KWFDW

————————————– KWFDW – Keine Weltkrieg Für Den Waffenexporte! ————————————–
SCIOPERO! Am 22.4.22 wurde in Italien gestreikt: „Gegen den Krieg und dessen Verlängerung durch Waffenlieferungen, für sofortige ernsthafte Friedensverhandlungen, gegen die –in D-land längst rassistisch übergeschnappte– Kriegshetze bis zum 3. Weltkrieg; Vorhandene Gelder für Lohn- und Rentenerhöhung, Arbeitsrechte, Inflationsausgleich, Klimawende, Armutsbekämpfung, Soziales und Gesundheit einsetzen statt für Nato, Militär, Propaganda und Aufrüstung! Mehr Waffen bedeuten mehr Krieg, mehr Elend, mehr Armut, mehr Leichen – und doch bloß Profite für die Reichen.“ Die GRÜNE MATRIX streikte mit und begann dabei einen vierteiligen Streikbericht. Der erste und die Hälfte des zweiten Teils wurden bereits im aktuellen Blog-Eintrag veröffentlicht. Der Rest und alles was sonst noch dazukommen mag, folgt in dieser zum 1.Mai neu eröffneten Rubrik. Wie am Ende des genannten Eintrags überleitend gemeldet, können und wollen wir den Gleichschritt mit dem immer freidrehenderen Deutschmarsch zum 3. Weltkrieg nicht mithalten. Der Italienstreikbericht war ursprünglich bis einschließlich 25.4. über die Antikriegsveranstaltungen am Resistenza-Gedenktag angelegt und sollte spätestens zum 1.Mai fertig sein. Da hier aber denkende Arbeiter/innen schreiben und in unserer Agrarökologie somit in erster Linie ein Haufen körperlicher Arbeit zu schaffen ist, von deren Früchten wir dann auch leben müssen, haben wir Tempo rausgenommen und Taktung angepasst. Yallah!
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort
==> Es herrscht wieder Burgfrieden im Land und wer da was dagegen sagt, wird als Landesverräter/in zum Schweigen gebracht. Den Kriegseintritt hat D-land inzwischen [5.5.22] auch schon erklärt, denn was mit der Zusage schwerer Waffenlieferungen zwar faktisch, aber noch nicht ganz völkerrechtlich eindeutig war, ist es spätestens mit der Ankündigung bzw. bereits Bestätigung von Ausbildungen ukrainischer Militärs: Kriegspartei, bereit zum Weltkrieg Drei[10];
____In Italien ist es wie erwähnt zwar auch kein leichtes Unterfangen, gegen die geballte Macht des politischen Establishments für den Weltkrieg verhindernden Waffenexportverzicht und sofortige Friedensgespräche einzustehen – und doch geschieht ebendies in weitaus größerer Anzahl, Vielfalt und Dezidiertheit. Gleich nach dem landesweiten Streik vor wenigen Tagen nutzte die katholische Friedensbewegung am 23. und 24. die traditionellen Pilgertage von Perugia nach Assisi für breite regenbogenbunte Antikriegsreklame. Der Resistenza-Feiertag am 25.4. stand ebenfalls im Zeichen der Kriegsdienstverweigerung, denn der hier nach wie vor (und trotz seit Berlusconi ununterbrochen anhaltender Einschläferungsversuche) maßgebliche landesweite Partisanenverband Italiens/ANPI hat ihn unmissverständlich unter das Motto „Italia ripudia la guerra“ gestellt und Waffenlieferungen ins Kriegsgebiet eindeutig abgelehnt, weil sie das Land zur Kriegspartei machten und die Welt in den Atomkrieg führten. Präsident Pagliarulo nannte es ebenso klar einen „Fehler, die jüngere ukrainische Geschichte herunterzuspielen, von den ukrainischen Nazi-Formationen über die Krim, den Donbass, die russische Einmischung bis hin zur Rolle der EU, der Nato und der USA“ – eben alles was in den letzten 20, 30 Jahren im Osten passierte. „Es liegt falsch“, so sein Fazit, „wer bloß auf den Baum starrt, aber den Wald nicht sieht“. Sowas wird in Italien sogar noch in der bürgerlichen Presse wiedergegeben, doppelsogar ohne zu verschweigen, dass es darum gehe, „den Kontext und die Ursachen zu verstehen, die die aktuelle Situation hervorbrachten, nicht um die russische Intervention heuchlerisch zu rechtfertigen, sondern um wichtige Themen auf die Tagesordnung zu setzen“.[11] Der CORRIERE druckte trippelsogar ein eMail-Interview mit DEM Noah Chomsky ab, der auf kluge Interviewerfragen wie „Haben wir in Europa, im Westen, eine begrenzte Sicht auf die Ukrainekrise?“ gerne horizonterweiternde Antworten gibt, hier: „Fast die ganze Welt verurteilt die russische Invasion scharf, fügt aber ‚So what?‘ erwidernd hinzu, dass die USA und ihre Verbündeten im selben Moment gerade an schockierenden Gräueln in Afghanistan, im Jemen, in Palästina beteiligt sind.“[12]
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 1
____In D-land würden solche Journalist/innen umgehend geshitstormt und einer ökonomischen Totalschädigung zugeführt wie etwa im Fall Ulrich Heyden, einem gestandenen (für Taz, Tagesspiegel oder DLF aktiv gewesenen) Vor-Ort-Journalisten, der nun nichtmal mehr vom FREITAG noch Aufträge erhält, weil er dem Westen eine „Mitverantwortung“ für den Krieg unterstelle – so P.Grassmann, der regimetreue Chefredakteur des links posierenden Wochenblatts, der wie alle dt.Chefredakteure „seit 2014 keine Journalisten mehr in die Volksrepubliken“ geschickt hat (so Heyden).[13] Traut sich dort mal Eine/r –und sei’s Kanzler oder Bundespräsi– tätliche Angriffe auf russische Kinder oder Erwachsene stellvertretend für den Kreml-Chef nicht so i.O. zu finden, hagelt’s unwidersprochen ein stillemachendes Donnerwetter vom blaugelben Twitterhelden im Botschafterkostüm. Doch wenn solche Dt.-Russ/innen mal einen Autokorso gegen die ihnen entgegenschlagende Pogromstimmung veranstalten, ermahnen sie amtliche Regierungssprechende sogleich, sich zum Ukrainekrieg „vernünftig in den verschiedenen nationalen und internationalen Medien zu informieren“ – als ob ausgerechnet diese Dollbohrer auch nur eine einzige nicht-deutschsprachige Zeitung selbständig lesen (können) täten, eine italienische z.B. oder auch das New Yorker WALL STREET JOURNAL, worin am 2.4.22 aus europäischen Diplomatenkreisen berichtet wurde, dass für die russische Angriffsentscheidung die Weigerung Selenskijs den Ausschlag gab, keinen Nato-Beitritt mehr anzustreben, wie er 5 Tage zuvor den Burstkanzler auf dessen Vorschlag hin hat wissen lassen, woraufhin Putin ein Gipfeltreffen mit Biden absagte und stattdessen die beiden Donbass-Volksrepubliken anerkannte. Zur deutscherseits pathologisch ignorierten Wahrheit gehört außerdem, dass sich bereits kurz nach dem Einmarsch der „militärischen Spezialoperation“ die Ukraine und Russland in Verhandlungsgespräche mit ausbaufähigen Erstergebnissen begeben haben – aber nur für wenige Tage bis zum Rückpfiff Selenskijs durch den Kriegstreiber Johnson, dem Ersterer sofort alles Erreichte widerrufend gehorchte[14]. Friedensverhandlungen werden also aktiv unterbunden, da der Krieg ja gerade bis zum Sieg fortzusetzen ist – und die durch kriegsverlängernde Waffenhilfen munter weiter produzierten Toten gehen damit spätestens seit Johnsons strategischer Intervention in Kiew am 9.April auf’s Konto des Westens. Unterm Strich sieht es sogar so aus, dass mit dessen freundlichem Engagement nun ein kurz vor der verdienten Aufreibung im verbunkerten Stahlwerk Mariupols stehendes Neonazi-Bataillon gerettet werden soll.[15]
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 2a
____Angesichts solch drückender Realitäten ist der in D-land verdrängungsnotwendige „Eclipse of Reason“ wie zu den vorangegangenen Weltkriegen ebenso – ein totaler. Der triefende Russenhass, die schrille Putin-Hysterie, das pathetische Geschwurbel von westlichen Werten, bedrohter Freiheit oder Demokratie versus Autokratie –in anderen Ländern noch leichthändig geschwungenes Mittel zum Zweck– wird im stets saubersten und ehrlichsten D-land so bombenfest und folgenschwer geglaubt wie fundamentale Existenzlügen eben verinnerlicht werden müssen; je grüner die Machthabenden, desto schlimmer dabei der eliminatorische Furor gegen verbliebene Kritiker/innen oder Andersdenkende. Dass mit dem Erlöschen der Vernunft auch das intellektuelle Leistungsvermögen auf phrasenhohles Pappschachtelniveau der Marke „Wissen2go“[16] abstürzt, versteht sich. „In der internationalen Politik“, hat dazu 2013 mal der letzte von der SPD noch hervorgebrachte fähige Außen- und Osteuropa-Experte Egon Bahr einigen Schulklassen so schön erklärt, „geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“ Und 2022? Ein unterirdischer „Struuuunz, gespielt wie Flasche leer“, den ebenso inkompetente wie überbezahlte mehr oder minder Machthabende aller 4 Gewalten nun zu einer gräßlich großdeutsch mitgegrölten Kriegsparteihymne verquirlt haben, die ihren kakophonen Höhepunkt ausgerechnet am Tag der Befreiung vom Faschismus ausagiert![17]
____“Die einzige wirkliche Lektion,“ wusste dagegen Arundhati Roy vor 20 Jahren bereits, die bspw. „die US-Regierung aus ihrer Invasion in Indochina gelernt hat“, das „ist, wie man in den Krieg zieht, ohne amerikanische Truppen einzusetzen und amerikanische Leben zu riskieren“. Die bundsdeutschen Regierungen aller seitherigen Zeiten haben da beflissen hingeguckt, abgekupfert und dazugelernt – besonders schnell und besonders speziell die rotgrünen. Das war klar, bevor der Bundestagswahlkampf 2021 richtig begonnen hatte und ich sagte das beweisbar damals schon: Rotgrün bringt nichts für die nötige Klimawende, sondern beschleunigt den planetarischen Kollaps noch; vor allem aber bedeutet Rotgrün wie schon einmal: Sozialabbau, Repression und Krieg. Sie haben Russland zu einer Invasion der Ukraine getrieben, sie werden das mit tätiger Mithilfe der ukrainischen Regierung bis zum letzten ukrainischen Waffenknecht weitertreiben in den Dritten Weltkrieg und dabei so süß und selig in die Kameras grinsen wie humanitär sattgesoffene Vampirchen im Vollbesitz ihrer selbstgefälligen Menschenrechtlichkeit.
____Jaja, die Wahrheit als erstes Opfer eines Krieges – und zuallererst wird sie dort geopfert, wo der Große Krieg gegen das ganz Böse vorbereitet wird, für den einstweilen erstmal die Ukrainer/innen ausbluten dürfen. Friedensverhandlungen halten da nur auf. Das ist die irre Logik solcher Kriegshetzerinnen und Herrenhofreiter, die exorbitante Waffenexporte und Rüstungsausgaben zu Friedensbeiträgen umlügen, sich von selbst bestellten Fälschungen und „schrecklichen Bildern“ im ewigen antirussischen Ruinierungsfeldzug leiten lassen, die Fahne der ehem. Sowjetunion am Befreiungstag zu einer strafwürdigen
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 2b
Kriegsverherrlichung umdeuten (geht es dümmer? jedenfalls dreister:), geschichtliche Tatsachen ins Gegenteil verzerren, indem sie die 14000 Toten des mittlerweile gut 8-jährigen ukrainischen Krieges gegen die eigene –meist russischsprachige– Minderheitsbevölkerung im Donbass kurzerhand Russland ins Schuldbuch schreiben, wenn er sich schon nicht mehr so kriminell einfach verleugnen lässt wie die Omnipräsenz von Neonazis, Nazi-Verehrern, liberaleren Faschisten und simplen Kriminellen in sämtlichen staatlichen Strukturen des ukrainischen Regimes – und besonders den bewaffneten; aber dann die dreckigen Hände in einer kanzlerös peinlichen „Putin-lässt-uns-keine-andere-Wahl“-Unschuld waschen, während sich die ebenfalls von dubiosen Schockbildern geleitet gebende EU-Chefin in Indien mit ihrer aufdringlich-paternalistischen Kriegswerbung zur Einleitung des diesjährigen Raisina-Dialogues in New Delhi gleichermaßen blamierte, wo derart weltherrliche Fragen wie „Wird abscheuliche Verwüstung siegen oder sich die Menschlichkeit durchsetzen?“ sich ganz schnell mal so richtigherum beantwortet finden, dass der Kaiser ohne Kleider dasteht – ganz großes Koalitionskino.[18] Mau braucht diesen menchenrechtsheuchelnden Fascho-Kungler/innen tatsächlisch nur mal tief in die falchen Augen zu schauen, um am Grunde ihres geistesschwachen Kriegsgerülpses die kalte Seele der Herrenrasse und herrschenden Klasse zu erkennen. Wer sich immer gewundert hat, wie zur Hölle rassistische Feindbilder jedes kritische Denken ausschaltend so massenfüllend hergestellt und kriegsscharf gemacht werden können, kann der politischen Öffentlichkeit gerade in D-land mal wieder auf’s Lehrreichste bei der dehumanisierenden Bornierungsarbeit zugucken.
————– Von Italien lernen heißt: Menschbleiben lernen (für Deutsche: Menschwerden lernen) ————–
Wer dagegen Inspirationen genau dadegegen sucht, wendet den Blick besser nach Italien. ..[10.5.22].. WIRD FORTGESETZT [Hier schreiben bekanntlich denkende Arbeiter/innen und in unserer Agrarökologie ist somit in erster Linie ein Haufen körperlicher Arbeit zu schaffen, von deren Früchten wir dann auch leben müssen. So kann das mit der Fortsetzung schon dauern bis zur kalten Sophie – und auch dann… Naja, zur Überbrückung ganz am Ende der Fußnoten ein paar horizonterweiternde oder resistenzstärkende Lese- und Mitguck-Tips*] Und auch am heutigen 20.5. gilt: SCIOPERO! Freitag wird in Italien gestreikt: Gegen den Krieg und dessen Verlängerung durch Waffenlieferungen, für sofortige ernsthafte Friedensverhandlungen, gegen die –in D-land längst rassistisch übergeschnappte– Kriegshetze bis zum 3. Weltkrieg;
Vorhandene Gelder für Lohn- und Rentenerhöhung, Arbeitsrechte, Inflationsausgleich, Klimawende, Armutsbekämpfung, Soziales und Gesundheit einsetzen statt für Nato, Militär, Propaganda und Aufrüstung! Mehr Waffen bedeuten mehr Krieg, mehr Elend, mehr Armut, mehr Leichen – und doch bloß Profite für die Reichen.
Wir streiken mit!
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 3a
____“In solchen brutal absurden Zeiten, in denen sich gerade die selbsternannte ‚Informationsgesellschaft‘ zunehmend freidrehend entweihräuchert als überschleunigtes Kettenkarrussell aus Fakes und Manipulationen, Desinformations-, Zerredungs- und Aussitztaktiken, gerngeglaubten Lügen, rassistischen Ressentiments und vernunftwidrigstem Analogkäse jenseits von aufgeklärter Intelligenz und basalstem Menschenverstand“, wie das die letzte GRÜNE MATRIX (Vereinszeitschrift von AGRÖK n.e.V. zur Förderung agrarökologischen Denkens, Handelns und Wirtschaftens weltweit) zu Neujahr am Beispiel der Corona-Wirrnisse in D-land schon formuliert hat, tut es not und gut, im staatsmedial schönredenden Verwirbelsturm um Pandemiepermanenz, Planetenzerstörung und Weltkriegsvorbereitung auch mal paar Schritte zurückzutreten und die Sinne zu spitzen, ob da nicht noch andere, menschliche Signale im Weißen rauschen. Vielleicht legen wir mit Arundhati Roy „unsere Ohren auf den Boden und suchen nach anderen Wegen, die Welt zu verstehen. Wir suchen nach der unerzählten Geschichte, dem nebenbei erwähnten Militärputsch, dem nicht gemeldeten Völkermord, dem Bürgerkrieg in einem afrikanischen Land, geschrieben in einer einspaltigen Geschichte neben einer ganzseitigen Anzeige für Spitzenunterwäsche“. Wie immer kommt das rettende Licht aus dem krisenerfahrenen Süden, wo die Hoffnung am Zuletztesten stirbt. Der fängt heutzutage bekanntlich in Italien schon an, wo es ein Prekariat von 3,4 Mio Menschen hat, 2021 gerade sind wieder 430000 dazugekommen, dazu 215000 Selbständige, die coronabedingt aufgeben mussten. Am Streik vom 20.Mai wie in der Arbeitslosigkeit insgesamt überproportional vertreten: die jungen Leute, von denen aktuell 24,5 % keine Arbeit und objektive 98,6 % eine von Covid und Kriegskurs, Verarmung und Klimakollaps verbaute Zukunft haben. Viele davon sind dem nun schon 2.landesweiten Streikaufruf der Basisgewerkschaften[19] gegen Kriegshetze und Waffenexporte, für höhere Sozialausgaben gefolgt. Von Genova, Torino, Milano über Bologna, Firenze, Pisa bis runter nach Roma, Palermo, Catania haben sich in mind. 17 Städten landesweit zehntausende Protestierende zu den Streikdemos auf den öffentlichen Plätzen versammelt, diesmal um etliche vorher nicht dabeigewesene Organisationen verstärkt (z.B. der Fronte Umanista ‚Europe for Peace‘, der anarchokommunistischen TRUDA Siziliens, der Antimilitarist Assembly oder dem Peace Link Network).
