, gegen die geballte Macht des politischen Establishments für weltkriegsverhindernden Waffenexportverzicht und sofortige Friedensgespräche einzustehen – und doch geschieht ebendies in weitaus größerer Anzahl, Vielfalt und Dezidiertheit. Gleich nach dem landesweiten Streik vor wenigen Tagen nutzte die katholische Friedensbewegung am 23. und 24. die traditionellen Pilgertage von Perugia nach Assisi für breite regenbogenbunte Antikriegsreklame. Der Resistenza-Feiertag am 25.4. stand ebenfalls im Zeichen der Kriegsdienstverweigerung, denn der hier nach wie vor (und trotz seit Berlusconi ununterbrochen anhaltender Einschläferungsversuche) maßgebliche landesweite Partisanenverband Italiens/ANPI hat ihn unmissverständlich unter das Motto „Italia ripudia la guerra“ gestellt und Waffenlieferungen ins Kriegsgebiet eindeutig abgelehnt, weil sie das Land zur Kriegspartei machten und die Welt in den Atomkrieg führten. Präsident Pagliarulo nannte es ebenso klar einen „Fehler, die jüngere ukrainische Geschichte herunterzuspielen, von den ukrainischen Nazi-Formationen über die Krim, den Donbass, die russische Einmischung bis hin zur Rolle der EU, der Nato und der USA“ – eben alles was in den letzten 20, 30 Jahren im Osten passierte. „Es liegt falsch“, so sein Fazit, „wer bloß auf den Baum starrt, aber den Wald nicht sieht“. Sowas wird in Italien sogar noch in der bürgerlichen Presse wiedergegeben, doppelsogar ohne zu verschweigen, dass es darum gehe, „den Kontext und die Ursachen zu verstehen, die die aktuelle Situation hervorbrachten, nicht um die russische Intervention heuchlerisch zu rechtfertigen, sondern um wichtige Themen auf die Tagesordnung zu setzen“.[11] Der CORRIERE druckte trippelsogar ein eMail-Interview mit DEM Noah Chomsky ab, der auf kluge Interviewerfragen wie „Haben wir in Europa, im Westen, eine begrenzte Sicht auf die Ukrainekrise?“ gerne horizonterweiternde Antworten gibt, hier: „Fast die ganze Welt verurteilt die russische Invasion scharf, fügt aber ‚So what?‘ erwidernd hinzu, dass die USA und ihre Verbündeten im selben Moment gerade an schockierenden Gräueln in Afghanistan, im Jemen, in Palästina beteiligt sind.“[12]
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 1
____In D-land würden solche Journalist/innen umgehend geshitstormt und einer ökonomischen Totalschädigung zugeführt wie etwa im Fall Ulrich Heyden, einem gestandenen (für Taz, Tagesspiegel oder DLF aktiv gewesenen) Vor-Ort-Journalisten, der nun nichtmal mehr vom FREITAG noch Aufträge erhält, weil er dem Westen eine „Mitverantwortung“ für den Krieg unterstelle – so P.Grassmann, der regimetreue Chefredakteur des links posierenden Wochenblatts, der wie alle dt. Chefredakteure „seit 2014 keine Journalisten mehr in die Volksrepubliken“ geschickt hat (so Heyden).[13] Traut sich dort mal Eine/r –und sei’s Kanzler oder Bundespräsi– tätliche Angriffe auf russische Kinder oder Erwachsene stellvertretend für den Kreml-Chef nicht so i.O. zu finden, hagelt’s unwidersprochen ein stillemachendes Donnerwetter vom blaugelben Twitterhelden im Botschafterkostüm. Doch wenn solche Dt.-Russ/innen mal einen Autokorso gegen die ihnen entgegenschlagende Pogromstimmung veranstalten, ermahnen sie amtliche Regierungssprechende sogleich, sich zum Ukrainekrieg „vernünftig in den verschiedenen nationalen und internationalen Medien zu informieren“ – als ob ausgerechnet diese Dollbohrer auch nur eine einzige nicht-deutschsprachige Zeitung selbständig lesen (können) täten, eine italienische z.B. oder auch das New Yorker WALL STREET JOURNAL, worin am 2.4.22 aus europäischen Diplomatenkreisen berichtet wurde, dass für die russische Angriffsentscheidung die Weigerung Selenskijs den Ausschlag gab, keinen Nato-Beitritt mehr anzustreben, wie er 5 Tage zuvor den Burstkanzler auf dessen Vorschlag hin hat wissen lassen, woraufhin Putin ein Gipfeltreffen mit Biden absagte und stattdessen die beiden Donbass-Volksrepubliken anerkannte. Zur deutscherseits pathologisch ignorierten Wahrheit gehört außerdem, dass sich bereits kurz nach dem Einmarsch der „militärischen Spezialoperation“ die Ukraine und Russland in Verhandlungsgespräche mit ausbaufähigen Erstergebnissen begeben haben – aber nur für wenige Tage bis zum Rückpfiff Selenskijs durch den Kriegstreiber Johnson, dem Ersterer sofort alles Erreichte widerrufend gehorchte[14]. Friedensverhandlungen werden also aktiv unterbunden, da der Krieg ja gerade bis zum Sieg fortzusetzen ist – und die durch kriegsverlängernde Waffenhilfen munter weiter produzierten Toten gehen damit spätestens seit Johnsons strategischer Intervention in Kiew auf’s Konto des Westens. Unterm Strich sieht es sogar so aus, dass mit dessen freundlichem Engagement nun ein kurz vor der verdienten Aufreibung im verbunkerten Stahlwerk Mariupols stehendes Neonazi-Bataillon gerettet werden soll.[15]
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 2a
____Angesichts solch drückender Realitäten ist der in D-land verdrängungsnotwendige „Eclipse of Reason“ wie zu den vorangegangenen Weltkriegen ebenso – ein totaler. Der triefende Russenhass, die schrille Putin-Hysterie, das pathetische Geschwurbel von westlichen Werten, bedrohter Freiheit oder Demokratie versus Autokratie –in anderen Ländern noch leichthändig geschwungenes Mittel zum Zweck– wird im stets saubersten und ehrlichsten D-land so bombenfest und folgenschwer geglaubt wie fundamentale Existenzlügen eben verinnerlicht werden müssen; je grüner die Machthabenden, desto schlimmer dabei der eliminatorische Furor gegen verbliebene Kritiker/innen oder Andersdenkende. Dass mit dem Erlöschen der Vernunft auch das intellektuelle Leistungsvermögen auf phrasenhohles Pappschachtelniveau der Marke „Wissen2go“[16] abstürzt, versteht sich. „In der internationalen Politik“, hat dazu 2013 mal der letzte von der SPD noch hervorgebrachte fähige Außen- und Osteuropa-Experte Egon Bahr einigen Schulklassen so schön erklärt, „geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“ Und 2022? Ein unterirdischer „Struuuunz, gespielt wie Flasche leer“, den ebenso inkompetente wie überbezahlte mehr oder minder Machthabende aller 4 Gewalten nun zu einer gräßlich großdeutsch mitgegrölten Kriegsparteihymne verquirlt haben, die ihren kakophonen Höhepunkt ausgerechnet am Tag der Befreiung vom Faschismus ausagiert![17]
____“Die einzige wirkliche Lektion,“ wusste dagegen Arundhati Roy vor 20 Jahren bereits, die bspw. „die US-Regierung aus ihrer Invasion in Indochina gelernt hat“, das „ist, wie man in den Krieg zieht, ohne amerikanische Truppen einzusetzen und amerikanische Leben zu riskieren“. Die bundsdeutschen Regierungen aller seitherigen Zeiten haben da beflissen hingeguckt, abgekupfert und dazugelernt – besonders schnell und besonders speziell die rotgrünen. Das war klar, bevor der Bundestagswahlkampf 2021 richtig begonnen hatte und ich sagte das beweisbar damals schon: Rotgrün bringt nichts für die nötige Klimawende, sondern beschleunigt den planetarischen Kollaps noch; vor allem aber bedeutet Rotgrün wie schon einmal: Sozialabbau, Repression und Krieg. Sie haben Russland zu einer Invasion der Ukraine getrieben, sie werden das mit tätiger Mithilfe der ukrainischen Regierung bis zum letzten ukrainischen Waffenknecht weitertreiben in den Dritten Weltkrieg und dabei so süß und selig in die Kameras grinsen wie humanitär sattgesoffene Vampirchen im Vollbesitz ihrer selbstgefälligen Menschenrechtlichkeit.
____Jaja, die Wahrheit als erstes Opfer eines Krieges – und zuallererst wird sie dort geopfert, wo der Große Krieg gegen das ganz Böse vorbereitet wird, für den einstweilen erstmal die Ukrainer/innen ausbluten dürfen. Friedensverhandlungen halten da nur auf. Das ist die irre Logik solcher Kriegshetzerinnen und Herrenhofreiter, die exorbitante Waffenexporte und Rüstungsausgaben zu Friedensbeiträgen umlügen, sich von selbst bestellten Fälschungen und „schrecklichen Bildern“ im ewigen antirussischen Ruinierungsfeldzug leiten lassen, die Fahne der ehem. Sowjetunion am Befreiungstag zu einer strafwürdigen
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 2b
Kriegsverherrlichung umdeuten (geht es dümmer? jedenfalls dreister:), geschichtliche Tatsachen ins Gegenteil verzerren, indem sie die 14000 Toten des mittlerweile gut 8-jährigen ukrainischen Krieges gegen die eigene –meist russischsprachige– Minderheitsbevölkerung im Donbass kurzerhand Russland ins Schuldbuch schreiben, wenn er sich schon nicht mehr so kriminell einfach verleugnen lässt wie die Omnipräsenz von Neonazis, Nazi-Verehrern, liberaleren Faschisten und simplen Kriminellen in sämtlichen staatlichen Strukturen des ukrainischen Regimes – und besonders den bewaffneten; aber dann die dreckigen Hände in einer kanzlerös peinlichen „Putin-lässt-uns-keine-andere-Wahl“-Unschuld waschen, während sich die ebenfalls von dubiosen Schockbildern geleitet gebende EU-Chefin in Indien mit ihrer aufdringlich-paternalistischen Kriegswerbung zur Einleitung des diesjährigen Raisina-Dialogues in New Delhi gleichermaßen blamierte, wo derart weltherrliche Fragen wie „Wird abscheuliche Verwüstung siegen oder sich die Menschlichkeit durchsetzen?“ sich ganz schnell mal so richtigherum beantwortet finden, dass der Kaiser ohne Kleider dasteht – ganz großes Koalitionskino.[18] Mau braucht diesen menschenrechtsheuchelnden Fascho-Kungler/innen tatsächlich nur mal tief in die falschen Augen zu schauen, um am Grunde ihres geistesschwachen Kriegsgerülpses die kalte Seele der Herrenrasse und herrschenden Klasse zu erkennen. Wer sich immer gewundert hat, wie zur Hölle rassistische Feindbilder jedes kritische Denken ausschaltend so massenfüllend hergestellt und kriegsscharf gemacht werden können, kann der politischen Öffentlichkeit gerade in D-land mal wieder auf’s Lehrreichste bei der dehumanisierenden Bornierungsarbeit zugucken.