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 3b
____Den Besserverdienenden und ihren Minister/innen (von denen es in D-land mehr gibt und einer sogar „Wirtschaft, Klimaschutz und Unterstützung für die Ukraine“ in Einem zu regeln beansprucht), fällt es leicht, 5 % Kaufkraftverlust wegzustecken und diesen ungerührten Stuss vom gemeinsam nötigen Frieren für irgendein Polit-Blendwerk daherzulabern; wer eh‘ schon weniger hat, verträgt 30 % Teuerung beim Brot oder einen versiebenfachten Gaspreis nicht mehr so gut – und fällt auch auf die schönrednerische Heuchelpropaganda der Privilegierten –jedenfalls in Italien– öfter nicht mehr rein. Sondern fragt sich: Wieso sollten wir für EUre Kriege hungern oder sogar noch einen Weltkrieg mitmachen? Tatsächlich kam es auch in unserer Gegend schon zu Stromsperren bei Zahlungssäumigen ohne Rücksicht auf Krankheit oder Alter, es werden bereits Rationalisierungen für Strom, Gas und bestimmte Lebensmittel beratschlagt, überall sammeln Freiwillige für Essensspenden oder Rote-Kreuz-Aktionen – und wir sind froh, die letzte Gasbombola (mit der wir schließlich kochen) noch kurz vor dem großen Preissprung im Mai hochgeschafft zu haben (die reicht für 6 Monate). Wie die Antikriegsstreikenden zwar längst nicht die politische Mehrheit zur Umkehr des asozialen Weltkriegskurses erreicht haben, steht selbst der Papst für seine Position im Establishment noch relativ alleine da; doch ist auch zu erkennen, dass Beharrlichkeit und öffentliche Präsenz die ersten Früchtchen tragen – sei’s an der bloßen Beteiligtenzahl, sei’s am forcierten Fortdauern der Protestaktionen, sei’s an ersten Auswirkungen in die politischen Spitzen (dass der Draghi nun als erster gewichtger Chef eines EU-Lands an die vernünftigerweise allmählich fällige Notwendigkeit konkreter Vorbereitungen von Friedensverhandlungen immerhin mal erinnert hat, kommt nicht von ungefähr aus Italien). Papa Francesco bspw. würden sie in D-land ja am Liebsten exkommunizieren (oder bundesamtlich entmündigen lassen) für die Unbeirrbarkeit, mit der er die christliche Werte gegen die invasiven Einverleibungsübergriffe der westlichen Wertegemeinschaft verteidigt, die Krieg zu Frieden umlügt, Massensterben im Kanonendonner zu humanitärer Intervention und mordlustige Neonazis zu Freiheitskämpfern[20] – doch sein schönstes Beispiel wahren menschlichen Verhaltens, von dem es doch mehr bräuchte, bleibt unumstößlich gültig dieses: „Vor 2 oder 3 Jahren traf in Genua ein Schiff ein, das mit Waffen beladen war, die auf ein großes Frachtschiff umgeladen und nach Jemen transportiert werden sollten. Die Hafenarbeiter wollten das nicht tun. Sie sagten: Lasst uns an die Kinder im Jemen denken. Es ist eine kleine Sache, aber eine schöne Geste. Davon sollte es viele geben.“ Die Arbeitenden im Hafen von Genua haben’s wieder getan, auch die am Pisaner Flughafen machten es. Rostock? Hamburg? Die Deutschen haben 2x den Weltkrieg angezettelt, DAS werden DIE wieder tun – und sind grade fanatisch am Schüren (sagen aber, da wär‘ nix).
____Das heißt nicht, dass es im bellizistischen Furor des antirussisch aufgedrehten Abendlands die kritische Vernunft in Italien prinzipiell leichter hätte – auch hier wurde rüder der Ton, rauher der Wind und penetranter der Roch, mit dem das in die veröffentlichte Meinungslandschaft kroch. Während aber sowas wie die FAZ schonmal selbstverständlich verlautbaren kann, es sei jetzt bereits „klar, dass D-land kein heißer, sondern ein kalter Herbst droht… Europa befindet sich im Krieg, ohne Verzicht und Wohlstandsverluste wird es nicht gehen“ und jeder Widerspruch von der ganz großen Koalition als prorussisch oder putinversteherisch gekeult wird, wurde in Italiens Presse schon früh und durchaus prominent die hetzerische Kriegsberichterstattung der sogenannten Leitmedien sowie deren grassierende Gleichschaltung und Intoleranz gegen nachdenklichere Stimmen auch bemängelt. Der arrivierte Publizist Michele Serra etwa beklagte „gehässige Töne gegenüber denjenigen, die bezüglich der Osterweiterung der Nato Zweifel anmelden, und gegenüber denjenigen, die nicht glauben, dass das Pentagon von Natur aus das ‚Hauptquartier des Guten‘ ist“. Der Krieg sei nicht zuletzt deswegen schrecklich, weil er zum „Triumph der Vereinfachungen, des binären Denkens“ im eliminatorischen Stil der politischen Theologie etwa des NS-Staatsrechtlers C.Schmitt wird: „Entweder bist du für uns oder gegen uns.“ Das sei typisch für Diktaturen, Demokratien jedoch müssten die Mühsal des Diskurses und der Dialektik aushalten – sonst sind sie keine. Mit dem Krieg stirbt nicht nur die Wahrheit, sondern auch gleich die Freiheit der Dissidenz – in D-land allerdings erheblich rasanter als in Italien, wo sie keineswegs bloß noch auf eingekesselten Posten, in entlegenen Winkeln oder kaum wahrgenommenen Nischen geduldet wird, sondern sich weiterhin breit genug zur Wehr setzt, um bemerkbar und wirksam zu bleiben. Es käme hier auch niemand (außer –wie bei Corona– die Nazis selber) auf die Idee, blaugelben Nazis zu huldigen – in unserem Baiardo
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 3c
z.B. hat ein einziges Haus blaugelb geflaggt[21] und das ist das vom kürzlich sehr zurecht an Covid verstorbenen Ortsfascho, dessen Tochter und Schwiegersohn die alte Gesinnung offenbar getreulich fortzuführen entschieden haben, indem sie so für das damals noch eingeschlossene Neonazi-Bataillon in Mariupol Solidarität bekundeten. Wer zu solchen lokalen Dingen stärker in die Tiefe gehen will, muss allerdings schon auch unseren kostenlosen Quartals-Newsletter auf der Hompepage ordern (dort durch Klick auf KONTAKT und eMail mit „Her mit dem Newsletter!“ im Betreff). Naja, hier nun doch noch eine herzensstärkende Beobachtung aus dem Alltag im Westzipfel Liguriens, wo die Alpen so spektakulär schön ins Meer stürzen:
____Als ich vor einiger Zeit nachmittags mal in der Bar saß (in D-land wäre das ein „Café“), hatten 2 alte Freunde eine kleine Unstimmigkeit zu klären und deshalb saßen lieber noch 2 Anstandsherren nebendran (alles sog. einfache Leute im Rentenalter). Der ehrwürdige schlohweiße Langhaarige sagte in etwa das, womit sich Lühr Henken von der dt.Friedensbewegung üblicherweise auf den allerdings nicht gar so häufigen echten Antikriegsveranstaltungen in D-land sachlich straight unbeliebt macht[22], dabei ebenso unbeugsam und inhaltlich schonungslos. Sein Gegenüber vertrat wie so viele 1:1 die sattsam aus allen Kanälen bekannte Nato-Position, indem er deren Punkte brav (und zunehmend verstört) wie ein auswendig gelerntes Gedicht aufsagte. Der Dritte warf ein, dass er dann ja gleich die Hand zum Römischen Gruß erheben könne. Und der Vierte, Gatte der Wirtin, versuchte die Schärfe gelegentlich leise mit praktischen Friedensargumenten abzusoften. Wie wird das wohl ausgegangen sein? Um das zu wissen, muss man freilich in der Lage sein, einer italienischen Unterhaltung auch folgen zu können (schon das trifft auf kaum Eine/n von 73 Deutschen zu, die hier so umanandstapfen und allerdings oft grade so tun). Und noch freilicher muss frau richtig zuhören können. Neulich wollte mir Eine, die beides erwiesenermaßen nicht kann, den Inhalt eines Gesprächs im Tante-Emma-Laden zwischen Kundin und Chefin als „Die Italiener (ohne innen) haben ja auch Angst, dass ihnen China dann bald Bomben auf den Kopf schmeißt“ weismachen, kompletter Fehlquark natürlich. Und sowas wird –frisch aus dem Urlaub zurück– daheim als verlässliche Quelle für die Ansichten „der Italiener/innen“ angesprochen. Solchen Leuten entgeht aber auch und immer das Kleine, Leise, Schöne dieser Welt, das in unserem Fall in der 3x freundlich winkenden Verabschiedung des niedergeschlagen sich trollenden Kriegshelden besteht. Che bello, die Resistenza wirkt halt doch noch, minoritär inzwischen, aber fein genug. Und noch nicht so schlimm, wie es dem Migrationskind Chomsky in den USA gegangen sein muss, als er als 16jähriger vom Atombombenabwurf auf Hiroshima hörte: „Ich erinnere mich, dass ich buchstäblich mit niemandem sprechen konnte. Da war niemand. Ich bin einfach alleine gegangen. Ich war damals in einem Sommercamp und bin in den Wald gegangen und ein paar Stunden allein geblieben, als ich davon gehört habe. Ich konnte nie mit jemandem darüber sprechen und habe die Reaktion von niemandem verstanden. Ich fühlte mich völlig isoliert.“
____Aus D-land, hat jüngst Ulrich Heyden bestürzt von seinem Besuch anlässlich dortiger 8.Mai-Feierlichkeiten berichtet, dass er „in einem anderen Deutschland angekommen“ war: „Hetzpropaganda gegen Russland, auf offiziellen Reklameflächen im größten deutschen Bahnhof… Die Pro-Kiew-Propaganda –denn es geht ja nicht um die Menschen in der Ukraine– ist geschickt eingefädelt. Man benutzt flotte Parolen, wie ‚Stoppt den Krieg‘ und am besten das Ganze noch auf Englisch, damit sich auch ja keiner daran erinnert, dass Deutschland schon zweimal –1918 und 1941– mit Truppen in der Ukraine einmarschierte“. Bei seinen Gesprächen fiel ihm auf, dass es praktisch nur noch 2 Gruppen Deutscher gebe. Die eine „sagt, es ist eine Unverschämtheit, dass Russland ein unabhängiges Land überfällt. Wenn man dann fragt, ob sie auch die Vorgeschichte mit dem Donbass-Krieg kennen, geben die Leute kleinlaut zu, dass sie davon nichts wissen. Die andere Gruppe tritt aggressiv auf. Jede Erwähnung des Donbass-Krieges, der seit acht Jahren läuft, die Unterdrückung der Opposition in der Ukraine und die Einkreisung Russlands mit US-Militärbasen wird als ‚Ablenkung von den Verbrechen Russlands‘ vom Tisch gefegt. Ein Freund erzählte mir ganz betrübt, dass er gar nicht mehr diskutiere, weil sofort eine aggressive Stimmung aufkomme.“[23] In Italien wird schon noch
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 3d
genauer hingeschaut, kritisches Denken, rebellische Staatsferne und antifaschistisch-humanistische Grundeinstellungen lassen sich im Ganzen nicht so leicht und total verblöden wie bei den alldavon sowieso eher unbeleckten Deutschen. Die „Vorgeschichte mit dem Donbass“ ist den Leuten hier gerade nicht entgangen, Kooperationen mit Antifa-Komitees aus den beiden unanerkannten Volksrepubliken sind durchaus öffentlich präsent (und werden gelegentlich auch von ukrainischen Nazis angegriffen[6]). Nazi-Abzeichen und Fascho-Tattoos werden hier nicht einfach schöngebogen und weggelogen, sondern vernehmlich beim Namen genannt. Und dass alles Linke und Antifaschistische in der Ukraine seit 2014/15 einer brutalen Verfolgung unterliegt (gleich nach Machtergreifung des neoliberal-faschistischen Blocks in Kiew wurden deren Parteien und auch Russisch als offizielle Sprache verboten, es folgten Verschleppungen, Misshandlungen und Ermordungen und die Malträtierten im Donbass reagierten mit bewaffnetem Aufstand sowie Ausrufung der beiden –dann sofort auch bombardierten– Volksrepubliken), lässt sich in der italienischen Öffentlichkeit weder widerspruchslos noch wirksam verleugnen, allenfalls ostentativ ignorieren oder billigend akzeptieren. Dass sich italienische Staatsangehörige –wie in D-land illegal– zum Kriegsdienst in einem Ausland melden, ist so bekannt, dass es von amtlichen Stellen nichtmal vertuscht wird – in D-land jedoch gibt die Regierung auf parlamentarische Anfragen vor, „keine Erkenntnisse“ dazu zu haben[24]. Das letzte Wort im Absatz hat Tatjana aus der VR Lugansk, wohin sie vor gut einem Jahr als Rentnerin zurückgekehrt ist. Zuvor arbeitete sie 14 Jahre nahe Venedig als Altenbetreuerin, schickte alles übrigbleibende Geld nach Hause –insbesondere seit ab 2014 mit der sog. ATO/Antiterroroperation der aufständische Donbass mit Bombardements, Belagerung, dem Beschuss von Fabrik-, Agrar- und Wohngebieten, Verarmung und Arbeitslosigkeit überzogen wurde– und erlebte bei der Befreiung ihres Dorfs durch die VR-Truppen im Februar gleich die Zerstörung ihres Hauses: „Als die Ukrainer abzogen, haben sie wie wild um sich geschossen. Bevor sie abzogen, haben sie uns gesagt, wir vernichten euch… Sie verhielten sich aber auch so, dass man sie nicht mögen konnte. Hochnäsig und frech, wie die Herren dieser Erde. Sie sagten, ihr werdet alle für uns als Tagelöhner arbeiten. Ich glaube, sie kamen alle aus der Westukraine. Man sagte uns, ihr müsst mit uns ukrainisch sprechen. Aber ich bin Russin. Russisch ist meine Muttersprache“. Die von Tatjana in Italien betreute Familie hat ihr angeboten, samt ihren Angehörigen zurückzukommen; doch sie liebt ihr Dorf und „will nicht. Meine Kräfte gehen zur Neige“.[25]
____Das Problem mit den Deutschen, die ‚Gutmensch‘ und ‚Versteher‘ als Invektive in ihren herrschenden Sprachgebrauch einführen, während sie zugleich ‚tolerant‘ ganz groß und mit Doppel-L schreiben, ist, dass sie in den führenden Schichten (incl. der Bildungsprivilegierten) vom Menschsein als Ganzem nie etwas begriffen haben – und ihre 1000jährigen Verbrechen gegen die Menschheit daher in höchster selbstbezogener Unschuld begehen, seit sie nationwerdend alle guten Geister vor, mit und nach Niederschlagung ihrer 48er/49er-Revolution ausgetrieben hatten; so verkorkst, dass sie sie bloß noch Verbrechen gegen die „Menschlichkeit“ benamsen konnten. Sie lassen sich von obrigkeitsfixierten Modellen und passend verrückten Bildern leiten, die mit materiellen Realitäten und lebenden Menschen da unten (oder da draußen) nichts zu tun haben. Letztere interessieren nur als Material im Verfolg des herrschenden Programms – momentan die rotgrün(gelb)e „Wiedergutwerdung des Deutschen“, die weltbesserwessisch kerzengerade abermals zum Weltkrieg führt. Deshalb wirkt auch das aufgesetzte Gemenschel dieser Gestalten so falsch, wie es in Wirklichkeit ist – das kaschieren sprachregelbasiert mantramäßige Dauerwiederholungen ebensowenig wie immer schrillere Gebrülle. Der neuste Hot Shit aus der zynischen Dampfwarenbläserei Made in Germany:
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 3e
„Das ist doch die Stärke der Menschenrechte: Unteilbarkeit, egal, an welchem Fleckchen der Welt man lebt.“ GUT, dass dort alle –ob im Donbass oder Baskenland, in Palästina, Katalonien, Kurdistan, Mali, Afghanistan, der Westsahara oder auf dem Mittelmeer– schon wissen, was sie vom legitimationsideologischen Geblubber einer deutsch geführten EU zu halten haben, die stets nur das Beste von den vorgeblich humanitär Intervenierten will; RICHTIG, wenn einer des Diebstahls geistigen Eigentums überführten Außenministerin auf öffentlichen Veranstaltungen „Lügnerin“- und „Kriegstreiberin“-Sprechchöre entgegenhallen; WICHTIG ebenso, dass tapfer Zwischenrufende auf einem kriegsverlängerischen Katholikentag den bis zum Tod durch zwangsweise Brechmittelzuführung die Menschenrechte rassistisch verachtenden sowie lieber Wirtschaftskriminellen und Steuerbetrügern beihelfenden Folterkanzler mit seinen –hinter allen Schwurbelblasen nur dürftig verdeckten– Weltkriegsvorbereitungen konfrontieren.[26] Und wenn’s auch mit allen Gewalten der herrschenden Politblase (nicht etwa besseren Argumenten in gleichberechtigter Diskussion, woher denn auch?) niedergebügelt wird, so steckt doch gerade darin eine Hoffnung, dass außerhalb ihrer Blase die meisten deren Propagandamärchen für nicht wirklich glaubwürdig halten. Je sturer die den Kakao, durch den sie gezogen werden, einfach nicht trinken (und auch noch lecker finden) wollen – desto hysterischer und massiver wird das Kriegsgeheule: Früher prasselte viel Propaganda auf die Bevölkerung ein, meinte kürzlich Susann Witt-Stahl, „heute gibt es nur noch Propaganda“[27]. Statt dass der Kaiser seine sachlich unbekleidete Nacktheit wahrnimmt, werden alle nur denkbaren Machtmittel zur Vertuschung der offensichtlichen Falschheit eingesetzt, gerne auch die eigenen Untugenden der halbgebildeten Realretuschöre vom loyalpolitischen Desinformationsdauerdienst selbstentlastend verzerrt den Ungläubigen aufprojiziert – nämlich ohne jede fachliche Fundierung auf politische Willenslinie gebrachte billige Faktenchecks und fadenscheinige Fake-Figuren autokratisch als die vollbesitzrechtigte Wahrheit verlautbarend.[28]
____Solange keine/r was substanziell dagegen zu sagen wagt, mag auf die laut bejahte Loyalität der grummelnden Menge noch verzichtet werden können. Aber das Risiko ist hoch, dass beim ersten unbezähmbaren Losprusten dann umso schneller der ganze pfuschige Damm bricht. Die vom ukrainischen Regime seit dem Putsch 2014 begangenen Wege beschleunigter Loyalitätsherstellung im Volk stehen dem deutschen noch nicht so offen.[29] Also werden symbolträchtige Spitzen zaghaft sich zeigenden Fundamentalprotests angegriffen – mittels der erwähnten Z-Zeichen- oder Rotfahnenverbote etwa oder aktuell der Berufung ausgerechnet des Verfassungsschutzes (d.i. dieser Inlandsgeheimdienst mit den vielen Nazis) zur amtlichen Wahrheitswacht mit dem Auftrag, missliebige Desinformation zu „neutralisieren“. Als das „bedeutendste und auflagenstärkste Medium“ ist hier die seit 2004 observierte Tageszeitung JUNGE WELT ins Visier der Neutralisierer/innen geraten, deren seitherige Nennung im alljährlichen Vfs-Bericht alleine schon reichlich ökonomischen Schaden (durch Erschwernisse in Vertrieb oder Werbung z.B.) anrichtet mit dem Ziel, ihr den „Nährboden zu entziehen“. Mit 24000 (samstags 27000) jeden Werktag gedruckten Exemplaren steht sie aber immer noch – und schlimmer noch: Sie „ist mehr als ein Informationsmedium, wirkt als politischer Faktor und schafft Reichweite“[30]. Da muss die Oberste Heeresleitung im Informationskrieg, „Wir verteidigen die innere Sicherheit und den inneren Frieden in D-land gegen russische Spionage, gegen Einflussnahmeversuche, gegen Lügen und Kriegspropaganda“-Innenministerin Faeser schon noch eine Schippe drauflegen im Mörserfeuer gegen die Gefährdung durch Pressefreiheit – und hat das in der panischen Angst der Kurzbeinigen vor schlussendlicher Einholung ihres Blitzkriegszugs auf dem Boden der Wahrheit (etwa durch ein Verfassungsgerichtsurteil) mit ihrem Neutralisierungsbefehl ans Reichswahrheitshauptamt nun auch getan. Denn soviel ist doch klar: Mit Militarisierung und Weltriegsvorbereitung zählen bloß noch Lügen und Kriegspropaganda der eigenen Ämter als Information, Abweichendes wird als Desinformation zensiert, bestraft, weggesperrt oder was sonst eben nötig ist. Wie genau das funktioniert, lässt sich an den Vorgeschichten des 1. wie 2.Weltkriegs gut studieren[31] – in jedem Fall nimmt das Unrecht ebenso in 3.Auflage ganz allmählich, sukzessive und v.a. rechtsförmig seinen Lauf. Banges oder auch maulendes Schweigen wird den Menschen gegen die warmlaufende Kriegsmaschinerie nicht helfen. Noch aber ist fundamentaler Widerspruch möglich, ohne gleich einzufahren – verpennt bloß den letzten Zug nicht! In Italien hat der neue Cinque-Stelle– und als Parteiloser vormals Regierungs-Chef Conte (dessen M5S wie fast alle bedeutenderen Parteien in Draghis nationaler Einheitsregierung mitmacht) nun Ciao zu deren Weltkriegskursfortsetzung nach den Parlamentswahlen gesagt: „Wir haben mit 3 Waffenlieferungen beigetragen. Jetzt müssen sich unsere Bemühungen auf die diplomatische Ebene konzentrieren“; die Antikriegs- und Sozialabbau-Proteste auf den Straßen sind zahlreich und laut, gerade waren wieder Zehntausende zum von rund 15 Verbaucherverbänden landesweit ausgerufenen „Protest der leeren Töpfe“ auf zentralen Plätzen von an die 20 Regionshauptstädten am Demonstrieren gegen den Preisauftrieb mit seinen unhaltbaren Folgen, kein tägliches Mittag- und Abendessen mehr auf den Tisch bringen zu können (die teils spekulationsgetriebene Inflation frisst aufs Jahr gerechnet im Schnitt 2753 € pro Familie) und schickten jeweils Delegationen zur Übergabe ihrer Forderungen an die einzelnen Präfekturen. Dass Putin sowenig schuld an der Teuerung ist wie China an der Corona-Pandemie, weiß hier jede/r.