————– Von Italien lernen heißt: Menschbleiben lernen (für Deutsche: Menschwerden lernen) ————–
Wer dagegen Inspirationen genau dadegegen sucht, wendet den Blick besser nach Italien. ..[10.5.22].. WIRD FORTGESETZT [Hier schreiben bekanntlich denkende Arbeiter/innen und in unserer Agrarökologie ist somit in erster Linie ein Haufen körperlicher Arbeit zu schaffen, von deren Früchten wir dann auch leben müssen. So kann das mit der Fortsetzung schon dauern bis zur kalten Sophie – und auch dann… Naja, zur Überbrückung ganz am Ende der Fußnoten ein paar horizonterweiternde oder resistenzstärkende Lese- und Mitguck-Tips*] Und auch am heutigen 20.5. gilt: SCIOPERO! Freitag wird in Italien gestreikt: Gegen den Krieg und dessen Verlängerung durch Waffenlieferungen, für sofortige ernsthafte Friedensverhandlungen, gegen die –in D-land längst rassistisch übergeschnappte– Kriegshetze bis zum Beginn des 3.Weltkriegs;
Vorhandene Gelder für Lohn- und Rentenerhöhung, Arbeitsrechte, Inflationsausgleich, Klimawende, Armutsbekämpfung, Soziales und Gesundheit einsetzen statt für Nato, Militär, Propaganda und Aufrüstung! Mehr Waffen bedeuten mehr Krieg, mehr Elend, mehr Armut, mehr Leichen – und doch bloß Profite für die Reichen.
Wir streiken mit!
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 3a
____“In solchen brutal absurden Zeiten, in denen sich gerade die selbsternannte ‚Informationsgesellschaft‘ zunehmend freidrehend entweihräuchert als überschleunigtes Kettenkarrussell aus Fakes und Manipulationen, Desinformations-, Zerredungs- und Aussitztaktiken, gerngeglaubten Lügen, rassistischen Ressentiments und vernunftwidrigstem Analogkäse jenseits von aufgeklärter Intelligenz und basalstem Menschenverstand“, wie das die letzte GRÜNE MATRIX (Vereinszeitschrift von AGRÖK n.e.V. zur Förderung agrarökologischen Denkens, Handelns und Wirtschaftens weltweit) zu Neujahr am Beispiel der Corona-Wirrnisse in D-land schon formuliert hat, tut es not und gut, im staatsmedial schönredenden Verwirbelsturm um Pandemiepermanenz, Planetenzerstörung und Weltkriegsvorbereitung auch mal paar Schritte zurückzutreten und die Sinne zu spitzen, ob da nicht noch andere, menschliche Signale im Weißen rauschen. Vielleicht legen wir mit Arundhati Roy „unsere Ohren auf den Boden und suchen nach anderen Wegen, die Welt zu verstehen. Wir suchen nach der unerzählten Geschichte, dem nebenbei erwähnten Militärputsch, dem nicht gemeldeten Völkermord, dem Bürgerkrieg in einem afrikanischen Land, geschrieben in einer einspaltigen Geschichte neben einer ganzseitigen Anzeige für Spitzenunterwäsche“. Wie immer kommt das rettende Licht aus dem krisenerfahrenen Süden, wo die Hoffnung am Zuletztesten stirbt. Der fängt heutzutage bekanntlich in Italien schon an, wo es ein Prekariat von 3,4 Mio Menschen hat, 2021 gerade sind wieder 430000 dazugekommen, dazu 215000 Selbständige, die coronabedingt aufgeben mussten. Am Streik vom 20.Mai wie in der Arbeitslosigkeit insgesamt überproportional vertreten: die jungen Leute, von denen aktuell 24,5 % keine Arbeit und objektive 98,6 % eine von Covid und Kriegskurs, Verarmung und Klimakollaps verbaute Zukunft haben. Viele davon sind dem nun schon 2.landesweiten Streikaufruf der Basisgewerkschaften[19] gegen Kriegshetze und Waffenexporte, für höhere Sozialausgaben gefolgt. Von Genova, Torino, Milano über Bologna, Firenze, Pisa bis runter nach Roma, Palermo, Catania haben sich in mind. 17 Städten landesweit zehntausende Protestierende zu den Streikdemos auf den öffentlichen Plätzen versammelt, diesmal um etliche vorher nicht dabeigewesene Organisationen verstärkt (z.B. der Fronte Umanista ‚Europe for Peace‘, der anarchokommunistischen TRUDA Siziliens, der Antimilitarist Assembly oder dem Peace Link Network).