____Im Land der Liederlichdner, Twitterhelden und Gaucklinge, wo Lüge zur Wahrheit, Krieg zum Frieden, Unrecht zum Recht verklärt, eine verlogene Feigwarze zum Bundespräsidenten gewählt und der Marsch zum Weltkrieg von einem als Botschafter kostümierten banderistischen „Zwerg aus der Ukraine“ geblasen wird[32], müssen die Leute allerdings auch mal früher aufstehen, sofern sie ihren im atomaren Finale kumulierenden 3.Weltkrieg, der als Ukrainekrieg schon seit über 2 Monaten hätte beendet sein können, doch noch abwenden wollen. „Wir müssen mal zur Kenntnis nehmen, dass die von der Bundesregierung beschworene Zeitenwende tatsächlich Realität ist“. D-land befindet sich im Krieg, was ihre Leuchten immer mal zugeben, aber nur im Dauerwechsel mit Wieder-Kleinreden der damit durchbrechenden Faktenlage. „In solchen Phasen herrscht Krisenkorporatismus, d.h. Künstler, Medien, die Gewerkschaften [einfach alles von Belang, d.A.] werden eingenordet.“[27] Lasst Euch doch von irgendwelchen mittelklassigen Kriegspoeten nicht schon wieder einreden, „dass Krieg zur menschlichen Natur und damit zur Geschichte gehört wie die Liebe und der Tod“ – denn solche Militärpfeifen und Kapitalklaköre verstehen von Mensch, Natur und Geschichte doch immer noch so wenig wie 1913 oder 1936! Und die Liebe, den Tod, ach Gottchen – kennen sie auch bloß aus Büchern, nein: Bewegtbildern, die sie sich aufstiegsdienlich zurechtbosseln. Schaut Euch die Lügenbarone doch bloß an, abgestufte Partners in crime im Nato- und Führungserhaltungsprojekt GIVE PEACE NO CHANCE/GPNC: Einen Warburger-Kanzler, der in seiner Hamburger Zeit als Innenminister die Einführung des zwangsweisen Brechmitteleinsatzes gegen als Kleindealer Verdächtigte anordnete, der in der Praxis dann fast
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 3f
ausschließlich an Schwarzen durchgeführt wurde und bei dessen also rassistischer Exekution an der Uniklinik Eppendorf/UKE im Dez.2001 John Achidi sterben musste, nur damit die SPD die Senatswahlen nicht an die rechte „Zero-Tolerance“-Konkurrenz verlöre. Selbst nach dem 2006 ergangenen Urteil des EUGH (der Gerichtshof für Menschenrechte befand D-land schuldig des Verstoßes gegen das Folterverbot) keine Entschuldigung, keine Entschädigung, keine Reue, kein Gedenken („keine Erkenntnisse“, „keine Erinnerung“) – ein opportunistischer Karrierist, der Blut und Bimbes am Stecken kleben hat, das neukohlsche Aussitzmodell in SPD-Version und immer noch dieselbe Herrenrasse gegenüber Afrikanern, z.B. neulich in Südafrika[33];
____Vom Superburger Sleepy Joe ganz zu schweigen, der sich transatlantisch bequem zurücklehnen kann, wenn’s erst in der Ukraine, dann in Polen und in D-land atomar wird (und sofern noch weiter in Europa ausgreifend, dann doch hoffentlich nicht über die Alpen hinaus etwa nach Italien). Der Kiewer Komiker und dessen „zehntausende“ militärisch sinnlos Verheizte bis dahin interesssieren den Washingtoner nicht mehr als den Berliner seine dreistelligen Coronatotenzahlen täglich – der olivengrüne Hard-Cheeseburger ist Wachs in seiner Hand, seit er in den als geheimhaltenswertes Kompromat konfiszierten Pandora-Papers als Geldwäscher für ukrainische Oligarchen und Steuerbetrüger in eigener Sache dokumentiert ist, von US-Seite sofort als Anstoß für dessen politische Karriere und Garantie künftiger Dienlichkeit erkannt und genutzt. Im Lügen traut vereint und doch jeweils ein bisschen anders: Die Deutschen –trotz ihrer den american-stylisch lockeren Pragmatismus der Macht am leidenschaftlichsten kopierenden Grünen– doch zu pathetisch großkotzig, die Ukrainer allzu wurschtig unbemüht um wenigstens noch einen Anschein von Glaubwürdigkeit, die US-Amerikaner mit der jahrhundertelangen Erfahrung des smart mit der Hand am Colt daherredenden Peacemakers, der den finalen Frieden schafft & Freiheit & eigenregelblasierte Rechtsherrschaft – und von seinen Versprechen, Abmachungen und Verträgen noch kein Prozent ungebrochen gelassen hat; eine seit den schon früh im 17.Jahrhundert begonnenen Ausrottungkriegen gegen die Native Americans erprobte, bewährte und stets ausgefeilter updated gehaltene Schaukelstrategie der achselzuckenden Bigotterie weißer Weltherrschaft aus God’s Own Country, mit der sich der Einfall in die Ukraine als Folge der Nato-Mobilisierung gegen Russland (durch wortbrüchige Osterweiterungen, bedrohliche Manöver und Stationierungsschritte, ostentative Missachtungen russischer Sicherheitsinteressen und kalkuliert ungenierte Respektlosigkeiten) viel erhellender als durch die großmächtige Gehirnwäscherei auf allen Westvolksempfängern betrachten und erklären lässt: Die vereinigten Sklavenhalter, Öldiebe, Landräuber, Massenmörder, Vertragserpresser, Lügner, Betrüger und Weltenplünderer hatten mittels ihrer westukrainischen Juniorpioniere die rote Linie des letzten Häuptlings der Indianer/innen überschritten, dem gar nichts mehr übrigblieb als seinerseits das Kriegsbeil auszugraben, denn sonst hätte er auch gleich die Schlüssel zur Neokolonialisierung Russlands überreichen können. Nicht nett, so ein Überfall mit schwerer Artillerie und Bombardierung, was die unschuldige Zivilbevölkerung betrifft, keine Frage. Die minderukrainischen Leute vom neuartigen Feindstamm der Prorussen im seit 8 Jahren mit 14000 Todesopfern von Kiew bekriegten Donbass z.B. werden das triftig bestätigen können.
____Im Zeichen der deutschen Zeitenwende nun, unter’m Vorwand des Krieges, zum Zweck der Ukruinierung Russlands, lässt sich dort in D-land politischer Ballast, Öko-, Klima- und Sozialklimbim (etwa aus Wahlversprechen, Parteiprogrammen und Stimmviehrücksichten), die einzulösen ohnehin furchtbar unbequem geworden wäre und daher sowieso nie ernsthaft angedacht war (weniger Rüstungsexporte z.B., dafür mehr für all die nötigen Einzelwenden –Energie, Verkehr, Agrar– und dies natürlich klima-, umwelt- und sozialverträglich) trefflich in die Tonne kloppen. So billig hat sich die Politbagage seit Langem nicht mehr die lästigen Altkleider ihrer ggf. kritischen Meinungsbildung und Profilierung bei Jusos, Grünen oder auch Linken vom Leib reißen können, ohne dafür ausgebuht zu werden – im Gegenteil. Die in ihrer vollen Hässlichkeit Entblößten werden noch mit Ämtern und Würden belohnt oder wenigstens belobt: „Schaut nur, die schönen neuen Kleider! Fast wie unser Kaiser.“ Auch die hiesige FfF-Ikone Neubauer ist schon heim ins Reich der karrieredienlicheren Weltkriegsbejahungen gekehrt statt einfach NEIN zu sagen (oder sogar „Klima- statt Zeitenwende!“ zu rufen), die jugendbewegte Altersgrenze hatte sie da allerdings eh‘ schon länger überschritten. Die Deutschen außerhalb der jasagenden Politkaste haben nun zum 3.Mal in 110 Jahren die schöne Möglichkeit (und wir die Hoffnung, dass sie sie nicht wie die beiden Male zuvor vergeigen), dem politischen Druck zum weltkriegsnotwendigen Absegnungskotau unter die gerngeglaubte Lügenherrschaft diesmal so stur zu widerstehen, dass statt des Weltkriegs der Frieden eine Chance hat. DAZU gehört Mut. In Italien übrigens wurde eine Handvoll solcher Gutmenschen nun von so antirussisch-rassistischen Kriegshetze-Bestmenschen in journalistisch-geheimdienstlicher Koproduktion am 5.6.22 vom CORRIERE auf Seite 1 in der Art alter Terroristenfahndungsplakate mit Namen, Foto und Vergehen als geradezu merz-dimensionales „Putin-Netzwerk“ präsentiert, um eine denunziatorische Hexenjagd auf den in Italien zwar auch noch untergebutterten, aber europaweit stärksten Antikriegsblock[34] anzuleiern, was angesichts der weithin als Skandal gewerteten Schmuddel-Veröffentlichung das Friedenslager wohl eher stärken als schwächen wird. So gibt es mit der Kampagne #AggiungetemiAllaLista bereits eine gutbesuchte Initiative der Dokumentarfilmerin und Journalistin Sara Reginella, sich ebenfalls auf die Schwarze Liste der Kriegskritiker/innen setzen zu lassen. Erinnert ein wenig an die „Wir haben abgetrieben“-Bekenntniskampagne in D-land vor 177 Jahren. Und wir erinnern am 100.Tag des Krieges, der schon seit über 2 Monaten durch Verhandlungen hätte beendet sein können (PACE), wenn die Westmächte nicht dessen Verlängerung –und sei’s bis zum letzten Ukrainer oder zum Preis des finalen Weltkriegs– betreiben würden (GPNC), mit dessen Motto Mensch bleiben an den 2011 „auf furchtbare Weise“[35] ermordeten propalästinensischen Friedensaktivisten Vittorio Arrigoni, der 2009 noch eine warmherzige Berichtesammlung aus seinem Alltag vor Ort im Gazastreifen (Dez.2008 – Jul.2009) hat hinterlassen können, mit einem Vorwort von Ilan Pappe, unter dem Titel RESTIAMO UMANI.
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 4a
————- Von Italien lernen heißt: Richtig fragen lernen ( dt.: Warum die Putin is an allem schuld?) ————-
WIRD FORTGESETZT, hieß es… und weil hier denkende Arbeiter/innen schreiben, die in ihrer Agrarökologie bekanntlich in erster Linie einen Haufen körperlicher Arbeit zu schaffen haben, von deren Früchten wir dann auch leben müssen, dauert das diesmal sicher noch bis Ferragosto – restiamo umani!)
[26.10.22] Vor wenigen Tagen ist das dreitägige Protestwochenende gegen kriegsverlängernde Waffenexporte und für einen Waffenstillstand mit Friedensgesprächen zu Ende gegangen: Demonstrationen und andere Events von Menschenketten bis Kunstvorträgen in über 100 Städten Italiens und auch bei uns an den Ligurischen Alpen von Cuneo über Imperia und Finale Ligure bis Savona und natürlich Genova (den Rekord dürfte Napoli mit 25000 Teilnehmenden erreicht haben). Und für 5.November wird schon wieder zur nächsten Aktion mobilisiert: Großdemo in Roma. Gestreikt wurde zudem anschließend ebenfalls. Durch die 3 Großgewerkschaften aufgerufen legten Eisenbahnen, Flugsicherung, Maut- und Raststätten im Verkehrssektor massive Pausen ein; und soweit die Basisgewerkschaften der USB involviert waren (z.B. beim infolge permanenter Privatisierungsmaßnahmen besonders stark von Verarmung gebeutelten Bodenpersonal) nie ohne deren Slogan „Waffen runter, Löhne hoch!“ Seit die Faschistin Meloni Ministerpräsident Italiens ist und schon am Mindestlohn schraubt, kriegen sogar CGIL, CISL, UIL den Arsch zum Demonstrieren wieder hoch: Bereits am Jahrestag des Überfalls des neonazistischen Lega-Sturmtrupps FORZA NUOVA auf eine Gewerkschaftszentrale haben sie sich endlich mal wieder kämpferisch positioniert, nachdem sie während des Wahlkampfs betreten stille hielten, um diesen Eierkopp Letta in seiner ridikulösen Stilisierungs-Show von sich und seinem PD als letzte Bastion des Antifaschismus nicht zu stören[36]. Immerhin fordern sie jetzt wieder, „Veränderungen“ nämlich, „progressiv und umverteilend“, die Auflösung „aller vom Faschismus inspirierten Gruppierungen“ und dass „auf die Arbeitenden gehört“ werde[37]. Und immer vorn und unentwegt dabei in der Zusammenführung gewerkschaftlicher, pauperisierter, proletarischer, friedensbewegter, katholischer, antifaschistischer, altermondialer, humanistischer, ökologischer, klima- und sozialpolitischer Oppositionen gegen Waffenexport und Kurs auf Weltkrieg: Der Partisanenverband mit seiner Parole „Ripudia la guerra!“
____So ist Ferragosto lange vorüber und zur Fortsetzung unseres Streikberichts kommen wir stattdessen hiermit erst gegen Ende Oktober. Aber, so der Plan, bis 9.11. soll dieser 4.Teil fertig sein, den vorläufigen Schlussstein im Mobilisierungsbeitrag aus der Grünen Matrix bildend: Generalstreik am 2.Dezember, sbilanciarmoci! Wir nehmen Stellung und streiken mit: „Waffenlieferungen ächten! Verhandlungen sofort! Für eine internationale Friedenskonferenz!“ Was ist also geschehen inzwischen, außer dass wir alle ein paar Monate älter geworden sind und mit uns dieser Krieg, der seit Mitte April hätte beendet sein können, ja: müssen? Im Osten nix Neues im Wesentlichen: „Der längste Krieg in Europa seit 1945″[13] dauert unverändert an und eskaliert peu à peu zum 3.Weltkrieg, wobei auch die Hierarchien im Nato- und Möchtegern-Nato-Gefüge klarer zu Tage traten, in dem nämlich die USA ansagen, die Briten vor Ort sekundieren, der Selenskij gehilflich erfüllt und dem Scholz für seine blutschuldigen Dienste zum Schaden der eigenen Bevölkerung irgendwelche Rechnungen schickt, der wiederum zeitenwendisch woppeldumms liefert und seine Ampel auf eine hirngewaschen realitätsverweigernde Ukruinierung Russlands dann eben bis zum Weltkrieg stellt. Solange es noch Ukrainer zum Verheizen gibt, kann man in D-land dafür wohl auch mal ein bisschen frieren im Winter. Also gleichfalls im herzensbestialischen Wertewesten nichts Neues? Die Italienwahlen wurden von 2 Kriegsparteien gewonnen, von denen die um 6 Prozentpunkte stärkeren „Fratelli d’Italia“ jetzt den Ministerpräsidenten stellen, die Meloni nämlich. Den Looser Letta vom PD braucht die zum Regieren nicht, ebensowenig so bittesehr-bittegleich-Anbiederer wie Draghi oder Renzi. Und im eigenen Kasten ihrer schwarzbraunpissfarbenen Ampel hat sie die koalitionären Leithirsche bereits auf die billigen Plätze verwiesen: Salvini darf gerade noch den Verkehr regeln und Berlusconi nicht mal mehr dieses[38]. Dafür twitterhagelt’s Gratulationen und Komplimente aus der EU (deren Chefin von der Leyen z.B. ist „glücklich, mit der neuen Regierung zusammenzuarbeiten“) samt ihrer deutschen Führungsmacht (auch
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 4b
Brechmittel-Olaf freut sich auf die Zusammenarbeit „in EU, Nato und G7“). Es wächst zusammen, was zusammengehört: hier ’ne Ampel, da ’ne Ampel, und alles in allem regiert in Berlin und Brüssel, in Rom und Kiew derselbe neoliberal-faschistische Block, der sich in D-land halt noch rotgrüngelb kostümiert wie der letzte Faschingskasper, der seinen sieggeilen Weg in den Weltkrieg noch immer für eine Militainmentshow ohne finale Konsequenzen hält (wie weiland KWZwo und GröFaZ).
____Die letzte der 3 Parteien mit zweistelligem Stimmenanteil wurden übrigens die Cinquestelle mit 15% – und das ist für unser Thema in mehrfacher Hinsicht interessant, denn schließlich handelt es sich beim M5S genau um jene, die mit dem franziskanischen Statement „Der Waffen sind genug geliefert | Zeit ist es für Verhandlungen“ ihre Fortsetzung der nationalen Einheitsregierung unter Draghi für die kommende Legislatur aufgekündigt hatten – woraufhin dem gar nicht mehr soo beliebten Banker an der Macht[39] der verbleibende Rückhalt subjektiv ungenügend erschien und er durch Rücktritt leicht vorgezogene Neuwahlen erzwang. Ex-Premier Conti hat die zwischenzeitlich im freien Fall Richtung 3%-Hürde befindlichen vormaligen Wahlsieger damit erfolgreich konsolidiert und ziemlich zukunftsfähig neu aufgestellt – denn konsequente Opposition für dissidente Inhalte lohnt sich mehr als kompromisslerisches Gekungel mit völlig andersgerichteten Parteien nur um des Dabeiseins willen. Mit 15% sind die Cinquestelle wieder wer, mit Conti haben sie Profil, Biss gezeigt und konnten v.a. auch dieses baerbockig inkompetente Fascho-Schlüppchen Di Maio loswerden, das nach Contis Aufkündigung mit 50 Abgeordneteten eine draghi-freundliche Abspaltung namens „Bürgerpflicht“ gründete, um weiter als Außenminister posieren zu dürfen. Sein Impegno Civico kam auf ein halbes Prozent und interessiert ohne Mandat und Posten derzeit keine/n mehr[40]. 3,7 Millionen parlamentarisch vertretene PACE-Stimmen + 10-15% nicht ins Parlament gekommene + sicher die Hälfte der 17 Millionen Nichtwählenden = das macht schon eine ganze Menge von gut 12 Millionen, die dem GPNC-Lager merkbar entgegenstehen. In D-land melden die einschlägigen Umfragen nun auch schon 77% Verhandlungsbefürwortende[41] – bloß ist dort in Politik, Medien und Öffentlichkeit davon fast gar nichts zu bemerken. Warum nur ist das da so anders?
____Das ist so einfach gar nicht zu begreifen, der deutsche Sonderweg in Allem (vom Weltkriegzünden und Holocausten über Coronaleugnung und Kindergarden bis hin zu Grünpartei und Dosenpfand) alleine reicht auch kaum als umfassende Erklärung. Gehen wir einen anderen Weg und vertrauen uns also einem ausgewiesenen Kenner der Materie an, der vor 100 Jahren dazu Folgendes schrieb:
„Der grundlegende Unterschied zwischen Euch und uns“, hat einmal ein Engländer zu einem Deutschen nach dem Kriege gesagt, „war, daß ihr mit dem Faust auszogt und wir mit T’is a long way to Tipperary!“ Nun muß ich ja sagen, daß auch mir der russische Schützengraben, der dem hocherfreuten deutschen Puppchen, du bist mein Augenstern herüberbrüllte, weitaus sympathischer erscheint als die Fülle der Privatdozenten, die sich bemühten, das kriegerische Gemisch von Börse, Ressortstänkerei, einem größenwahnsinnigen kaiserlichen Kommis und unverantwortlichen Ministern mit Nietzsche, Goethe, Konfuzius und dem lieben Gott persönlich in Beziehung zu bringen. Die gereckte Pathetik der Kriegsmetaphysiker ist deshalb so unangenehm, weil man Wort für Wort ihr Pathos durch Gegenüberstellung mit der Realität unmöglich machen kann, ein gutes Kennzeichen für seine Unechtheit.
Die Bloßstellung der Falschheit und „Angedrehtheit“[42] solchen irrational überkandidelten Blendwerks funktioniert freilich nur, wenn die Realität als gemeinsamer Referenzpunkt aller redlichen Analysen, Argumente und Diskussionen auch und gerade seitens der herrschenden Polit- und Medienblase noch einigermaßen anerkannt ist. 100 Jahre nach Tucholskys Anekdote kann für D-land davon keine Rede mehr sein. Stattdessen hat das Regime die aalglatte Realitätsverweigerung eines Trump als probates Mittel zur Abwehr kritischer
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 4c
Einwände, deren sachliche Stichhaltigkeit seine Repräsentanzen normalerweise schnell peinlich bis lächerlich dastehen ließe, entdeckt und derart exzessiv weitergetrieben, dass weite Teile der Gesellschaft schon verstummt sind oder sogar die bellizistischen Floskeln bereits blöde nachbeten, obwohl sie’s eigentlich besser wissen und bei anonymen und geheimen Meinungsumfragen ihr Kreuzchen öfter bei den 77% Verhandlungsbefürwortenden machen. 17% explizite Zustimmung zur Regierungspolitik der Blockade konkreter Bemühungen zur Einleitung von Verhandlungen über ein Ende des Krieges ist als herrschaftliche Legitimationsbasis einer Dem- jedenfalls (auch bei ängstlich stillhaltender absoluter Mehrheitsopposition) viel zu dürftig, um andere glaubhaft als Autokratie zu schmähen, von denen sie sich in weniger als den 4 Buchstaben unterscheidet, auf denen Du gerade sitzt.[43] Aktuell am 2.11. bekennen sich 73% insgesamt „mit der Art und Weise, wie die Bundesregierung die verschiedenen Krisen bewältigt“ als unzufrieden, sehr unzufrieden oder zunehmend wütend, 19% davon wollen sogar „deswegen auch etwas unternehmen“[41] – allein, bislang sind Massenproteste öffentlich kaum wahrnehmbar, sofern sie nicht von Rechtsradikalen oder Querdenkenden organisiert werden, was sie für antifaschistische, antirassistische und überhaupt konsequente Linke logisch disqualifiziert, für die Staatsmedien allerdings und deren Desinformationskanonaden attraktiv verwertbar macht. Und wenn tatsächlich mal einzelne Entschlossene etwa mit Stadtautobahnblockaden zur Klimarettung in wirkungsnötigem Grad aktiv werden, kommen die althergebrachten Spießerargumente aus 120 immerselben Jahren wieder um die Ecke: Faschophile Machtfunktionäre der Grünpartei z.B. ermahnen „die letzte Generation“, dass frau so doch keine Mehrheiten gewänne; sich als Arbeiterversteher aufblasende Linksorthodoxe verurteilen, dass Klimarettungsaktionen auf ihrem imaginierten „Rücken der Werktätigen“ durchgeführt würden, die dann im Stau nicht pünktlich zur Arbeit kämen; und auch das ewige unbeteiligte Opfer „Gemüsehändler um die Ecke“ wird sofort wieder instrumentalisiert, sobald im Stau ein Verkehrsunfall mit Todesfolge passiert, den nicht etwa der unachtsame Fahrer des Betonmisch-LKWs fahrlässig verursacht hat (wofür ihn stantepede jemand gleich mit einem Messer schwer verletzte), sondern schuld sind -wenn diesmal schon kein Putin verfügbar- natürlich die mehrere Kilometer entfernt blockierenden Aktivist/innen.[44] Welche/r brave Deutsche traut sich da noch, draußen hörbar die Stimme für Klimarettung statt Kriegsverlängerung zu erheben und gegen den staatsmächtig verordneten Kurs auf globalen Kollaps UND 3.Weltkrieg wirksam was zu unternehmen?
____Freilich sind die Linken am schwachen Bild des Protests in D-land auch selber schuld, da sie keine radikale und kämpferische Antwort auf Militarisierung, Kriegshetze, ebenso Klimakollaps, Erdzerstörung oder gar Sozialmisere und Rechteabbau glaubhaft zähnezeigend auf die Straße zu bringen vermögen. Wie zuvor den Rechten haben sie mittlerweile auch dem Staat die Übernahme ihrer ureigenen Kampffelder und -formeln überlassen – bis hinein in die Linkspartei, in der schon ansonsten unqualifizierte Haupterwerbsspolitiker/innen mit bloß noch karrieristischen Ambitionen den Ton angeben.[45] Mit der Übernahme der Grünen ist es dem Regime gelungen, seinen staatsräsonal vorgespielten Anti-Antisemitismus um einem systemkompatibel verschnittenen, systemändernd depotenzierten Ordo-Antifaschismus zu bereichern, sogar etwas antirassistische Aufbuntung war drin; Mit der Übernahme „antideutsch“- linksidentitärer Figuren einer staatsdienlich gewordenen Sorte Antifa erlebt der eliminatorische Furor gegen jede echte Alternative von links durch inhaltsleer haltlose, aber bis zur Gleichschaltung wirkmächtige Denunziatorik eine Renaissance wie seit SA/SS-Zeiten nicht mehr, neuer Eurozentrismus und Rassismus inklusive. Und wenn trotz alledem tatsächlich mal paar System Changer praktisch Aufsehen erregen, müssen ihnen olle Schriftgelehrte gleich in ihrem Nischenblatt vorkathedern, wo sie theoretische und analytische Fehlstellen zu bearbeiten hätten.[46] In Italien war der Protest von Anfang an mutiger, öffentlicher, entschiedener und klarer, auch in seiner Ablehnung ukrainischer Nazis und Faschoversteher/innen tatsächlich antifaschistisch und nicht wie in D-land ein staatsmedialer Verleugnungskonsens wie er zuvor schon bzgl. der Schuld & Sühne ihrer Weltkriegsverbrechen, der Nazis im Nachkriegsaufbau West, der „Ausländerfeindlichkeit“ der 80er Jahre und des Neonazismus und Rassismus der Wiedervereinigten kontinuierlich unbewältigt strukturbildend war und bis heute geblieben ist.[47] Entsprechend selbstbewusst und kernig die Aussagen in Italien (dieser Artikel ist ja mit einigen Demo-Parolen im Original reich bebildert), deutlich erkennbar die roten Fahnen und explizit kein Platz für Kriegstreiber/innen und Faschist/innen – nicht diese deutsche Pienzigkeit und Leisetreterei beim berechtigten Protest, der in den „Narrativen“ der neoliberal fascist pigs gefangen bleibt und noch auf einer Demo der Friedensbewegung treudoof „Slawa Ukrajini“ mit blaugelben Kriegsgröhlern zusammen skandiert.[1] Immerhin hat es gegen den außenministeriellen G7-Gipfel in Münster wenigstens 2 größere Demos aus richtiger Richtung gegeben: Eine für 5000 Leute angemeldete von der Friedensbewegung mit „klarer Kante gegen Rechts“ und für „Verhandeln statt schießen! Frieden schließen!“, die jedoch lediglich dreistellig Massen zog; eine andere der Fridays For Future mit gut vierstelliger Teilnehmendenzahl für globale Klimagerechtigkeit unter dem Motto „Diese Welt gehört nicht den G7!“ Die landesweite Friedendemo 2 Tage später in Rom übertraf diesmal hingegen bereits die 100000er-Marke[48]. Aus dem Süden leuchtet das Licht aller menschlichen Hoffnungen.
____In D-land jedoch besteht historisch wenig Grund zum Optimismus bevorstehender Erhellung. Die Züge scheinen abgefahren, sowohl der zum Klimakollaps als auch der zum Weltkrieg, fragt sich nur noch, welcher wo als erster aus den Schienen fliegt oder ob nicht doch beide gleichzeitig? Anuschka jedenfalls hat ihr Öl schon verschüttet und bloß bereits etwas länger in Rente befindliche Privilegierte braucht das in diesem Leben nicht mehr zu jucken – obwohl genau und hauptsächlich sie uns beide Scheißen eingebrockt haben. Ob wir dazu 100 Jahre oder 20 vorher respektive nachher scharf zurückblicken – das deutsche ist ein einziges „Buch der Schande“, wie es der tapfere Sozialist und Statistikprofessor E.J.Gumbel 1922 vorgelegt hat in Form einer akribischen Auswertung der politischen Morde 1919-22 mit der Bilanz: „324 politische Morde von rechts. Gesamtsühne: 90 Jahre, 2 Monate Einsperrung, 730 M. Geldstrafe und 1 lebenslängliche Haft.(…) 22 politische Morde von links. Gesamtsühne: 10 Erschießungen, 248 Jahre, 9 Monate Einsperrung, 3 lebenslängliche Zuchthausstrafen.“ Die Aufarbeitung des statistischen Materials und die Recherche auch der jeweiligen juristischen Nachspiele outen die Weimarer Rechtsprechung bereits früh als offene Klassenjustiz und Kumpanei mit reaktionären Kriegstreibern und rechten Mörderbanden noch bevor Faschismus sich so recht einen bekannten Namen gemacht hatte. Kämpferischer Pazifismus und Widerstand gegen die straflose Rückkehr des dt.Militarismus war demnach schon Antifaschismus avant la lettre von Anfang an.[49] Doch auch 20 Jahre zuvor, sogar die
ganzen „20 Jahre vor dem 1.Weltkrieg erinnern an die 20 Jahre vor Beginn des neuen Bellizismus heute (…als) Resultat eines längst vorangeschrittenen Zerfalls. Mariupol ist nur geographisch von Langemarck in Belgisch-Flandern entfernt. Bezogen auf die verlogene Mystifizierung, diesmal nicht durch eine Oberste Heeresleitung, sondern eine NATO-affine Journalistenbrigade in der Etappe, liegen die Orte fast deckungsgleich aufeinander, wobei es gar nicht so leicht ist, aus den Bandera-Faschisten und den aus verschiedenen Ländern hinzugeströmten Rechtsradikalen und Neofaschisten eine politisch-moralisch ansehnliche Kampfgruppe zu machen.“
Dass es dennoch funktioniert, führt K.-H.Dellwo zurück auf die
„offenkundige Kriegsgeilheit eines Teils der neuen politischen und medialen Kaste: Sie sind allem überdrüssig. Sie sehnen sich danach, von der Unmöglichkeit erlöst zu werden, das systemimmanent Nichtänderbare als unter ihrer Kontrolle stehend darzustellen und ins Glückliche wenden zu können.(…) Sie wissen es längst: All ihre Versprechungen werden unerfüllt bleiben. Sie werden wie in der Vergangenheit jede soziale, ökologische und politische Position räumen, die politisch oder ökonomisch den Gesetzen der Marktlogik widerspricht.“[50]
____1942 schließlich war der lange Marsch auf deutschen Sonderwegen zur leitkulturellen Vollendung gelangt und zeigte sich im Jahr der Wannseekonferenz mit Endlösung und Russlandinvasion in seiner ganzen 1000jährigen Pracht – was für ein wunder.schöner. Schmetter.ling! Und statt des 1933 schon eingeführten Eintopfsonntags samt Winterhilfswerkspende für die heimlich noch aufzubauende Wehrmacht wird heute die öffentliche Verzichtsmoral der Volksgenoss/innen mit von oben propagiertem „Frieren für den Endsieg durch Ukruinierung Putins!“ herzustellen versucht und schonmal ein Sondervermögen von 100 Mrd. € für die Bundeswehr abgezogen; ganz abgesehen von den gleich dutzendweise in ein hochkorruptes, autokratisches, Menschen-, Arbeits- und Sozialrechte auflösendes, neoliberal-faschistisches Kiewer Söldner/innen-Regime regelmäßig fließenden Milliarden, damit es den seit den 90er Jahren gethinktankten Nato-Krieg gegen Russland bis zum letztmöglichen Ukrainer weiterführen lässt, wie das vor nunmehr 7 Monaten -erste Friedensgespräche unterbrechend- befohlen wurde; Für und seit dem Maidan-Putsch 2014 wurde die Kiewer Auto- und Kleptokratie samt faschistischer Killerbanden auch dafür bezahlt, im Innern alles links von ihr oder sonstwie kritisch Abweichende incl. sämtlicher anderssprachiger Minderheiten mit blutigem Terror zu überziehen, der nicht nur, aber v.a. im Donbass über 14000 Todesopfer forderte, meist Zivilpersonen durch kriegsverbrecherischen Wohngebietebeschuss oder wahlloses Bombardieren. Das war vor 8 Jahren bereits wissbar und ist es heute ebenso, aber die fanatischsten Transatlantics in D-land und damals noch oppositionellen Grünen einerseits sowie die 2014 noch an ihrer spezifisch deutschen Osterweiterung bastelnden Regierungsparteien andererseits haben sich in ganz großer Koalition zu einem realitätsausblendenden sprachregulatorischen menschenrechts- und werterhetorischen Falschmünzer-Ring zusammengeschlossen, der heute zur kompletten Realitätsverweigerung vorangeschritten ist, die von lenkender Gleichschaltung und hybrider Zensur, Verboten und Strafen für dissidente Inhalte Verbreitende, aktiver Desinformation, fälschenden sog. „Fakten-Checks“, verdeckten Manipulationen, glatten Lügen und offen rassistischer Feindbildproduktion flankiert sind. „Ein Deutscher ist“, wird Adorno als Bonmot zugeschrieben, und bleibt halt unvergänglich „ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben“.[51]
____Tatsächliche Antifaschist/innen hätten damals wie heute angesichts der unleugbaren Realitäten von Hakenkreuzen, Wolfsangeln, SS-Parolen, Nazikult, Vernichtungsreden und Geldflüssen Einspruch erhoben gegen die verlogene Schönfärberei: „Seht Ihr denn nicht, dass das Faschos sind? Avete gli occhi foderati di prosciutto tutti?“ Es gab auch ein paar. Die übergroße Mehrheit graugewordener, grüngebliebener, reformistischer und linksblinkender Antifa allerdings hat äquidistant weggeschaut und lieber geschwiegen, wo sie sich nicht gleich faschoverteidigend heim ins Reich der ganz großen Koalition aufgemacht hat. Ungehört verhallte in D-land[52] etwa der „No Pasaran“-Aufruf der VR Donezk an antifaschistische Internationale zur Hilfe im Abwehrkampf gegen eine mit Dollars, Euro und paar Pfund großzügig geförderte ukrainische Armee der „Kiewer Junta“ und die von Oligarchen wie Kolomoiskij ebensogut ausstaffierten Freiwilligen-Bataillone, großteils aus militanten Nationalen, Nazis, anderen Faschisten, professionellen Killern sowie aus der Haft geholten Gewaltverbrechern rekrutiert. Das Gros der antifaschistischen Freiwilligen für das linke Projekt gegen die Herrschaft der Oligarchen im Donbass kam aus Russland, danach Ex-Jugoslawien und Osteuropa – wie der slowakische Trucker Branizkij, der sich mehr dem Aufruf folgende Antifaschisten wünschte und angesichts der faschistischen Gefahr die (West-)Ukrainer selbst fragte: „Warum bleibt Ihr noch zu Hause?“ Es kamen auch Spanier, Griechen, Israelis, Franzosen, Italiener (bis heute bestehen da Friedenskooperationen, Hilfsgüterkonvois werden organisiert, Leute aus den Volksrepubliken kommen auch zu linken und antifaschistischen Events[6]) und trotz Totschweigens selbst in der dt.“Szene“ ein paar -wenige- Deutsche. Dortzulande verblödelten sich kindische Möchtegern-Kabarettisten mit welken Dia-, Bilder-, Video- und Heute-Shows im Versuch, mit ihrem Flachwix mehr als 1000 wohlfundierte Worte zu ersetzen und plakatierten der Öffentlichkeit schon ihr antirussisches Feindbild ins Fernsehzimmer. Mittlerweile ist die Infantilisierung außenpolitischer Ursachenforschung und Berichterstattung bereits auf ein personalisierendes Vorschulniveau runtergebrochen, das nur noch böse Onkels und liebe Tanten kennt – und an allem, wirklich ALLEM ist der Putin schuld, u.a. auch daran, dass der Krieg noch nicht beendet wurde, was irgendwie nur „an seinem Ego“ liege, wie ich neulich repräsentativ hörte von Einem, der jahrzehntelanges „politisch Aktiv“-Sein für eine wissenschaftliche Qualifikation zu solcher Beurteilung von Personen und Weltgeschehen hält. Andere meinen, gerade sie hätten „im Internet“ oder in SZ oder ZEIT die ultimativen „Quellen“, obwohl das doch lediglich Content-Provider zur gewinnbringenden Abfüllung ihrer dankbar diese „Reader’s Digest“-Textbausteinlieferungen nachbetenden Gemeinde sind: BILD Dir Deine Meinung (aber nur diese eine, für alle). Es ist aber auch schwer, sich dem zu entziehen, was Thomas Meyer folgendermaßen so schön beschrieben hat:
„Die Medien zeigen uns die Welt – allerdings nicht wie in einem Spiegel, sondern unvermeidlich als von ihnen erzeugte Welt, als Ergebnis eines höchst eigensinnigen Auswahl- und Produktionsprozesses. Diesen Prozess selbst zeigen sie aber nicht: Weder die Filter noch die Zutaten noch die ‚geheimen‘ Künste ihres Handwerks … wer keine Sensibilität dafür entwickelt, über welche Themen er lediglich hinweg hastet und bei welchen er ungebührlich verweilt, weiß am Ende nichts Verlässliches von der Welt, die ihm da gezeigt wurde. Und ist doch überzeugt, sie mit eigenen Augen gesehen zu haben.“[53] Manche glauben dann sogar, bei einer Arte-Doku etwa über den größten Fischmarkt Afrikas am Viktoriasee oder so (überall Matsch, Unrat, Tiermüll, Würg!) den Gestank förmlich aus der Glotze quillend buchstäblich gerochen zu haben.