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 3b
____Den Besserverdienenden und ihren Minister/innen (von denen es in D-land mehr gibt und einer sogar „Wirtschaft, Klimaschutz und Unterstützung für die Ukraine“ in Einem zu regeln beansprucht), fällt es leicht, 5 % Kaufkraftverlust wegzustecken und diesen ungerührten Stuss vom gemeinsam nötigen Frieren für irgendein Polit-Blendwerk daherzulabern; wer eh‘ schon weniger hat, verträgt 30 % Teuerung beim Brot oder einen versiebenfachten Gaspreis nicht mehr so gut – und fällt auch auf die schönrednerische Heuchelpropaganda der Privilegierten –jedenfalls in Italien– öfter nicht mehr rein. Sondern fragt sich: Wieso sollten wir für EUre Kriege hungern? Tatsächlich kam es auch in unserer Gegend schon zu Stromsperren bei Zahlungssäumigen ohne Rücksicht auf Krankheit oder Alter, es werden bereits Rationalisierungen für Strom, Gas und bestimmte Lebensmittel beratschlagt, überall sammeln Freiwillige für Essensspenden oder Rote-Kreuz-Aktionen – und wir sind froh, die letzte Gasbombola (mit der wir schließlich kochen) noch kurz vor dem großen Preissprung im Mai hochgeschafft zu haben (die reicht für 6 Monate). Wie die Antikriegsstreikenden zwar längst nicht die politische Mehrheit zur Umkehr des asozialen Weltkriegskurses erreicht haben, steht selbst der Papst für seine Position im Establishment noch relativ alleine da; doch ist auch zu erkennen, dass Beharrlichkeit und öffentliche Präsenz die ersten Früchtchen tragen – sei’s an der bloßen Beteiligtenzahl, sei’s am forcierten Fortdauern der Protestaktionen, sei’s an ersten Auswirkungen in die politischen Spitzen (dass der Draghi nun als erster gewichtger Chef eines EU-Lands an die vernünftigerweise allmählich fällige Notwendigkeit konkreter Vorbereitungen von Friedensverhandlungen immerhin mal erinnert hat, kommt nicht von ungefähr aus Italien). Papa Francesco bspw. würden sie in D-land ja am Liebsten exkommunizieren (oder bundesamtlich entmündigen lassen) für die Unbeirrbarkeit, mit der er die christliche Werte gegen die invasiven Einverleibungsübergriffe der westlichen Wertegemeinschaft verteidigt, die Krieg zu Frieden umlügt, Massensterben im Kanonendonner zu humanitärer Intervention und mordlustige Neonazis zu Freiheitskämpfern[20] – doch sein schönstes Beispiel wahren menschlichen Verhaltens, von dem es doch mehr bräuchte, bleibt unumstößlich gültig dieses: „Vor 2 oder 3 Jahren traf in Genua ein Schiff ein, das mit Waffen beladen war, die auf ein großes Frachtschiff umgeladen und nach Jemen transportiert werden sollten. Die Hafenarbeiter wollten das nicht tun. Sie sagten: Lasst uns an die Kinder im Jemen denken. Es ist eine kleine Sache, aber eine schöne Geste. Davon sollte es viele geben.“ Die Arbeitenden im Hafen von Genua haben’s wieder getan, auch die am Pisaner Flughafen machten es. Rostock? Hamburg? Die Deutschen haben 2x den Weltkrieg angezettelt, DAS werden DIE wieder tun – und sind grade fanatisch am Schüren (sagen aber, da wär‘ nix).