____Dabei wäre es, falls es um Erkenntnisgewinn ginge, eine lohnende und gar nicht unmögliche Mühe, mal paar Schritte zurückzutreten, sich der Gehirnwäsche kurz zu verweigern und zu gucken, was passiert, wenn wir mit Arundhati Roy „unsere Ohren auf den Boden“ legen und „nach anderen Wegen, die Welt zu verstehen“ suchen: „nach der unerzählten Geschichte, dem nebenbei erwähnten Militärputsch, dem nicht gemeldeten Völkermord, dem Bürgerkrieg in einem afrikanischen Land, geschrieben in einer einspaltigen Geschichte neben einer ganzseitigen Anzeige für Spitzenunterwäsche“; oder für’s Erste auch nur der eigenen „Arschlochwerdung“ durch Social Media mit Internet- und Virtual Reality-Koryphäe Jaron Lanier gerade noch von der Schippe zu springen, der 10 gute Gründe nennt, „warum Du Deine Accounts sofort löschen musst“, wovon jeder einzelne für sich schon reicht – aber ganz besonders dieser: Weil sie Dich zum Arschloch machen.[54] Es wurden hier bereits Dutzende weiterführende Hinweise zur informationellen Emanzipation angemerkt, daher jetzt nur noch 2 schnelle zum plastischen Exempel, wie realitätsverfälschend und geschichtsklitternd die steuergelderbasierte Propagandamaschine der neoliberal-faschistischen Weltkriegstreiber/innen vorgeht, um Hirne und Herzen der Leute kriegstauglich auf Linie gegen die neuen Feindbilder der Herrenrasse zu hetzen. Offenkundig plump, „primitiv“ und unglaubhaft – doch kommt es gar nicht auf einen Wahrheitsgehalt an, sondern darauf, dass die Lüge allgemein beglaubigt wird – trotz besseren Wissens und mit umso inbrünstigerer Begeisterung. Zentrale Funktion erhält hierbei die absolute Verteufelung Putins, dessen Reden also auch dementsprechend hergerichtet werden müssen. Am Beispiel der Teilmobilmachungsrede im September lässt sich das leicht aufzeigen. Das repräsentative Flaggschiff im dt.Nachrichtenwesen aller Formate, die hochgeehrte ARD-Tagesschau, hat in der Kürze ihrer Sendezeit natürlich nur einen Bruchteil dieser Rede (übersetzt) zitieren können – doch war schon diese Auswahl aufs Dreisteste selektiv. Und der wohlklingende Verweis auf die Website, auf der sich „Putins Rede im Wortlaut“ nachschaubar dokumentiert fände, war glatt gelogen. Dokumentiert war bloß ein mickriges Drittel, nämlich die noch grade so ins Narrativ der vorgeschriebenen Feinddarstellung des Teufels passend machbaren Passagen. Peter Frey vom Verband Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V. hat sich die mühselige Arbeit gemacht, die unterschlagenen 2 Drittel übersetzt hinzuzufügen und der Tagessschau zur korrigierenden Verwendung geschickt mit dem Kommentar: „Das nennen Sie Dokumentation? Nun, gewissermaßen ist sie das. Erscheint diese mir doch als unfreiwillige Spiegelung von Zensur, von Dekontextualisierung und Vorfilterung, von Entmündigung des ARD-Konsumenten. Betrieben durch einen Sender, der sich unabhängig wähnt, jedoch als Regierungssender fungiert.“
____Auch Tilo Jung hat sich eine Menge Arbeit gemacht im Vorfeld seines Melnyk-Interviews vom 29.6.22 (Ausgabe 580), zu dem der originelle Online-Journalist sowohl inhaltlich als v.a. auch formal besser vorbereitet erschien als alle in den Leitmedien nur noch eingebetteten, aber keinen „Qualitätsjournalismus“ mehr betreibenden Kolleg/innen. Da muss also ein jungscher Außenseiter ohne akademischen oder berufsqualifizierenden Abschluss mit seinem gar nicht uninvestigativen Podcast „Jung & naiv, Politik für Desinteressierte“ daherkommen, um den zunftgemäßen Job zu erledigen, diese faschoverherrlichende und bzgl. ukrainischer Teilhabe durch Banderatruppen und eigene SS-Abteilungen holocaustleugnende, welt- und atomkriegshetzende, dazu antirussisch rassistische Giftspritze mal in dessen eigenen Worten kenntlich werden zu lassen als ebenjenen Lumpen, den er tatsächlich darstellt. Die deutschen Staats- und Regierungsmedien hingegen haben dieser neonazistischen Zumutung von Botschafter seiten- und sendungsweise mit sog. Interviews ohne jegliche kritische Nachfrage ausnahmslos (SZ, ZEIT, Spiegel incl.) willig Plattformen für seine billige Faschisten-Propaganda geschenkt. Die Polit-Bagage hat -hysterisch begeistert, verständnisvoll abwiegelnd oder auch bloß krampfhaft weglächelnd- mitgemacht, auch wer darunter mit klaren Beleidigungen und wüsten Angriffen bekübelt wurde. So zeigte sich nebenbei, dass die antifaschistischen Posen affektierter Feigwarzen und unbelangbarer Großmäuler aus der herrschenden Polit- und Medienblase keinen substanziellen oder gar justiziellen Wert haben, sondern rein taktisch-rhetorisches Getue sind. Melnyks Performance regte allerdings außerhalb D-lands polnische und jüdische Gruppen von Belang so auf, dass deren politischer Druck auf Kiew groß genug war, diesen Typen vom Botschafterposten abzuberufen; in allen Ehren zum nächsten turnusmäßigen Wechsel, versteht sich unter rechten Spießgesellen, vorerst irgendwo ins Außenministerium, von wo er weiter braunen Mist in die Welt twittern darf, bis er womöglich als Vize-Außenminister Amtskollege seiner grünen Schwester im Geiste wird. Wer sich dessen mißratene Show auf JUNG&NAIV anschaut, weiß danach wenigstens genau, wie Faschismus3.0 nicht nur redet, sondern auch sonst so aussieht und daherkommt. Was die israelische Botschaft in D-land als „Verzerrung der historischen Tatsachen, Verharmlosung des Holocausts und Beleidigung derer, die von Bandera und seinen Leuten ermordet wurden“ verurteilte, hatte auch der Algorithmus von TIKTOK sofort als holocaustleugnende naziverherrlichende hate speech erkannt und erstmal automatisch geblockt (bis zur Entsperrung nach einer manuellen Überprüfung, die den Interviewkontext aufzeigte, durch den die westukrainische Faschobotschaft ja kritisch enthüllt statt affirmativ zur Schau gestellt wurde).[55] Die deutschen Detektoren jedoch sind wie vor 100 Jahren blind auf dem rechten Auge und taub auf dem Ohr dazu. Von einer Selbstkritik fachlichen Versagens der leitmedialen Journaille ist nichts zu vernehmen, relotiöses Schweigen wie im Polit-Establishment und häufig noch feierliche Freundschaftsworte für den großzügig nach Kiew zurückgeholten Banderisten. Statt sachlicher Bezugnahmen wird -passend zur Realitätsverweigerung- allenfalls mit formalistischen oder personalisierenden Klogriffen der Wert des von Jung präsentierten Materials auf Null herabzuwürdigen versucht. Mal wird er als unstandesgemäßer Youtuber oder penetranter „Seltsamfrager“ diskreditiert; mal soll der Fall erledigt sein mit dem Verweis auf einen anderen Interviewgast irgendwann zuvor, den er als „unseren Freund von der Hamas“ begrüßt habe – womit FAZ-Schreiber Gnauck am 6.7.22 nahelegt, dass jedenfalls seine eigenen Recherchen nicht viel über eine sehr kursorische, ultraselektive Sichtung von 580 Interviewten-Namen und einer -im übrigen sendungstypisch- flapsigen Begrüßungsformel des grundsätzlich auch noch duzenden Online-Kollegen hinausreicht.
____Sie haben sachlich keine Argumente und der Realität auch sonst inhaltlich nix entgegenzusetzen, daher wird nur machtgedopt gedisst und gekeult mit formalen und personalen Totschlägern; wer kritisiert und zu bedenken gibt, wird dann mit Denunziationen wie „über 50jährig, Hamasfreund, lumpiger Kommunist, Putinversteher, pazifistisch=senil“ mundtot gemacht oder gleich auf die Terrorliste gesetzt. Was anderes können und brauchen diese Leute nicht und daran wird sich auch nichts mehr ändern, weil die Alternative -das faschistische Recht des Stärkeren- mit oder ohne Melnyk ebensogut funktioniert und sogar besser. Der redlich-analytische Johannes Varwick, Professor für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Uni Halle-Wittenberg und wegen seines Eintretens für Deeskalation und Verhandlungslösungen ins Visier des Bandera-Botschafters und auf ebenjene Kiewer Feindliste geraten, möchte sich da lieber „nicht vorstellen, wie Menschen wie Herr Melnyk in der Ukraine mit politischen Gegnern umgehen.“ Das muss er auch gar nicht, weil das ebenda längst wissbar dokumentiert wurde. Ein historisch fundierter Blick zurück in deutsche Realitäten der 20er und 30er Jahre reicht ebenso, selbst ganz kurz nur auf einen Ausschnitt wie die Biografie Gumbels.[48] Nicht von ungefähr wecken diese werte- statt wissensbasiert schonungslos, hysterisch und eliminatorisch ihre großmachtverblendeten Staatsgewaltfantasien verallgemeinernden Glaubenskrieger/innen Assoziationen mit den SA- und SS-Charakteren der früheren Phasen, die auf der Wannseekonferenz 1942 dann endlich IHREN langen Weg zu sich selbst gefunden haben.[56] Wenn etwas aussieht wie eine Ente, watschelt wie eine Ente, schwimmt wie eine und auch genauso quakt – dann wird es daran liegen, dass es wohl eine ist. Im legendären Gedicht des lustigen Hoosier-Poeten J.W.Riley heißt es pointierter „When I see a bird that walks like a duck and swims like a duck and quacks like a duck, I call that bird a duck“. Also nennen wir solche Vögel doch beim Faschonamen, wenn sie bspw. erwiesen kompetente Russlandreporterinnen wie Krone-Schmalz bei von der gleichgeschalteten Vorgabe nachdenklich und sachlich abweichenden Darstellungen mit konzertierten Shitstorms, rufmörderischen Lügen (sie sei keine Expertin, sondern Advokatin „des verbrecherischen Putin-Regimes“) und existenzschädigendem Absagedruck auf ihre Vortragsveranstaltenden zu Leibe rücken; oder wenn sie den wegen Verbreitens „mit der russischen Propaganda übereinstimmender Narrative“ vom Kiewer Regime auf eine Terrorliste gesetzten SPD-Fraktionschef Mützenich dafür noch anpissen, dass er die Fascho-Praxis des sog. Desinformationsbekämpfungszentrums „aufgebauscht“ (so der Spiegel) und „Terrorliste“ genannt hat – außerdem lebt er ja noch (so der Gangsterboss im Krimi) bzw. wird gar nicht gegen ihn ermittelt (so das ukrain.Außenministerium); wenn sie als Innensenator in Hamburg eine rassistische Brechmittelfolter einführen, als Bürgermeister die Polizeigewalt bei den G-20-Protesten leugnend rechtfertigen („hat es nicht gegeben“), als Finanzminister dem VVN-BdA (Bund der Antifaschist/innen) die Gemeinnützigkeit aberkennen; wenn sie als Außenministerin die Ukruinierung Russlands als Kriegsziel ausrufen und in herrenrassistischer Majestät erwarten, „dass die afrikanischen Staaten […nun gefälligst] zum Schutz des Friedens in Europa Farbe bekennen“; wenn ihre medienwirksamen Stichwortgebenden und gesinnungsdiktatorischen Fußtruppen jegliche fundierte Dissidenz totschweigend niederhalten -ob in den Redaktionen und Berichten oder auch auf scheinbar linken Demos- und nötigenfalls mit aller Staatsgewalt neutralisieren.[57]
____Der Weg dorthin war lang bereitet, seit Kohls geistig-moralischer Wende mit ihrer neustolzen Remilitarisierungsbitburgerei über Neonazionalisierungsschübe der 90er und Partydeutschtumswellen der 00er bis hin zu den antimuslimisch-rassistischen Wogen der 10er Jahre. Die Grünpartei ist immer mitgeschwommen und hat alles ihrer transatlantischen Stromlinie Nützliche dabei mitgenommen, Balläste wie Basisdemokratie oder Pazifismus nebenbei entsorgend. Der Kiewer Maidan 2014 war ihr ureigener Outing Space bereits ganz im Sinn eines völkerrechtswidrig kriegstreibenden Putin-Kollegen, der 2003 verkündete: „Wenn es um unsere Sicherheit geht, brauchen wir [für eine Invasion] keine Erlaubnis von irgendjemandem, auch eine Zustimmung des UN-Sicherheitsrates nicht.“ Die russischsprachigen Ukrainer/innen wurden seit 2014 komplett aus der Wahrnehmung als -am End‘ gar vollwertige- ukrainische Staatsbürger/innen getilgt, um den neoliberal-faschistischen Triumph in Kiew sowie deren Krieg gegen insbsd. die renitente Bevölkerung im Donbass genießbar zu machen. Mittlerweile sind wir bei der völkisch-eliminatorischen Feindstamm-Definition der „Prorussen“ angelangt. Auch die abgehalfterte Linkspartei hat sich zum entscheidenden Teil auf Nato-Kuschelkurs und heim zurück ins Reich politischer Kriegseinigkeit begeben und versucht mit Demos unter falscher Flagge (für „Umverteilen“ mit Erwähnungsverbot des Kriegskurses samt Rüstungsgeldern und Santionen als zentraler Ursache der inflationären Nöte) soziales Protestpotenzial zu assimilieren[58] und sich mit internen Säuberungen und externen Einreihungen in den Desinformationschoral der polit-medialen Blase zur späteren Verwendung bei der Führung anzuschleimen – nur will die niemand an den Fleischtöpfen so richtig zurücknehmen, noch nichtmal für lau. Und im Zuge der sog. „antideutschen“ Leichenfledderei ist auch die post-autonome Antifa allzuoft keine sichere Bank mehr für tatsächlich antifaschistische Ausrichtung, wo es in deutschen Schulbüchern ohnehin schon heißt, Faschismus hätte es da nie gegeben, nur Nationalsozialismus. Das neoliberal-faschistische „Narrativ“ zur russischen Invasion der Ukraine hat ebenfalls bereits die Unterrichtsmaterialien erobert, wie das gleich zur Zeitenwende von ukrainischen Funktionär/innen in D-land eingefordert wurde: Bitte sehr, bitte gleich.[59] Ein ganzes Heer ist entstanden von gut bis gar nicht bezahlten Relotius-Bogeniussen, die sich und ihren karrieristischen Leitsternen die politische Welt ohne fundierte Ahnung, aber mit umso mehr bombastischer Meinung zurechtlügen, wie’s ihnen in den eigenen Aufstiegsplan passt.
„Keiner will doch gesagt bekommen, dass die Realität anders ist, als man sie sich selbst vorstellt. Keiner will was Neues lesen. Die Leute wollen lesen, was sie eh schon wissen. Die Leute suchen doch in einem Text überhaupt nicht nach der Wahrheit, sie suchen nach Bestätigung. Du kaufst dir doch kein Magazin, das dir sagt, wie ahnungslos du bist, wie ignorant, wie blöde. Nein, du kaufst dir ein Magazin, das dir die Welt zeigt, wie du glaubst, dass sie ist.“ (So Bogenius in der Relotius-Verfilmung von M.Herbig)
Sprachregelbasiert regiert in diesem kanzleramtlichen „Keine Erkenntnisse“-Schlamassel der neoliberal-faschistische Block in Kiew, Berlin, Rom, gebiert sich aus seinem armseligen „Narrativ“ alternativer Fakten eine ganz eigene Wahrheit – und hat dabei in Politik-, Medien- und Kulturbetrieb „einen neuen Typus in Europa gezüchtet, den faschistischen Kellner. Bitte sehr bitte gleich“; den Tucholsky aber schon 1929 im dt.Zeitgeist- und Furoredichter Bronnen erkannte und in Ein besserer Herr als „faschistische[n] Pikkolo“ stellvertretend für das gesamte Gezücht porträtierte: „Die Rohheit, die Dummheit, die Blindheit dieses Autors sind beispiellos“. Und gerne mal wie alle diese Melnyks, Lobos oder Zhadans[60] von ihren Herrchen oder Frauchen als „umstritten“ geliebkost: „umstritten. Nun, wenn ein Hundewürstchen auf der Straße umstritten ist, weil es die Hunde zwar fröhlich beriechen, die Menschen aber dem Ding aus dem Wege gehen – dann ist dies [Bronnens O.S.] ein umstrittenes Werk.“
____Von A wie Abschaltung der Vernunft, Horkheimers Eclipse of Reason, worin immer noch die Möglichkeit ihrer Wiedereinschaltung (nach der emanzipatorischen Überwindung der nur noch herrschaftsstabilisierend beliebig phrasierenden „instrumentellen Vernunft“ nämlich) enthalten war, bis Z wie ihrer finalen Zerstörung, die im 3.Anlauf mit Weltkrieg, Atomverseuchung und Klimakollaps nicht anders als global und total ausfallen kann, kommt der lange Weg des Deutschen zu sich selbst endlich ans erlösende Ziel weltenweit beglaubigter Wiedergutwerdung – perfekt versinnbildlicht im letzten grünen Außenminister Joschka „mit Verlaub Sie sind ein Arschloch“ Fischer. In dessen Schuhen gemeinsam auf den Schultern der großen Kollegin Albright stehend (das war die, die 1996 auf die Frage mit den 500000 infolge der US-Sanktionen gestorbenen irakischen Kindern „Wir meinen, dass sie den Preis wert sind“ antwortete), sieht sich die letzte grüne Außenministerin, eine ertappte Plagiatorin und Hochstaplerin, wie dermaleinst Napoleon, der Veilchenoffizier (bloß noch in „feministisch“) kurz vor einem besiegten Russland, das schon damals von der Landkarte getilgt gehört hätte. Wer das Ideal dieser Leute von heute „kennenlernen will“, schrieb Tucholsky 1925 in Rudolf Herzog, ein deutscher Mann dazu, „lese Arnolt Bronnen, jenen Rudolf Herzog II.; alle Spießer sind verhinderte Napoleons – wir haben ja im Krieg schaudernd erlebt, was herauskommt, wenn sie einmal dürfen… Wie sieht nun das Idealbild des[…] Mittelstandes von heute aus –? Wie ein Reserveoffizier.“ Im Folgejahr 1930 konnte, im selbigen -wahrhaft historischen- antifaschistischen Kampf- und Kulturmagazin „Weltbühne“, Axel Eggebrecht nur noch resignierend die Stimmungslage so konstatieren: „Es ist vorbei. Man legt die Hände in den Schoß und wartet auf Hitler.“ So haben sich die Deutschen selbst entmündigt und dazu verdammt, alle ihre dehumanisierenden Dummheiten im Vorfeld des I. und des II.Weltkriegs (und in deren hoffnungslos misslungenen Nachbereitungsphasen) ein 3.Mal drehbuchmäßig durchzuexerzieren. Diese massenmörderisch gewaltige Farce der weltkriegsvorbereitenden Monopolisierung einer geschichtsklitternden und realitätsfälschenden Feindbildproduktion erhebt das trumpistisch-willkürliche Narrativ einer neoliberal-faschistischen Clique ohne den geringsten wissenschaftlichen Wert in den Rang einer allgemein gültigen Wahrheit, an dessen deutschem Wesen die Welt nun zum 3.Mal gefälligst zu genesen hat, indem zunächst der böse Russe endlich unterworfen wird. Dann kommt ggf. China dran, aber das wissen die Deutschen so richtig noch gar nicht, die sich von einem Kaiser ohne Kleider regieren lassen, dessen Erinnerungsvermögen bekanntlich kaum 20 Jahre[61] -und schon gar nicht bis ins frühe 20.Jahrhundert- zurückreicht, weil sie kleine Fische mit beschränkten Horizonten sind. Das erinnert schon stark an Jellens Goldfisch, dessen Erinnerungsvermögen nur etwa 5 Sekunden beträgt: „Wenn also ein Goldfisch in seinem Aquarium seine Runden dreht, erblickt er stets eine aufregende, neue Beste-aller-Welten-Welt. Man kann also behaupten, dass im Glücksbegriff des bürgerlichen Individualismus, also in dem, was der Leser des Süddeutsche-Zeitung-Magazins sein eigen dünkt, immer auch ein Goldfisch mitschwimmt“ – und wäre zum Lachen, wenn es nicht so todtraurig wäre.
____Transatlantisch herrscht mehr Weitblick im Strategischen und die verbrecherische Macht doppelter Standards, zurechtgebogener Fakten, ggf. glatter Lügen und militärischer Gewalt wird achselzuckend locker genommen, solange sie dem eigenen Verein bloß nützt. So haben die USA allein seit 1991 nach den konservativ ermittelten Daten ihres offiziellen Congressional Research Service (sowas wie der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags) lässig mindestens 251 militärische Interventionen durchgeführt, also im Schnitt 8 pro Jahr. Der Bericht erfasst lediglich vom Kongress abgesegnete Einsätze und auch keine verdeckten Sondereinsätze, CIA-Operationen, Putschversuche oder Inlandseinsätze, allerdings die völkerrechtswidrigen Einmärsche z.B. in Irak oder Jugoslawien. Natürlich nennt er darin enthaltene Kriegsverbrechen (wie die zivilen „Kollateralschäden“ des Nato-Bombardements auf Jugoslawien, das nur zu 5% militärische Ziele traf) auch nicht beim Klarnamen.[62] Es gebe aber kein gleiches Recht auf Unrechtsbegehung, sekundierte gleich zur Zeitenwende in D-land ein Völkerrechtsgelehrter, dem aufgefallen war, dass nach objektivem Stand der neueren Geschichte völkerrechtswidrig verbrecherischer und unsanktionierter Invasionen genau die willkürliche Ungerechtigkeit dieses unterschiedlich angelegten Maßes ein argumentativer und justizmoralischer Schwachpunkt würde, wenn einmal ein Nichtwestlicher das Gleiche -im Übrigen auch mit durchaus deutlich weniger Toten- tut. Seither wurde historisch umgelogen, dass sich die Balken in den Augen dieser Brüder nur so bogen. Lasst sie damit nicht schon wieder durchkommen! No pasaran!
____“Als der Krieg aus war, kam der Soldat nach Hause. Aber er hatte kein Brot. Da sah er einen, der hatte Brot. Den schlug er tot. / Du darfst doch keinen totschlagen, sagte der Richter. / Warum nicht, fragte der Soldat.“ Am 20.November vor 75 Jahren ist 26jährig Wolfgang Borchert an einer aus dem Kriegsdienst mitgeschleppten Tuberkulose gestorben. 1940, schon mit 20, geriet der Hamburger Buchhändler, Schauspieler und Dichter mit den Nazis aneinander, wurde von der Gestapo festgenommen und 1941 an die Ostfront geschickt, wo er noch 2x als Regimekritiker und Wehrkraftzersetzer zu Haftstrafen verurteilt wurde. Mit seiner Einheit ergab er sich 1945 bei Frankfurt den Befreiern ohne Widerstand. Kurz vor seinem
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 4d
Tod hat er noch eines der wuchtigsten Antikriegsmanifeste ever verfasst und uns zur Mahnung und Stärkung einer unbeugsamen Haltung sturer Kriegsdienstverweigerung hinterlassen, die auch schon die offen NEIN! bekundende Verweigerung des Mitmachens bei der neuerlichen Weltkriegsvorbereitung im D-land des kunterampelbunt angestrichenen neualtimperialistischen Herrenrassen-Narrativs enthält. In Borcherts Sinn auch 75 Jahre später weitermachen: Zersetzt den mobilmachenden Weltkrieger/innen die Wehrkraft, bevor es zu spät ist! Wendet Kriegsmüdigkeit in Widerstand gegen den kolonialherrlichen Feuchttraum neoliberal-faschistischer Weltregierung. Lasst euch von den Hirnwaschvollautomaten nicht mit ihrem verlogenem Geschwurbel einseifen, das ihre Kriege zu Frieden umfälscht, ihre Auto- zu Demokratien, ihr Unrecht zu Recht, ihre Massenmorde zu Befreiungen, ihren Imperialismus zu Zivilisation, ihre Welt- und Menschenschinderei zu Fortschritt und Entwicklung, ihr elitäres Zerstörungswerk aus niederster Profitgier zum Universalismus höherer Menschenrechte. Jagt eure eigenen Kaiser und Regierenden vom Hof, sagt NEIN!
Du. Mann an der Maschine und Mann in der / Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du / sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe / mehr machen – sondern Stahlhelme und / Maschinengewehre, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!
Du. Mädchen hinterm Ladentisch und / Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen / befehlen, du sollst Granaten füllen und / Zielfernrohre für Scharfschützengewehre / montieren, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!

Klick hier zur vollen Länge, auch als Audiodatei [Die noch fehlenden Fußnoten in den Anmerkungen werden bis Jahresende fertiggestellt und hochgeladen, jetzt ist erstmal viel Liegengebliebenes in der Agrarökologie aufzuarbeiten; Die Anmerkungen gehören organisch zum Text – und beides sollte am Besten ausgedruckt und in Portionen genossen werden.]

______________________________________________________________________ANMERKUNGEN:
[10] Es wagen sich mittlerweile schon paar mehr Leute aus der mundtoten Schockstarre, darunter tatsächlich wieder etwas zahlreicher gewordene Ostermarschierende, unterschriftensammelnde Prominente und zuvörderst die -–revolutionären–- 1.Mai-Aktiven dieses Jahres; Jetzt, wo das rotgrüngelbe Kompetenzregime mit schwarzer Zustimmung im Bundestag den Kriegseintrittsschalter irreversibel umgelegt hat und dabei immer noch baerbockig herumeiernd vertuscht und zerlügt, was im Rest der Welt (Italien z.B.) die dortigen kritischen Öffentlichkeiten längst schon wissen (und in D-land der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags auch bereits festgestellt hat, nämlich dass „man den gesicherten Bereich der Nichtkriegführung verlassen“ habe) – jetzt dürfte es zu spät sein. Wer Grün wählte, hat den Krieg gewählt wie 1999 auch und diesmal wird ein atomar eskalierender Weltkrieg draus, während substanziell sämtliche Ausgaben und Anstrengungen für die überlebenswichtige Klimawende oder dringende Sozial- und Gesundheitsverbesserungen wahlversprechenswidrig elegant eingefroren sind. Seit 28.4.22 ist D-land mit 586 zu 100 Stimmen (bei 7 enthaltenen) Kriegspartei, da können sie im Beschlusstext noch so oft den hasenhirnigen „Abwehrzauber“ (Sevim Dagdelen) unterbringen, dass damit „weder D-land noch die Nato zur Kriegspartei werden“. Solcher Realitätsverlust ist in der Tat „surreal und brandgefährlich“(S.D.) – aber ist das von einer Außenministerin anders zu erwarten, die sich mit einem Sachbuch fachliches Prestige ergaunert hat, dessen beste Stellen aus fremdem geistigen Eigentum bestehen, vorgespiegelt als Frucht eigener Denkleistung? Und einem Brechmittel-Kanzler, der bis über beide Ohren mit Korruptionsvertuschungen im Kontext des Cum-Ex-Bankenskandals nebenbeschäftigt ist?
[11] Nämlich „Neue Weltordnung, kollektives Verteidigungssystem, Kooperation und friedliches Zusammenleben“ laut IL FATTO QUOTIDIANO vom 24.3.22;
[12] Im CORRIERE DELLA SERA vom 20.4.22; siehe dazu auch Arundhati Roys legendären Chomsky-Essay; Womit der alte weise Mann aber doch arg danebenliegt, ist die unstatthafte Annahme einer Gemeinsamkeit der historischen italienischen Resistenza mit dem ukrainischen Widerstand einer heutigen Armee gegen die Invasionstruppen, nämlich „dass beide heroisch und vollkommen gerechtfertigt“ seien. Am und im Einsatz eines wohlgerüsteten und nach Befehl & Gehorsam bestens durchorganisierten Heeres ist weit weniger Heldenhaftes als gemeinhin angenommen – erst recht verglichen mit kaum gerüsteten Widerstandskämpfer/innen der frühen 40er Jahre, die sich freiwillig und eigeninitiativ kleinen Gruppen anschließen, die ihre spärlichen Waffen erstmal selbst von den Nazis erbeuten mussten. Ähnliche Parallelisierungen, wie sie vornehmlich von Leuten benutzt werden, die ansonsten mit den antifaschistischen Partisan/innen der Resistenza noch nie etwas Positives zu tun hatten, hat sich der ANPI aus gutem Grund freundlich, aber bestimmt verbeten. Siehe auch ==> https://www.anpi.it/articoli/2671/pagliarulo-sara-un-25-aprile-di-memoria-della-liberazione-e-di-impegno-per-la-pace
[13] Sanktionsgrund war Heydens frisch erschienenes Buch „Der längste Krieg in Europa seit 1945, Augenzeugenberichte aus dem Donbass“, Hamburg 2022;
[14] Der britische Staatschef, ein politischer Spät- und Seiteneinsteiger vom hochtoxischen Typus Trump, hat ganz eigene Interessen, im aktuellen Kriegsgeschehen und Nato-Gefüge den friedensverhindernden Dirty Harry zu machen (v.a. eine durch Brexit-Nachwehen und Covid-Rechtsbrüche wackelnde Machtbasis daheim, die er wie einst Thatcher mit ihrem Falklandkrieg kriegerisch zu kompensieren versucht); Das nationale Interesse Großbritanniens ist seit dem Brexit ohnehin nicht mehr an einer eigenmächtigen EU unter deutscher Führung, sondern an deren Schwächung interessiert, um mit unanfechtbarem Abstand die globale Nr.2 an der Seite der USA zu bleiben bzw. wieder zu werden. Insofern sind Johnsons Interventionen nicht mehr Teil des eher begrenzten Ukrainekriegs sonden des eher weltweiten Natokriegs gegen Russland.
[15] Die offene Verehrung des verurteilten Kriegsverbrechers und Nazi-Kollaborateurs Bandera, die permanente Herunterspielerei des maßgeblich von Neonazis bestimmten Asow-Bataillons und seiner Verbrechen sowie die ostentative Geschichtsverachtung zugunsten heiliggesprochener Faschisten ist keine Marotte eines durchgeknallten Botschafters, sondern Konsens im die Ukraine beherrschenden neoliberal-faschistischen Block bis hinauf zum Staatschef selbst, der bei seinen Video-Waffenhilfsappellen in verschiedensten Parlamenten den griechischen Auftritt am 7.4. mit Asow-Kämpfern im Bild garnierte, von deren Uniformen und Fahnen z.B. Hakenkreuze die ihnen besonders eng verbundenen griechischen Neonazis der „Goldene Morgenröte“ grüßten, Mörder des landesweit bekannten antifaschistischen Rappers Pavlos Fyssas. Auch die dt.Neonazis vom III.Weg, die regelmäßig bei Querdenk-Demos mitlaufen, brüsten sich damit, im Asow-Bataillon kämpfende Mitglieder zu haben. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn die Zahl freiwilliger Foreign Fighters mit rechtsradikalem, kriminellen, suchtkrankem oder durchgeknalltem Ego-Shooter-Hintergrund, die sich auf andere eher im Grauen operierende Söldner- und Sondereinheiten verteilen, geht sicher ins 5-stellige. Dass die zu keinem Zeitpunkt je entnazifizierte Politkaste D-lands auch und gerade in ihrer grünen Manifestation unreflektiert urtiefe Verbundenheiten mit solchen Leuten empfindet und ihre Außenpolitik davon leiten lässt, ist bei konzeptionellen Drittwegs-Schwurbler/innen keinesfalls erstaunlich. „Nein,“ meinte nun auch der Vorstandschef des dt.Rüstungsriesen und Kriegsgewinnlers Rheinmetall auf die Frage, ob ihn Baerbocks und Hofreiters schon frühe Propaganda für die Lieferung schwerer Waffen überrascht hatte, „weil die Grünen das Thema Menschenrechte schon immer stark priorisieren“, bekanntlich. Krieg ist Frieden, Rüstungsexport ist Menschenrecht, Frackinggas ist Klimaschutz, die Ukraine ist nazifrei und Deutschland ist Antifa, schon immer. Es wächst zusammen, was zusammen gehört.
[16] Es geht auf keine Kuhhaut, was sich im Netz (gleichfalls gedruckt und on air) als „Faktencheck“ so aufspielt, als ob es auch nur den Hauch einer wissenschaftlich haltbaren Ahnung hinter solcher noch nichtmal journalistisch gut gelungenen Tarnung politischer Meinungsmache hätte, Wikipedias Rekurse auf billige sog. Faktenchecks gerade im Dienst aktueller antirussischer Feindbildproduktion explizit eingeschlossen. Im staatsnahen Mainstream liefern Bessergestellte und ‚Besserwessis‘ mit Abi, nur gelegentlich noch brauchbar abgeschlossenem Studium (also ohne allen Grund, sich gegenüber ‚bildungsfernen Schichten‘ oder akademisch bestausgebildeten Fachwissenschaftler/innen irgendwas auf eine etwa höherrangige Informiertheit einbilden zu dürfen), da qualitativ auch nicht viel Wertigeres ab als ihre Konkurrenz vom Corona-Schwurbelstream. Die schnellgängigen Schmalspur-Lehrfilmchen aus der Abteilung ‚Staatsbürgerkundliche Zurichtung‘ mit ihrem systemtreu verklitterten Pseudobildungsbuhei auf allenfalls „embedded journalism“-Niveau können vielleicht die trumpistische Twitterlatte eines Melnyk oder einer BILD scheinbar eben noch überspringen, aber bei strengerem Draufblick den Eindruck doch nicht zerstreuen, dass sie regelmäßig auf sich innerhalb ihrer nationalbürgerlichen Peer Group nur immer selbst referenzierende Dünn- und Desinformation hinauslaufen. Wissen2go eben oder was –frei nach den Worten des SlowFood-International-Vorsitzenden C.Petrini anlässlich der Expo2015 in Milano— an Qualität halt so zu erwarten ist von Lebensmittel-Konzernen, die „Fleisch in Schachteln für 1,20 €“ verkloppen. Brav auswendig gelernte Staatsphrasen, wie sie in SZ und ZEIT mundgerecht vorgekaut werden; Bravo dem Streberchen, das sie am Eingebildetsten aufsagt. Und die ganze Klasse glaubt, sie hätte nun Ahnung vom Dichten oder Denken gar.
[17] Auf allen Kanälen dieselbe einheitsbreiliche Kriegseinigkeit und jede noch so winzige kritische Stimme wird mit Merz als „Teil eines russischen Netzwerks“ zum Abschuss freigegeben, falls sie überhaupt noch den Versuch wagen und relevant zu Gehör kommen sollte. Auch zu sehen darf Dissidenz nicht mehr sein: Sowjet- und überhaupt rote Arbeiterfahnen zum Befreiungstag werden ebenso verboten wie andere kriegskritische Kundgebungen etwa zum Nakba-Tag, dafür sind bekennende Naziverehrer wie der Banderist und Botschafter Melnyk gebauchpinselte Gäste, die entouriert vom vollen Wix ihrer Militär-Uniformen, blaugelben Nationalfahnen und rotgrünen Hofschranzen (Lederer & Özdemir) den rechten Triumph in der dt.Öffentlichkeit zelebrieren. Was ist in einem Land auch anderes zu erwarten, das sich seine Hauptstadt von einer Betrügerin regieren lässt, die sich mit Plagiaten ihren Doktortitel erschlichen hat; das sich einen korrupten Vergessenskanzler leistet, der seinen „Tag der Befreiung“ auch ohne „vom Faschismus“ oder den Löwenanteil der Sowjetunion an dessen Beendigung zu erwähnen, feiern kann (den Alliierten immerhin, behauptet er allerdings fälschlich, seien „wir Deutsche bis heute dankbar“) und der die dt.Schande von Versailles nun zeitenwenderisch auszugleichen anhebt durch einen Weltkrieg gegen den auf Russland projizierten „Diktatfrieden“, den Putin in Scholzens Sicht anstrebt; das genau diesen anmaßenden weltleitkultürlichen Sonderweg kriegsvorbereitender Manipulationsrhetorik, kulturbemäntelter Rassismen und glatter Geschichtsfälschung gegen „das Niedrige“ in den 1910ern und 1930ern bereits 2x so kriegsheldenblind beschritten hat? Im Kanzlerwort geht es um nicht weniger als die hohe finale Wiedergutwerdung des Deutschen und die Auslöschung historischer Schanden aus den Erinnerungen – und die hießen in D’land noch nie Gaskrieg, Materialschlacht, Massenvernichtung, Dutzende Millionen Tote oder Auschwitz, sondern Versailles und Stalingrad, Niederlage und nochmals Niederlage.
[18] Die künftige Außenministerin Strack-Zimmermann steht ihrem FDP-Kollegen und finanzministeriellem Zeitenwender Lindner im Tatsachenverdrehen auf ihrem Gebiet in nichts nach, wo sie wahrheitswidrig bereits russischen Truppen den Beginn des Kriegs im Donbass zugeschrieben hat. Neuerdings ist sie auch –ganz freidemokratisch– für Glaubenspolitisches i.e.S. Expertin und übt sich in der nationalstolzen „Wir sind Papst“-BILD in Exkommunikationsrhetorik gegen einen Papst, der nicht mehr BILD ist: „Gott schaut fassungslos auf die Erde, während die Menschen in der Ukraine sterben.“ Ein Schriftsteller und Experte für „Russische Seele“ meint, dass bei alten Menschen der „Pazifismus über die Logik“ siege und denkt bei Letzterer an Typen wie Hofreiter, nach dessen Logik jetzt besonders schnell schwere Waffen geliefert werden müssten, denn „je näher Putin einem Sieg kommt, desto größer ist die Gefahr, dass sich der Krieg ausweitet [und] wir in einen de facto Weltkrieg rutschen“ – bei solchen nur wenige Jahre jüngeren Alten siegt über diese ihre verschwurbelt bellizistische Legitimationslogik schon der erste nationale Fahnenappell knapp über Baumschulniveau. Und Esken, die sich ganz gern mal im aufgesteckten Nimbus einer Antifaschistin schmeicheln lässt, trifft sich zu vertraulichen Gesprächen inklusive Selfies „angenehm und zugewandt“ mit dem Faschoverehrer im blaugelben Botschafterkostüm. „Die Deutschen sind doof“, weiß jeder Philosoph. Vereinigt waren sie’s schon doppelt. Als Ampel sind sie’s trippel.