____Das heißt nicht, dass es im bellizistischen Furor des antirussisch aufgedrehten Abendlands die kritische Vernunft in Italien prinzipiell leichter hätte – auch hier wurde rüder der Ton, rauher der Wind und penetranter der Roch, mit dem das in die veröffentlichte Meinungslandschaft kroch. Während aber sowas wie die FAZ schonmal selbstverständlich verlautbaren kann, es sei jetzt bereits „klar, dass D-land kein heißer, sondern ein kalter Herbst droht. Europa befindet sich im Krieg, ohne Verzicht und Wohlstandsverluste wird es nicht gehen“ und jeder Widerspruch von der ganz großen Koalition als prorussisch oder putinversteherisch gekeult wird, wurde in Italiens Presse schon früh und durchaus prominent die hetzerische Kriegsberichterstattung der sogenannten Leitmedien sowie deren grassierende Gleichschaltung und Intoleranz gegen kritische Stimmen auch bemängelt. Der arrivierte Publizist Michele Serra etwa beklagte „gehässige Töne gegenüber denjenigen, die bezüglich der Osterweiterung der Nato Zweifel anmelden, und gegenüber denjenigen, die nicht glauben, dass das Pentagon von Natur aus das ‚Hauptquartier des Guten‘ ist“. Der Krieg sei nicht zuletzt deswegen schrecklich, weil er zum „Triumph der Vereinfachungen, des binären Denkens“ werde: „Entweder bist du für uns oder gegen uns.“ Das sei typisch für Diktaturen, Demokratien jedoch müssten die Mühsal des Diskurses und der Dialektik aushalten – sonst sind sie keine. Mit dem Krieg stirbt nicht nur die Wahrheit, sondern auch gleich die Freiheit der Dissidenz – in D-land allerdings erheblich rasanter als in Italien, wo sie keineswegs bloß noch auf eingekesselten Posten, in entlegenen Winkeln oder kaum wahrgenommenen Nischen geduldet wird, sondern sich weiterhin breit genug zur Wehr setzt, um bemerkbar und wirksam zu bleiben. Es käme hier auch niemand (außer –wie bei Corona– die Nazis selber) auf die Idee, blaugelben Nazis zu huldigen – in unserem Baiardo z.B. hat ein einziges Haus blaugelb geflaggt[21] und das ist das vom kürzlich sehr zurecht an Covid verstorbenen Ortsfascho, dessen Tochter und Schwiegersohn die alte Gesinnung offenbar getreulich fortzuführen entschieden haben, indem sie so für das damals noch eingeschlossene Neonazi-Bataillon in Mariupol Solidarität bekundeten. Wer zu solchen lokalen Dingen stärker in die Tiefe gehen will, muss allerdings schon auch unseren kostenlosen Quartals-Newsletter auf der Hompepage ordern (dort durch Klick auf KONTAKT und eMail mit „Her mit dem Newsletter!“ im Betreff). Naja, hier nun doch noch eine herzensstärkende Beobachtung aus dem Alltag im Westzipfel Liguriens, wo die Alpen so spektakulär schön ins Meer stürzen:
____Als ich vor einiger Zeit nachmittags mal in der Bar saß (in D-land wäre das ein „Café“), hatten 2 alte Freunde eine kleine Unstimmigkeit zu klären und deshalb saßen lieber noch 2 Anstandsherren nebendran (alles sog. einfache Leute im Rentenalter). Der ehrwürdige schlohweiße Langhaarige sagte in etwa das, womit sich Lühr Henken von der dt.Friedensbewegung üblicherweise auf den allerdings nicht gar so häufigen echten Antikriegsveranstaltungen in D-land sachlich straight unbeliebt macht[22], dabei ebenso unbeugsam und inhaltlich schonungslos. Sein Gegenüber vertrat wie so viele 1:1 die sattsam aus allen Kanälen bekannte Nato-Position, indem er deren Punkte brav (und zunehmend verstört) wie ein auswendig gelerntes Gedicht aufsagte. Der Dritte warf ein, dass er dann ja gleich die Hand zum Römischen Gruß erheben könne. Und der Vierte, Gatte der Wirtin, versuchte die Schärfe gelegentlich leise mit praktischen Friedensargumenten abzusoften. Wie wird das wohl ausgegangen sein? Um das zu wissen, muss man freilich in der Lage sein, einer italienischen Unterhaltung auch folgen zu können (schon das trifft auf kaum Eine/n von 73 Deutschen zu, die hier so umanandstapfen und allerdings oft grade so tun). Und noch freilicher muss frau richtig zuhören können. Neulich wollte mir Eine, die beides erwiesenermaßen nicht kann, den Inhalt eines Gesprächs im Tante-Emma-Laden zwischen Kundin und Chefin als „Die Italiener (ohne innen) haben ja auch Angst, dass ihnen China dann bald Bomben auf den Kopf schmeißt“ weismachen, kompletter Fehlquark natürlich. Und sowas wird –frisch aus dem Urlaub zurück– daheim als verlässliche Quelle für die Ansichten „der Italiener/innen“ angesprochen. Solchen Leuten entgeht aber auch und immer das Kleine, Leise, Schöne dieser Welt, das in unserem Fall in der 3x freundlich winkenden Verabschiedung des niedergeschlagen sich trollenden Kriegshelden besteht. Che bello, die Resistenza wirkt halt doch noch, minoritär inzwischen, aber fein genug. Und noch nicht so schlimm, wie es dem Migrationskind Chomsky in den USA gegangen sein muss, als er als 16jähriger vom Atombombenabwurf auf Hiroshima hörte: „Ich erinnere mich, dass ich buchstäblich mit niemandem sprechen konnte. Da war niemand. Ich bin einfach alleine gegangen. Ich war damals in einem Sommercamp und bin in den Wald gegangen und ein paar Stunden allein geblieben, als ich davon gehört habe. Ich konnte nie mit jemandem darüber sprechen und habe die Reaktion von niemandem verstanden. Ich fühlte mich völlig isoliert.“ ..[24.5.22].. WIRD FORTGESETZT

______________________________________________________________________ANMERKUNGEN:
[10] Es wagen sich mittlerweile schon paar mehr Leute aus der mundtoten Schockstarre, darunter tatsächlich wieder etwas zahlreicher gewordene Ostermarschierende, unterschriftensammelnde Prominente und zuvörderst die -–revolutionären–- 1.Mai-Aktiven dieses Jahres; Jetzt, wo das rotgrüngelbe Kompetenzregime mit schwarzer Zustimmung im Bundestag den Kriegseintrittsschalter irreversibel umgelegt hat und dabei immer noch baerbockig herumeiernd vertuscht und zerlügt, was im Rest der Welt (Italien z.B.) die dortigen kritischen Öffentlichkeiten längst schon wissen (und in D-land der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags auch bereits festgestellt hat, nämlich dass „man den gesicherten Bereich der Nichtkriegführung verlassen“ habe) – jetzt dürfte es zu spät sein. Wer Grün wählte, hat den Krieg gewählt wie 1999 auch und diesmal wird ein atomar eskalierender Weltkrieg draus, während substanziell sämtliche Ausgaben und Anstrengungen für die überlebenswichtige Klimawende oder dringende Sozial- und Gesundheitsverbesserungen wahlversprechenswidrig elegant eingefroren sind. Seit 28.4.22 ist D-land mit 586 zu 100 Stimmen (bei 7 enthaltenen) Kriegspartei, da können sie im Beschlusstext noch so oft den hasenhirnigen „Abwehrzauber“ (Sevim Dagdelen) unterbringen, dass damit „weder D-land noch die Nato zur Kriegspartei werden“. Solcher Realitätsverlust ist in der Tat „surreal und brandgefährlich“(S.D.) – aber ist das von einer Außenministerin anders zu erwarten, die sich mit einem Sachbuch fachliches Prestige ergaunert hat, dessen beste Stellen aus fremdem geistigen Eigentum bestehen, vorgespiegelt als Frucht eigener Denkleistung? Und einem Brechmittel-Kanzler, der bis über beide Ohren mit Korruptionsvertuschungen im Kontext des Cum-Ex-Bankenskandals nebenbeschäftigt ist?
[11] Nämlich „Neue Weltordnung, kollektives Verteidigungssystem, Kooperation und friedliches Zusammenleben“ laut IL FATTO QUOTIDIANO vom 24.3.22;
[12] Im CORRIERE DELLA SERA vom 20.4.22; siehe dazu auch Arundhati Roys legendären Chomsky-Essay; Womit der alte weise Mann aber doch arg danebenliegt, ist die unstatthafte Annahme einer Gemeinsamkeit der historischen italienischen Resistenza mit dem ukrainischen Widerstand einer heutigen Armee gegen die Invasionstruppen, nämlich „dass beide heroisch und vollkommen gerechtfertigt“ seien. Am und im Einsatz eines wohlgerüsteten und nach Befehl & Gehorsam bestens durchorganisierten Heeres ist weit weniger Heldenhaftes als gemeinhin angenommen – erst recht verglichen mit kaum gerüsteten Widerstandskämpfer/innen der frühen 40er Jahre, die sich freiwillig und eigeninitiativ kleinen Gruppen anschließen, die ihre spärlichen Waffen erstmal selbst von den Nazis erbeuten mussten. Ähnliche Parallelisierungen, wie sie vornehmlich von Leuten benutzt werden, die ansonsten mit den antifaschistischen Partisan/innen der Resistenza noch nie etwas Positives zu tun hatten, hat sich der ANPI aus gutem Grund freundlich, aber bestimmt verbeten. Siehe auch ==> https://www.anpi.it/articoli/2671/pagliarulo-sara-un-25-aprile-di-memoria-della-liberazione-e-di-impegno-per-la-pace
[13] Sanktionsgrund war Heydens frisch erschienenes Buch „Der längste Krieg in Europa seit 1945, Augenzeugenberichte aus dem Donbass“, Hamburg 2022;
[14] Der britische Staatschef, ein politischer Spät- und Seiteneinsteiger vom hochtoxischen Typus Trump, hat ganz eigene Interessen, im aktuellen Kriegsgeschehen und Nato-Gefüge den friedensverhindernden Dirty Harry zu machen (v.a. eine durch Brexit-Nachwehen und Covid-Rechtsbrüche wackelnde Machtbasis daheim, die er wie einst Thatcher mit ihrem Falklandkrieg kriegerisch zu kompensieren versucht); Das nationale Interesse Großbritanniens ist seit dem Brexit ohnehin nicht mehr an einer eigenmächtigen EU unter deutscher Führung, sondern an deren Schwächung interessiert, um mit unanfechtbarem Abstand die globale Nr.2 an der Seite der USA zu bleiben bzw. wieder zu werden. Insofern sind Johnsons Interventionen nicht mehr Teil des eher begrenzten Ukrainekriegs sonden des eher weltweiten Natokriegs gegen Russland.