[*] Kompetente Hintergrundinformationen auf wissenschaftskompatiblen Niveau bietet –auch mitten im deutschen Kriegshetzesturm unverbogen– nach wie vor das gleichnamige Nachrichtenmagazin ==> https://www.hintergrund.de/ <== Tip: ausgedruckt lesen, da kapiert der Kopf besser! | Wer tatsächlich mal belastbare fachliche Insider-Infos von neutraler und geheimdienstlicher Seite sucht, findet sie in Artikeln und Interviews des ehem. Obersts der Schweizer Armee Jacques Baud, z.B. auf den ersten 9 Seiten dieser Zeitschrift ==> https://zeitgeschehen-im-fokus.ch/files/archiv-de/2022/04/04-15032022-web.pdf <== oder der kritischen Website "NachDenkSeiten" hier ==> https://www.nachdenkseiten.de/?p=83221 <== | Und wer Quellen aus erster Hand hören will, schaltet am 13.5. um 18 Uhr live zu einer Antikriegsveranstaltung, in der z.B. der italienische Publizist Alberto Fazolo über die Friedensbewegung in seinem Land und über faschistische Umtriebe in der Ukraine informiert oder David Cacchione von der italienischen Kultband Banda Bassotti über die aktuelle Lage im Donbass berichtet, von wo er grade zurückgekehrt ist ==> https://www.jungewelt.de/artikel/425271.veranstaltung-der-krieg-soll-verflucht-sein.html <== Auch die Rede Putins zum 77.Tag des Sieges über den Faschismus im --korrekt übersetzten-- Original zu kennen, ist so schlecht nicht und als Gegenlesung zu Brechmittel-Olafs Befreiungsverfälschung vom Tag zuvor sogar unerlässlich ==> https://www.jungewelt.de/artikel/426240.rede-wladimir-putins-am-9-mai-2022-in-moskau.html <== | Last not least vom antifaschistischen Standpunkt aus eine geschichtsfaktengesättigte Erhellung zum Maidan 2014 ==> https://wolfwetzel.de/index.php/2014/04/14/euro-maidan-das-laute-schweigen-des-antifaschismus/ <==
[19] Zu den aufrufenden Basisgewerkschaften bzw. Arbeiterselbstorganisationen (USB, AL Cobas) von 4 Wochen zuvor sind inzwischen weitere (CUB, SGB, USI-CIT, Cobas, SI Cobas) hinzugekommen, die zentralistisch-etablierten CGIL, CSIL und UIL halten da allerdings weiterhin brav still und damit der Regierung noch die Stange. Allerdings schließen sich vermehrt zivilgesellschaftliche Verbände wie Demokratische Jurist/innen, Humanistische Front oder die pazifistischen Gruppen Down with the War, Antimilitarist Assembly, PeaceLink Network der Streikbewegung an. Für 10.Juni hat der Verbraucher/innenverband Assoutenti zu einem landesweiten „Protest der leeren Töpfe“ gegen die durch Kriegslasten und Spekulationen auch mit Lebensmitteln noch angeheizten Preiserhöhungen aufgerufen. „Mehr als ein Viertel der Familien befindet sich bereits in ernsthaften Schwierigkeiten“, so dessen Präsident F.Truzzi.
[20] Für alle, die tatsächlich mal Antifa praktiziert haben (also noch mit revolutionärer Perspektive massiv unterwegs gewesen sind und nicht in diesen von Staat, Kapital oder kopierfähig modeschicken Neonazis vereinnahmten und verbreiteten Verunstaltungen) und Antifaschist/innen auch geblieben sind, ist es unerträglich, wie sich rotgrünlinksliberale Staatstreue, Systempfosten, Kriegshetzer, Faschokuschler, Natokriecher und antirussische Rassisten (/innen auch) ihren Nazibataillons-Support einer faktischen Nichtdemokratie durch Realitätsverweigerung zu irgendwas mit Antifa umlügen und nun als Wiedergänger/innen der Faschismus und Rassismus dermaßen BRD-80er-typisch leugnenden spießbürgerlichen Borniertheit widerstandslos auftrumpfen; es ist aber alles andere als überraschend, dass die militarisierte Bourgeoisie neureicher Aufsteiger/innen gerade im rotgrünen Covergirl-Kleid so schrill wie dumm zu ihrem faschismusdreinulligen Ausdruck kommt, der weder Parteien noch Nazis mehr kennt, sondern nur noch die Ukruinierung Russlands in der Reihe KWZwo, GröFaZ, Gagroko – die Ganz Große Koalition von der SPD-Esken, die sich ohne rot zu werden nicht entblödet, Putin als Faschisten zu bezeichnen; über die nächste Außenministerin FDP-Strackzimmermann, die systematische antirussische Feindbildproduktion anordnet; bis hin zum CDU-Merz, der schonmal einen Rüste- und Kriegs-Soli zur steuerlichen Integration des noch etwas störrischen Stimmviehs in die neue Wehrmächtigkeit mit Kurs auf den Weltkrieg fordert.
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 3g
[21] „Ich bin Ukrainerin“, hat die in D-land lebende Schriftstellerin Marija Hirt (bezeichnenderweise unter Pseudonym –„Noch will ich nicht glauben, dass ich oder meine deutsche Familie Nachteile hätten, wenn dort kein Pseudonym stünde. Aber ich habe Angehörige in der Ukraine. Und die sind allem ausgesetzt, was noch kommen mag. Da bleibe ich lieber vorsichtig“–, Name bekannt und von der Redaktion geändert) schon Ende März im FREITAG bekannt, „und kann kein Blau-Gelb mehr sehen… Es wurden massenhaft Waffen in Umlauf gebracht. Man hat für den Kampf zahlreiche Häftlinge freigelassen, auch Gewalttäter und Mörder… Laut Regierung sind ausländische Kämpfer in fünfstelliger Zahl im Land, ideologisch hochmotiviert, nicht selten rechtsradikal“ und spricht damit für eine gar nicht kleine Gruppe von Ukrainer/innen inner- und außerhalb ihres Landes, die nirgends (außer dort selbst) so total totgeschwiegen wird wie in den Staatsorganen und -medien D-lands – nämlich die aufgrund politischer oder auch sexueller Orientierung, ethnischer Drangsalierung, drohenden Wehrdiensteinzugs, korrupten Systems, wirtschaftlicher Aussichtslosigkeit oder sozialer Notlage bereits hochgradig Fluchtmotivierten, denen in D-land selbstredend keine vom Kriegskurs abweichende Meinungsäußerung erlaubt, sondern eine Rolle als unterentlohntes Frischfleisch im Schlachtwesen, in Erntesaison, Pflege, Gastronomie, Prostitution oder bei flüchtlingsaufnahmewilligen („aber keine afrikanischen“) Sugardaddies vorgeschrieben ist. In jedem Fall noch in der Ukraine bleiben allerdings bis zuletzt die hochgerüsteten Helden mit den Hakenkreuztattoos, die heute sogar von einer neuerdings geldwert bessergestellten Kebekus gefeiert werden. Hirt: „Nach dem Krieg werden diese jungen Männer traumatisiert sein und zugleich euphorisch über den ‚Sieg‘. Wer sammelt dann die Waffen wieder ein? Wer bringt die ‚Legionäre‘ unter Kontrolle? Man muss nicht ängstlich sein, um überall, wo sich diese Kräfte dann bewegen können, wilde Rache an ‚Verrätern‘ zu fürchten. Wer sollte das stoppen? Die Polizei und Justiz, die den Massenmord im Gewerkschaftshaus von Odessa nicht ahnden? Viele dieser Waffen werden in kriminelle Hände geraten. Auch darunter wird das Land noch lange leiden. Doch erst einmal ist offener Krieg. Wladimir Putin hat ihn begonnen. Für seinen Verlauf hat aber auch die ukrainische Seite eine Verantwortung, etwa für die Tragödie von Mariupol. Die Großstadt an der Küste ist ’strategisch wichtig‘. Bewohnt wird sie überwiegend von Russen, denen Kiew nicht traut. Deshalb wurde hier nach 2014 das Asow-Regiment stationiert, die rechtsradikale Folgeorganisation des militanten Flügels vom ‚Euromaidan‘ ist ja jetzt Teil der Armee. Trotzdem scheint Kiew die Stadt kaum halten zu können. Vergangene Woche sah Präsident Wolodymyr Selenskyj ‚keine militärische Lösung‘. Doch kurz darauf hieß es, Mariupol werde keinesfalls übergeben. Die Menschen aber wurden nicht gefragt, ob ihre Stadt einen Märtyrer-Endkampf führen soll. Wo seit 2014 das Verhältnis zur Regierung recht kühl war, entstehen jetzt Bilder, mit denen ebendiese im Westen heiße Emotionen mobilisiert.“ Aber ach: Die Deutschen in ihrem Weltkriegslauf hältst Du mit Differenzierungen doch niemals auf. „Es ist für mich sehr schwierig, mit deutschen Bekannten über den Krieg zu reden. Und doch sprechen mich fast alle darauf an – aus einer ziemlich einheitlichen Haltung. Menschen, die bis vor Kurzem nicht wussten, welcher Fluss durch Kiew fließt oder wo das Asowsche Meer liegt, versuchen, mich über mein Land zu belehren. Und wenn ich sage, dass der Krieg –-der sofort aufhören muss-– auch eine Vorgeschichte hat, ernte ich Erstaunen und Kopfschütteln: Ist das nicht Putin-Propaganda? Habe ich all die herzzerreißenden Bilder aus meiner Heimat nicht gesehen? Müsste nicht gerade ich es besser wissen?… Wenn Deutschland Blau-Gelb hisst, wenn man sich bei Unterlassung fast rechtfertigen muss, dann spüre ich in dieser ‚Solidarität‘ auch einen Griff nach dem Land, das trotz allem mein Land ist und dem ich das Beste wünsche.“ FREITAG 13/22 ==> https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-deutschen-wollen-den-krieg-in-der-ukraine-gewinnen
[22] Hier als Live-Stream von der „Der Krieg soll verflucht sein“-Podiumsdiskussion im Berliner Kesselhaus am 13.5. rezipiert, veranstaltet von der verfemten Tageszeitung „junge Welt“, die einzige in D noch nicht als verlängerte Pressestelle der dt. oder ukr. Kriegspartei fungierende (==> https://www.jungewelt.de/artikel/425271.veranstaltung-der-krieg-soll-verflucht-sein.html); ein ausführlicher Vortrag (andernorts) Lühr Henkens in Textform findet sich hier ==> https://www.hintergrund.de/politik/welt/der-ukraine-krieg-was-vorher-geschah/
[23] So Heyden in einem Gastbeitrag für JUNGE WELT am 25.5.22; Der in Moskau lebende und mehrfach ausgezeichnete Vor-Ort-Reporter hat schon seit 2016 Einreiseverbot in die Ukraine (ist seither dennoch weiterhin immer wieder –halt von Osten her– im Donbass gewesen). Grund des Einreiseverbots war die kritische Berichterstattung, insbsd. sein Dokumentarfilm „Lauffeuer“ (gemeinsam mit Marco Benson und Leftvision), der Februar 2015 im Berliner Moviemento Premiere hatte, von größeren Kinos sowie Fernsehanstalten in D-land jedoch boykottiert wurde. Er schildert die Brandangriffe des nazionalistischen Mobs auf ein Gewerkschaftshaus in Odessa 2014, bei denen 42 Menschen getötet wurden; die Recherchen liefern robuste Hinweise auf Organisatoren und politische Nutznießer, wodurch die Brandattacke weniger als spontaner Exzess denn als geplante Strafaktion erscheint, die sich gegen die 2014er-Bewegungen für eine Föderalisierung der Ukraine richtete (==> https://www.youtube.com/watch?v=LXRIuVNGmds&feature=emb_imp_woyt).
[24] Die ersten 11 von russischer Seite aus der Ukraine ganz korrekt als feindliche „Gefallene“ nach Rom gemeldeten italienischen ‚foreign fighters‘ waren bereits gegen Ende März bekannt, einen Monat zuvor hatte der konservative CORRIERE außerdem von insgesamt 60 in der Ukraine kämpfenden italienischen Staatsangehörigen berichtet und dass die Anti-Terror-Beamten im Palazzo Chigi von 17 Italienern im Kriegsgebiet wüssten. Die rund 60 aus Italien eingereisten Kämpfer nennt auch Moskau, allerdings als Söldner auf Kiews Seite, sowie das gewöhnlich gut informierte Italian Institute for International Political Studies in Milano ISPI. Von ukrainischer Seite gibt es dazu keine vergleichbar konkreten Zahlen. Für die Gefallenenzahlen insgesamt gilt wie immer, dass beide Seiten für sich die niedrigstmögliche Zahl errechnen (so ähnlich wie bei deutschen Covid-Sterbeziffern, Dieselabgas-Messwerten oder Arbeitslosigkeitsstatistiken), allerdings nicht immer mit gleichem Grad an Dreistigkeit im Präsentieren offenkundiger Lügen. Die neuliche Antwort der dt.Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage durch S.Dagdelen im Bundestag passt da wie Arsch auf Eimer: Über 4 an einer Ukraine-Einreise gehinderte „Extremisten“ und 29 bundespolizeilich bekannte Neonazis mit entsprechenden Reiseabsichten (ob da präventiv Reisepässe eingezogen würden, wisse man wegen Länderzuständigkeit und fehlenden Datenabgleichs nicht) hinaus gibt sie vor, „keine Erkenntnisse“ zu eigenen Staatsangehörigen in ukrainischen Kriegseinsätzen zu haben und ihr seien auch seitens der extra eingerichteten Europol-Taskforce dazu „keine relevanten Informationen bekanntgeworden“. Andere Fragen wie z.B. ob die Ukraine überhaupt um eine Datenübermittlung zu dt.Staatsbürgern in ihrem Militär (zumeist die ‚Internationale Legion‘) ersucht wurde oder welche Rolle die ukrainische Botschaft bei deren Rekrutierung spiele, wurden „aus Gründen des Staatswohls“ erst gar nicht beantwortet. Das Anwerben für Dienste in ausländischen Streitkräften wäre ja auch illegal und sobald es sich nicht mehr um ein rein freiwilliges –also jederzeit lösbares– Verhältnis handelt, ist genau dies gegeben. Die amtlichen ukrainischen Informationen nennen a)die Botschaft als erste Anlaufstelle und betonen b), dass die Freiwilligen wie alle Soldaten behandelt würden und bindende Verträge unterschreiben. Eine eventuelle doppelte Staatsbürgerschaft wird dadurch übrigens ungültig, eigentlich. Und wer mal wissen will, wie die Rekrutierungspraxis in der Ukraine selbst abläuft, kann hier den dienstverstößigen Handy-Erlebnisbericht „Die Abenteuer des Kanonenfutters“ von Juri Mowtschan (Name bekannt und von der Redaktion geändert) abrufen, dessen bitteres Ende uns unbedingte Aufforderung ist: „Ich lasse den Text so… nachts auf meinem Handy getippt… offiziell verkündet, dass wir heute abend losziehen werden… Ich schicke ihn also so, wie er ist. Ich möchte, dass meine Stimme in den Tiefen dieser Absurdität und Hölle gehört wird. Nicht der Tod selbst ist beängstigend, sondern der sinnlose und dumme Tod. Wenn ich nicht zurückkomme, hilft dieser Text vielleicht jemandem, dieses Verbrechen (und wahrscheinlich viele andere) aufzuklären. Ich möchte, dass meine Stimme gehört wird.“
[25] Berichtet von Ulrich Heyden im erwähnten „Augenzeugenberichte aus dem Donbass“-Buch 2022;
[26] Seit 16.6. schließt der Zeitenwender Pressereden auch wieder mit der ukrainischen „Sieg Heil“-Entsprechung, nämlich dem Schlachtruf der historischen Bandera-Faschisten „Slawa Ukrajini“, der insbsd. von der 1929 in Wien gegründeten Organisation Ukrainischer Nationalisten/OUN verbreitet wurde. Ihr militärischer Arm UPA wütete im 2.Weltkrieg nicht weniger massenmörderisch als die Nazitruppen in Polen und der Ukraine mit eigenen Kräften und als freiwillige SS-Divisionen gegen jüdische, polnische, russische, Roma- sowie natürlich rotarmistische und kommunistische „Untermenschen“. Schön, dass Brechmittel-Olaf an diese altbewährte Kooperation erinnert und somit daran, dass die Deutschen sich auch heute mit ihrer doppelmoralisch aufgeschäumten Menschenrechtsrhetorik („Unverschehmtheit!“) gar nicht so dicke tun brauchen. Die reale Menschenrechtslage für nichtukrainische Flüchtlinge ist in D-land weiterhin ungenügend, Racial Profiling und struktureller Rassismus gegen undeutsch Wirkende sind auf allen institutionellen Ebenen an der Tagesordnung, noch nicht einmal das offensichtliche Polizeigewaltproblem wird auch nur anerkannt (eine angesichts der BLM-Proteste mal zugesagte Studie dazu wurde mit „war nicht so gemeint“ wieder kassiert), seit 1990 sind weit über 200 „Undeutsche“ durch Polizeigewalt bei Einsätzen oder in staatlichem Gewahrsam umgekommen (==> https://doku.deathincustody.info/), der Hamburger Brechmittelfolter fielen 530 Menschen zum Opfer (über 400 davon noch nach John Achidis Tod im Dez.2001); immer erweitertere Polizeirechte, stets ungeahndete Rechtsverstöße, ständig reduzierte Demonstrationsrechte, zunehmende Repression von Überwachungsangriffen bis Körperverletzungen und glatte Manipulationen der Beweis-sicherungseinheiten bei breiter Deckung durch Politik und Justiz machen politisch aktiven Linksoppositio-nellen das Leben bedrohlich schwer (exemplarisch während und nach den G-20-Protesten in Hamburg vor 5 Jahren, die strafverfolgerisch noch immer nachwirken), ebenso finden sich die mangelnde Aktivität zur Behebung struktureller Schwerbehindertendiskriminierung sowie die systemische Schulbildungsbenach-teiligung migrantischer Kinder regelmäßig in den Berichten des UN-Menschenrechtsrats oder von Amnesty International explizit beanstandet (gerade ist in Berlin auch Fake-Dr. Giffeys Bildungssenatorin Busse als gernzitierte Kronzeugin für Sarrazins rassistisches „D-land schafft sich ab“-Buch von 2010 geoutet worden, wobei sie ihre „Wir sind arabasiert“-Alltagsrassismen mindestens bis 2018 in Gazetten wie BILD oder BZ weiter vertreten hat). Von schwach geahndeter Hasskriminalität und Alltagsdiskriminierungen, problema-tischen Rüstungsexporten oder den rund 85% auslandsaktiver deutscher Unternehmen, die selbst nach bundesamtlichem Monitoring ihren menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nicht hinreichend nachkommen, ganz zu schweigen. Die unerträgliche Heuchelei dieser Menschenrechts-, Pressefreiheits- und Rechts-staatsschwätzer/innen wird aktuell schlaglichtartig erhellt in der bevorstehenden Auslieferung des US-Kriegs-verbrechen aufdeckenden Journalisten Julian Assange von Großbritannien in eben dessen Verfolgerstaat, wo ihm 175 Jahre Isolationshaft oder Schlimmeres drohen. Die Message an alle Journalist/innen der Welt lautet, dass echte Berichterstattung und kritische Aufklärung mindestens mit lebenslangem Knast bestraft werden – und wird von der Bundesregierung ausdrücklich mitgetragen (da halten auch ihre 5 bis vor einem Jahr noch die Freilassung Assanges fordernden Mitglieder Baerbock, Habeck, Lauterbach, Özdemir und Roth ihre menschenrechts-pressefreiheitliche Rechtsstaatsklappe). Wer hingegen Menschenrecht und Pressefreiheit verteidigen wollte, würde dem Verfolgten gleich beim G7-Gipfel im heimischen Elmau als Rechtsstaat politisches Asyl anbieten. Weil nämlich, wie Sevim Dagdelen so schön sagt, „eingesperrt gehört, wer Kriegsverbrechen begeht und befiehlt. Nicht der, der sie enthüllt.“ Free Julian Assange!