[15] Die offene Verehrung des verurteilten Kriegsverbrechers und Nazi-Kollaborateurs Bandera, die permanente Herunterspielerei des maßgeblich von Neonazis bestimmten Asow-Bataillons und seiner Verbrechen sowie die ostentative Geschichtsverachtung zugunsten heiliggesprochener Faschisten ist keine Marotte eines durchgeknallten Botschafters, sondern Konsens im die Ukraine beherrschenden neoliberal-faschistischen Block bis hinauf zum Staatschef selbst, der bei seinen Video-Waffenhilfsappellen in verschiedensten Parlamenten den griechischen Auftritt am 7.4. mit Asow-Kämpfern im Bild garnierte, von deren Uniformen und Fahnen z.B. Hakenkreuze die ihnen besonders eng verbundenen griechischen Neonazis der „Goldene Morgenröte“ grüßten, Mörder des landesweit bekannten antifaschistischen Rappers Pavlos Fyssas. Auch die dt. Neonazis vom III.Weg, die regelmäßig bei Querdenk-Demos mitlaufen, brüsten sich damit, im Asow-Bataillon kämpfende Mitglieder zu haben. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn die Zahl freiwilliger Foreign Fighters mit rechtsradikalem, kriminellen, suchtkrankem oder durchgeknalltem Ego-Shooter-Hintergrund, die sich auf andere eher im Grauen operierende Söldner- und Sondereinheiten verteilen, geht sicher ins 5-stellige. Dass die zu keinem Zeitpunkt je entnazifizierte Politkaste D-lands auch und gerade in ihrer grünen Manifestation unreflektiert urtiefe Verbundenheiten mit solchen Leuten empfindet und ihre Außenpolitik davon leiten lässt, ist bei konzeptionellen Drittwegs-Schwurbler/innen keinesfalls erstaunlich. „Nein,“ meinte nun auch der Vorstandschef des dt.Rüstungsriesen und Kriegsgewinnlers Rheinmetall auf die Frage, ob ihn Baerbocks und Hofreiters schon frühe Propaganda für die Lieferung schwerer Waffen überrascht hatte, „weil die Grünen das Thema Menschenrechte schon immer stark priorisieren“, bekanntlich. Krieg ist Frieden, Rüstungsexport ist Menschenrecht, Frackinggas ist Klimaschutz, die Ukraine ist nazifrei und Deutschland ist Antifa, schon immer. Es wächst zusammen, was zusammen gehört.
[16] Es geht auf keine Kuhhaut, was sich im Netz (gleichfalls gedruckt und on air) als „Faktencheck“ so aufspielt, als ob es auch nur den Hauch einer wissenschaftlich haltbaren Ahnung hinter solcher noch nichtmal journalistisch gut gelungenen Tarnung politischer Meinungsmache hätte, Wikipedias Rekurse auf billige sog. Faktenchecks gerade im Dienst aktueller antirussischer Feindbildproduktion explizit eingeschlossen. Im staatsnahen Mainstream liefern Bessergestellte und ‚Besserwessis‘ mit Abi, nur gelegentlich noch brauchbar abgeschlossenem Studium (also ohne allen Grund, sich gegenüber ‚bildungsfernen Schichten‘ oder akademisch bestausgebildeten Fachwissenschaftler/innen irgendwas auf eine etwa höherrangige Informiertheit einbilden zu dürfen), da qualitativ auch nicht viel Wertigeres ab als ihre Konkurrenz vom Corona-Schwurbelstream. Die schnellgängigen Schmalspur-Lehrfilmchen aus der Abteilung ‚Staatsbürgerkundliche Zurichtung‘ mit ihrem systemtreu verklitterten Pseudobildungsbuhei auf allenfalls „embedded journalism“-Niveau können vielleicht die trumpistische Twitterlatte eines Melnyk oder einer BILD scheinbar eben noch überspringen, aber bei strengerem Draufblick den Eindruck doch nicht zerstreuen, dass sie regelmäßig auf sich innerhalb ihrer nationalbürgerlichen Peer Group nur immer selbst referenzierende Dünn- und Desinformation hinauslaufen. Wissen2go eben oder was –frei nach den Worten des SlowFoodInternational-Vorsitzenden C.Petrini anlässlich der Expo2015 in Milano— an Qualität halt so zu erwarten ist von Lebensmittel-Konzernen, die „Fleisch in Schachteln für 1,20 €“ verkloppen. Brav auswendig gelernte Staatsphrasen, wie sie in SZ und ZEIT mundgerecht vorgekaut werden; Bravo dem Streberchen, das sie am Eingebildetsten aufsagt. Und die ganze Klasse glaubt, sie hätte nun Ahnung vom Dichten oder Denken gar.
[17] Auf allen Kanälen dieselbe einheitsbreiliche Kriegseinigkeit und jede noch so winzige kritische Stimme wird mit Merz als „Teil eines russischen Netzwerks“ zum Abschuss freigegeben, falls sie überhaupt noch den Versuch wagen und relevant zu Gehör kommen sollte. Auch zu sehen darf Dissidenz nicht mehr sein: Sowjet- und überhaupt rote Arbeiterfahnen zum Befreiungstag werden ebenso verboten wie andere kriegskritische Kundgebungen etwa zum Nakba-Tag, dafür sind bekennende Naziverehrer wie der Banderist und Botschafter Melnyk gebauchpinselte Gäste, die entouriert vom vollen Wix ihrer Militär-Uniformen, blaugelben Nationalfahnen und rotgrünen Hofschranzen (Lederer & Özdemir) den rechten Triumph in der dt.Öffentlichkeit zelebrieren. Was ist in einem Land auch anderes zu erwarten, das sich seine Hauptstadt von einer Betrügerin regieren lässt, die sich mit Plagiaten ihren Doktortitel erschlichen hat; das sich einen korrupten Vergessenskanzler leistet, der seinen „Tag der Befreiung“ auch ohne „vom Faschismus“ oder den Löwenanteil der Sowjetunion an dessen Beendigung zu erwähnen, feiern kann (den Alliierten immerhin, behauptet er allerdings fälschlich, seien „wir Deutsche bis heute dankbar“) und der die dt.Schande von Versailles nun zeitenwenderisch auszugleichen anhebt durch einen Weltkrieg gegen den auf Russland projizierten „Diktatfrieden“, den Putin in Scholzens Sicht anstrebt; das genau diesen anmaßenden weltleitkultürlichen Sonderweg kriegsvorbereitender Manipulationsrhetorik, kulturbemäntelter Rassismen und glatter Geschichtsfälschung gegen „das Niedrige“ in den 1910ern und 1930ern bereits 2x so kriegsheldenblind beschritten hat? Im Kanzlerwort geht es um nicht weniger als die hohe finale Wiedergutwerdung des Deutschen und die Auslöschung historischer Schanden aus den Erinnerungen – und die hießen in D’land noch nie Gaskrieg, Materialschlacht, Massenvernichtung, Dutzende Millionen Tote oder Auschwitz, sondern Versailles und Stalingrad, Niederlage und nochmals Niederlage.
[18] Die künftige Außenministerin Strack-Zimmermann steht ihrem FDP-Kollegen und finanzministeriellem Zeitenwender Lindner im Tatsachenverdrehen auf ihrem Gebiet in nichts nach, wo sie wahrheitswidrig bereits russischen Truppen den Beginn des Kriegs im Donbass zugeschrieben hat. Neuerdings ist sie auch –ganz freidemokratisch– für Glaubenspolitisches i.e.S. Expertin und übt sich in der nationalstolzen „Wir sind Papst“-BILD in Exkommunikationsrhetorik gegen einen Papst, der nicht mehr BILD ist: „Gott schaut fassungslos auf die Erde, während die Menschen in der Ukraine sterben.“ Ein Schriftsteller und Experte für „Russische Seele“ meint, dass bei alten Menschen der „Pazifismus über die Logik“ siege und denkt bei Letzterer an Typen wie Hofreiter, nach dessen Logik jetzt besonders schnell schwere Waffen geliefert werden müssten, denn „je näher Putin einem Sieg kommt, desto größer ist die Gefahr, dass sich der Krieg ausweitet [und] wir in einen de facto Weltkrieg rutschen“ – bei solchen nur wenige Jahre jüngeren Alten siegt über diese ihre verschwurbelt bellizistische Legitimationslogik schon der erste nationale Fahnenappell knapp über Baumschulniveau. Und Esken, die sich ganz gern mal im aufgesteckten Nimbus einer Antifaschistin schmeicheln lässt, trifft sich zu vertraulichen Gesprächen inklusive Selfies „angenehm und zugewandt“ mit dem Faschoverehrer im blaugelben Botschafterkostüm. „Die Deutschen sind doof“, weiß jeder Philosoph. Vereinigt waren sie’s schon doppelt. Als Ampel sind sie’s trippel.
[*] Kompetente Hintergrundinformationen auf wissenschaftskompatiblen Niveau bietet –auch mitten im deutschen Kriegshetzesturm unverbogen– nach wie vor das gleichnamige Nachrichtenmagazin ==> https://www.hintergrund.de/ <== Tip: ausgedruckt lesen, da kapiert der Kopf besser! | Wer tatsächlich mal belastbare fachliche Insider-Infos von neutraler und geheimdienstlicher Seite sucht, findet sie in Artikeln und Interviews des ehem. Obersts der Schweizer Armee Jacques Baud, z.B. auf den ersten 9 Seiten dieser Zeitschrift ==> https://zeitgeschehen-im-fokus.ch/files/archiv-de/2022/04/04-15032022-web.pdf <== oder der kritischen Website "NachDenkSeiten" hier ==> https://www.nachdenkseiten.de/?p=83221 <== | Und wer Quellen aus erster Hand hören will, schaltet am 13.5. um 18 Uhr live zu einer Antikriegsveranstaltung, in der z.B. der italienische Publizist Alberto Fazolo über die Friedensbewegung in seinem Land und über faschistische Umtriebe in der Ukraine informiert oder David Cacchione von der italienischen Kultband Banda Bassotti über die aktuelle Lage im Donbass berichtet, von wo er grade zurückgekehrt ist ==> https://www.jungewelt.de/artikel/425271.veranstaltung-der-krieg-soll-verflucht-sein.html <== Auch die Rede Putins zum 77.Tag des Sieges über den Faschismus im --korrekt übersetzten-- Original zu kennen, ist so schlecht nicht und als Gegenlesung zu Brechmittel-Olafs Befreiungsverfälschung vom Tag zuvor sogar unerlässlich ==> https://www.jungewelt.de/artikel/426240.rede-wladimir-putins-am-9-mai-2022-in-moskau.html <== | Last not least vom antifaschistischen Standpunkt aus eine geschichtsfaktengesättigte Erhellung zum Maidan 2014 ==> https://wolfwetzel.de/index.php/2014/04/14/euro-maidan-das-laute-schweigen-des-antifaschismus/ <==


Präsentiert von http://wordpress.org/ and http://www.hqpremiumthemes.com/