[27] Susann Witt-Stahl auf der „Der Krieg soll verflucht sein“-Podiumsdiskussion[13];
[28] In Abwandlung der alten hessenfränkischen Ingenieursweisheit „Dem Inschenör is nix zu schwör“ auch: „Der Retuschörin und dem Retuschör ist keine Bildfälschung zu schwör.“ Ein gutes Beispiel ist das hochtrabende Facebookprojekt „gegen Fake-News und Desinformation“ auf seinen sozialen Plattformen. 80 „unabhängige“ Faktencheckniks prüfen Inhalte in 60 Sprachen auf Richtigkeit, d.h. Übereinstimmung mit offiziellen Quellen. „Eine Armee von Nicht-Journalisten wurde gerufen, um die Arbeit von Journalisten zu beurteilen, praktisch die gleiche Idee der Sowjets, als sie die Glavlit gründeten, jene Körperschaft mit der Aufgabe, unerwünschtes Material zu zensieren und sicherzustellen, dass sich in jedem veröffentlichten Text die Linie der Politik wiederfand“, schreibt dazu Mario di Vito am 20.5.22 bei CONTROPIANO.ORG, wo er „il fact-checking secondo Washington“ unter die Lupe genommen hat[eig. Übers.]. In Italien „weiß jeder, der Journalist ist oder auch nur irrtümlicherweise einmal an einer Redaktion vorbeigekommen ist, sehr gut, dass die offiziellen Quellen die erste und größte Quelle für Hoaxes und Cazzatone sind, die man finden kann. Zumindest in der Sowjetunion wussten das alle, was die Glavlit weit weniger ideologisch macht als diese Faktenchecker“. Ebd. berichtet zudem Sergio Cararo unter dem Titel „Die Kriegspropaganda verpasst der RAI einen Maulkorb, und nicht nur ihr“ den Stand der Dinge und Details, wie die –im freiwillig gleichgeschalteten D-land kaum vorstellbar– immer noch zu weltkriegskritische „mediale Einmischung von Wissenschaftlern oder Journalisten“ im italienischen Hauptfernsehen gestoppt und „die täglichen britischen Geheimdienstberichte, die von den Nachrichtenagenturen gläubig verbreitet werden sowie die in die ukrainischen Streitkräfte eingebetteten italienischen Korrespondenten zu alleinigen ‚Wahrheitsfabrikanten‘ gemacht werden“. Beim Ertüfteln eines rechtsförmig aussehenden Filter-Mechanismus‘ muss freilich mit Schwurbelwörtern wie „Evaluieren“, „Desinformation“ oder „Schulungsmaßnahmen“ operiert werden, damit keine/r gleich merkt, dass es bei der „Bekämpfung der Verbreitung von Fake News“ doch bloß um die Monopolisierung der regimetreuen Desinformation geht. Die geheimdienstlich-staatsmediale Kooperation hat schon Konkretes ergeben, was am 12.6. erst in Washington und danach in Brüssel abgestimmt werden soll. Auf Bidens am 10.6. in Los Angeles eher reinfällig abgehaltenem 9.Gipfel der Organisation Amerikanischer Staaten/OAS konnten die von seinem Außen-Blinken angepriesenen Investitionen „im Kampf gegen digitale Desinformation in Lateinamerika“ mit der Finanzierung eines „Netzwerks für digitale Kommunikation“ sowie „Plattformen gegen Desinformation und zur Schulung von Journalisten“ nicht begeistern. Wer wird da gleich an Kontrolle, Lenkung, weltkriegspolitical correctness, Staatsmedien oder gar Zensur denken? Beim Abschlussfoto mit dem Gastgeber fehlte jedenfalls fast die Hälfte der Teilnehmenden.
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 3h
[29] Seit der Machtergreifung des neoliberal-faschistischen Blocks in Kiew 2014 wird –formvollendet demokratisch im bereinigten Parlament– ein autokratisches Gesetz nach dem anderen installiert wie im D-land der 30er Jahre ebenso. Bis 2015 waren bereits die kommunistische und auch sonst alle linken Parteien sowie Minderheitensprachen als offizielle verboten (neben der russischen bspw. auch die slowakische, ungarische oder die der Roma), es folgten Verschleppungen, Misshandlungen und Ermordungen ihrer und überhaupt links, antifaschistisch oder sonstwie oppositionell politisch Aktiver sowie kritischer Journalist/innen. Die Malträtierten im Donbass (und keineswegs irgendwelche Agenten aus Russland, wie das Geschichtsklitterer vom Schlag einer Strack-Zimmermann heute verkündigen im kurzbeinigen Vertrauen auf das ebenso kurze Gedächtnis der Deutschen, das kaum über die Sichtkürze dieses welken Kahlschwabbels und Sportjournalisten hinausreicht, der ohne Brille nichtmal die Ergebnisse der eben berichteten Champions-League-Paarungen vom Teleprompter ablesen kann, geschweige denn Russen von Ostukrainern zu unterscheiden vermag) reagierten bekanntlich mit bewaffnetem Aufstand und der Ausrufung zweier unabhängiger Volksrepubliken, die sofort bombardiert wurden und bis heute ungesühnt 14000 großenteils zivile Todesopfer zu beklagen haben. Noch 2 Wochen vor der Zeitenwende wurde in D-land das Kiewer „Turboregime“ sogar in einer Studie der staatsnahen >>Stiftung Wissenschaft und Politik als „limitierte Demokratie“ analysiert, für deren Weiterentwicklung Star-Komiker Selenskij und seine „Diener des Volkes“ 2019 zwar mit absoluter Mehrheit ins Parlament gewählt wurden, bis heute allerdings keine Verbesserungen erzielten – im Gegenteil (==> https://www.swp-berlin.org/publikation/die-ukraine-unter-praesident-selenskyj). Sämtliche Hoffnungen, er würde die geradezu grilloistisch angekündigten Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption und Oligarchismus sowie Frieden im Donbass durch Umsetzung der Minsker Abkommen schaffen, waren inert weniger Monate im Stresstest politischer Praxis und fehlgeschätzter Kräfteverhältnisse zerstoben – sogar seine eigene Parlamentsmehrheit meuterte (gegen den diskussionslos dekretierenden Gesetzesabnickmodus, den er dem Parlament zumutete sowie gegen ständige Personalrochaden wie sie bei ausbleibenden Erfolgen typisch sind). Heute sind alle halbwegs oppositionellen Parteien links vom neoliberal-faschistischen Block verboten, freie oder gar kritische Medien gibt es nur noch online im Ausland (strana.news z.B.), wo der mörderische Geheimdienst SBU Kritikern (aufgrund ihrer windigen Gesetzte als „prorussische Kollaborateure“, „Landesverräter“ usw.) weiter nachstellt und sie festsetzen lässt (wie jüngst den demokratischen Blogger Anatolij Scharij in Spanien, dessen stark im Parlament vertretene Partei –natürlich– ebenfalls verboten wurde), wenn er –im Inland– nicht gleich eine Erschießung auf der Flucht vornimmt wie gegen das ukrainische Mitglied der Waffenstillstandsverhandlungsdelegation Denis Kireew. Ein Großteil der Fluchtbewegungen aus der Ukraine –gleichermaßen racially profiled vom ukrainischen Start- bis zum deutschen Zielort, von dem Flüchtlingshilfeaktive Einteilungen in richtige und minderberechtigte Ukrainer/innen (etwa Minderheitenangehörige oder solche ohne ukrainische Staatsbürgerschaft) berichten– stellt eine buchstäbliche Abstimmung mit den Füßen dar – gegen den rasanten Einnordungsprozess auf eine weitere „Zehntausende kostende“ Kiewer Kriegs-Ukrainität mit Bandera-Stempel, die sogar die neue Feindrasse der „Prorussen“ bereits gesetzlich definiert und zur Denunziation ausgeschrieben hat. Seit Angriffsbeginn hat der Grenzschutz 2200 Flüchtlingen im Wehrpflichtalter die –ihnen verbotene– Ausreise verwehrt, in letzter Zeit sind auch vermehrt Männerleichen in grenznahen Gewässern aufgetaucht. Aktuell wird in Kiew ein von der Selenskij-Abgeordneten Besuglaja eingebrachter Gesetzentwurf diskutiert, wonach „Offiziere Soldaten töten dürfen, wenn diese ihre Befehle nicht befolgen oder ihre militärische Stellung und ihren Einsatzort unerlaubt verlassen“. So geht Loyalitätsherstellung im einigen Heldenvolk nach dem ukrainischen „Kutschma-Modell“. (Wer tiefer in diese blutige Materie eintauchen will, klickt hier zu einer Vorabveröffentlichung im am 24.6. erscheinenden GEGENSTANDPUNKT 2-22). Übrig bliebe im Siegfall das euphorisierte Nazipack mit akkurat vorbereiteten Todeslisten zur endlösenden Säuberung. Und DAFÜR lässt D-land den Weltkrieg los, bravo – doch kaum verwunderlich. Dass Selenskij da gerade von seinen dt.Partnern, die Kiew seit 2014 insbesondere von grüner Seite her stets maximal kriegshetzerisch gegen Russland angefeuert haben, nun schon impertinent mehr Waffen statt Worte einfordert, ist nachvollziehbar. Wenn er den ungewinnbaren Krieg jedoch nochmal mit Verhandlungen zu beenden versucht, endet er wie Kireew.
[30] Zit.n. jW-Bericht vom 8.6.22 zur Pressekonferenz von Innenministerin Faeser und Vfs-Bundesamtpräsi Haldenwang anlässlich des 2021er Jahresberichts; zur verfassungsrechtlichen Lage wurde 2005 höchstrichterlich festgestellt, dass die Nennung einer Zeitung im Vfs-Bericht eine „mittelbar belastende negative Sanktion“ und somit einen klaren Eingriff in die Pressefreiheit darstellt, der nicht einfach durch kritische Inhalte oder Änderungsforderungen zur FDGO, sondern nur das „konkrete Gefahrenpotenzial“ begründbar ist (==> https://www.sueddeutsche.de/medien/junge-welt-verfassungsschutz-1.5296592); ausführlich zur Vorgeschichte der aktuellen Klage der jW gegen die Nennung im Vfs-Bericht ==> https://www.jungewelt.de/keinmarxistillegal/de/article/402169.doppelte-standards.html
[31] Gerade der SPD samt Vorläufer ADV ist spätestens seit den 1860ern der antirussische Rassismus zum Essential geworden. Wilhelm Liebknecht v.a. glänzte durch Visionen wie „Mit unserer Befreiung sind wir nicht am Ziel, es bleibt uns noch eine blutige Arbeit zu verrichten und eine heilige Pflicht zu erfüllen: die Zertrümmerung Russlands, die Wiederherstellung Polens“ auf dem Nürnberger Arbeitertag 1868 oder Artikeln wie „Zur orientalischen Frage oder Soll Europa kosakisch werden?“ mit seiner Hetze gegen die „halbbarbarische Macht“ und den „räuberischsten, grausamsten, heuchlerichsten aller Raubstaaten“ 1877/78. Vom bestens mit Kaiser und Regierung vernetzten Reeder Ballin ist die erstaunte Frage nach dem Sinn der „überstürzten“ und sachlich unnötigen Kriegserklärung an den Zaren am 1.8.1914 und v.a. die Antwort des damaligen Kanzlers Bethmann-Hollweg überliefert: „Sonst kriege ich die Sozialdemokraten nicht mit“ bei ihrer Zustimmung zu den Kriegskrediten. Auf dem antirussischen Ticket konnte sich die SPD freudig in den bildungsbürgerlich-völkischen Mainstream einreihen, der die Russen schon im ganzen 18.Jahrhundert irreversibel als „sehr unwissendes und so übel geartetes Volk“ festgeschrieben hatte, dass Gott „uns vor solchen gnädig bewahren möchte“(1724). So verbrämt ließ sich mit Hurra! und Am deutschen Wesen soll die Welt genesen! trotz völliger Verkennung gegebener Realitäten trefflich in den Krieg ziehen (und nach der Niederlage ebenso trefflich die revolutionäre Arbeiterbewegung niederschießen). Für den Weg zum 2.Weltkrieg hat dieses absonderlich deutsche Zusammenspiel realitätsverlustiger Kriegsrhetorik, die als Notwehr ungerecht bestrafter ehrbarer Friedens-, Kultur- und Bessermenschen im antirussischen Kampf gegen eine jüdisch-bolschewistische Bedrohung Europas gepredigt und wider besseres Wissen unter beschönigender Verdrängung ihrer tatsächlichen Barbarei durch die lügend gläubige Volksgemeinschaft bis zum totalen Krieg mitgetragen wird, insbsd. Sebastian Haffners „Germany: Jekyll & Hyde“ (London 1940, eine dt.Ausgabe erschien erst 1966 mit dem Untertitel „1939 – Deutschland von innen betrachtet“) auf bestürzend klare und triftige Weise beschrieben. Über einen Klick hier bietet Orientalismus.Info einen geschichtswissenschaftlichen Intensivkurs zum Thema Deutscher Orient: Russland als kolonialherrliche Projektionsfläche im Zeitenwandel (-Kulturelle Vorgeschichten: Orientalismus des aufgeklärten Abendlands in verschiedenen nationalen Prägungen / -Realgeschichtliche Ost-Erweiterungen auf Deutsch: Kolonisationen, ‚Befreiungs‘- und Eroberungskriege / -Der Feldzug gegen die ‚Asiatische Despotie‘ und seine passend gemachten Feindbilder um Zaren und Barbaren / -Die dritte Weltkriegsvorbereitung der Deutschen als rassistische Revanche gegen den Ewigen Russen).
[32] Das Zitat stammt vom eindreiviertelmaligen Bundeskanzl Schröder und meinte die politisch hochgejazzte Rolle des weit über Botschafterkompetenzen hinaustretenden Aufbläsers und Twitterhelden Melnyk; Der einmalige Bundespräsi Gauck, schon zu Amtszeiten Kriegstreiber und Hetzer gegen alles Linke, hat kürzlich stölzlich zugegeben, „damals in der DDR die Losung ‚Schwerter zu Pflugscharen‘ [bloß] aus taktischen Gründen mitgetragen“ zu haben, also über Jahrzehnte hinweg als Pastor und Kirchenfunktionär seine friedensbewegten „Schwerter zu Pflug“-Scharen getäuscht und belogen zu haben (falls das nicht ein geheimer Konsens in dieser ganzen christlichen Bewegung war); Der neuste große Coup aus der Lügen- und Fälscherfabrik kam am 13.6. von der TAGESSCHAU – und wer wirklich was von Desinformation verstehen will, macht sich schlau: „Die Tagesschau berichtet falsch. Erzählen Sie uns etwas Neues, mögen Sie jetzt sagen. Stimmt. Falschberichterstattung, Weglassen, Fehldeutungen, dafür kennen wir die Tagesschau seit Jahren. Aber lesen Sie erst einmal weiter. Es ist wichtig. Denn was diese Woche lief, war ein Musterbeispiel an Desinformation.“ Weiter, wo? Hier ==>https://www.hintergrund.de/medien/ein-fehler-und-seine-korrektur
[33] Noch im Oktober 2021 wurde in Hamburg ein zum 20jährigen Todestag eingebrachter entsprechender Wiedergutmachungsantrag der Linken von allen anderen Fraktionen incl. der Grünen glatt abgelehnt. Ähnlich wie von der Leyen in Indien hat Scholz in Südafrika versucht, den verstockten Widerspenstigen dort die weiße Außenpolitik zur Ukruinierung Russlands zu verabreichen und dabei keine gute Figur gemacht. Der höflichen Pressekonferenzformulierung des Gastgebers Ramaphosa, Scholz könne die Gründe jener Länder verstehen, die sich im März bei der UN-Resolution zur Verurteilung von Russlands Invasion der Ukraine enthalten oder mit Moskau gestimmt hätten (darunter Südafrika), entgegnete der heute als Staatsmann verkleidete Brechmittel-Olaf, der nichts als seine eigene Blasenwelt versteht, zischend: „Das kann ich nicht akzeptieren und das ist auch nicht hinnehmbar. Das ist ein Angriffskrieg. Das muss auch jedem klar sein, der diese Situation bewertet.“ Ramaphosa sieht das alles –wie 3/4 der Welt– viel globaler, weitreichender und außenstehender; abseits des eurozentrischen, mittlerweile hysterisch enggeführten Tunnels unüberzeugender und als Lügen erkennbarer Textbausteine, in dem die Herrschenden der Erde auf absteigendem Ast dem Weltkrieg zurasen, wird ihm das Ganze deutlicher als ein komplexerer Konflikt und „es sollte einen Dialog geben – das ist der einzige Weg, den Südafrika sieht,“ ihn zu beenden. Unter Sanktionen leiden hingegen „selbst jene Länder, die Zuschauer oder gar nicht Teil des Konflikts sind“. Wie Indonesien (als diesjähriger G-20-Vorsitz) ist auch Südafrika neben Indien, Senegal und Argentinien (als Russland-Sanktionsverweigerer) zu einem weiteren Korrekturversuch als Kibitz beim G-7-Gipfel in Elmau vom 26.-28.Juni eingeladen. Ab Freitag gibt es in Garmisch-Partenkirchen ein Protestcamp, Sonntag eine Demo vor Ort, Montag den Sternmarsch zum Schloss Elmau (hier werden hauptsächlich Aktivist/innen aus dem globalen Süden zu Wort kommen) und etliche weitere Demos und Aktionen in München und bayrischem Oberland unter der Zielvorgabe, „die G7 zu delegitimieren“. ==> https://www.stop-g7-elmau.info/
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Fußnote 34
[34] Der regimetreue Thinktank ECFR (European Council on Foreign Relations, 2007 von prominenten Befürwortern einer stärkeren Rolle der EU in der Weltpolitik mit Hauptsitz in Berlin gegründet) hat nach 100 Kriegstagen eine ausführliche Umfrage und Analyse der Kriegsstimmung in Europas Bevölkerung vorgelegt. Sie ist zwar tendenziös, was schon ihr Titel erfreulich offen aussagt („Pace contro giustizia“, was dem Friedens- kein Kriegs-, sondern ein Gerechtigkeitslager gegenüberstellt), so dass die als „indecisi“ und v.a. „altro“ katalogisierten 32-58% der Befragten zum Großteil eher dem Friedenslager zuzuschlagen wären; allerdings taugt die Studie für relative Ländervergleiche, weil ja alle dieselben Fragen gestellt bekamen. Manche Balken addieren sich aus Rundungsgründen nicht exakt auf 100%. Grafik entnommen aus MANIFESTO vom 16.6.2022;
[35] Das Zitat stammt von der gern verteufelten Hamas-Regierung im Gaza-Strip, dessen Innenministerium nach dem Fund der Leiche des Entführten (6 Std. vor Ablauf des Ultimatums) verlauten ließ, die Kidnapper hätten die Ermordung Arrigonis von Anfang an geplant, ein Gefangenenaustausch sei nie beabsichtigt gewesen. Bei jenen salafistisch maskierten Söldnerbanden handelt es sich im Groben um dieselben Lumpen, die –damals und im Prinzip bis heute– mit saudischer und westlicher Ausstattung Syrien unsicher machten.
[36] Details zur aktuellen Italienwahl im separaten Artikel hier ==> https://wwwebworks.net/2022/10/10/fascho-alarm-zeitenwende-jetzt-auch-in-italien/ – Zur 2013er-Wahl ggf. auch hier ==> https://wwwebworks.net/2014/01/26/wird-die-italienische-regierung-kuenftig-wohl-von-den-deutschen-gewaehlt/ – oder dort ==> https://wwwebworks.net/2013/09/25/in-deutschland-haben-2-clowns-die-wahlen-gewonnen/
[37] So CGIL-Generalsekretär Landini vor Zehntausenden auf dem vollgepackten Piazza del Popolo. Der vor einem Jahr amtierende EU-Liebling Draghi hat schon nichts für ein ihm durchaus möglich gewesenes Verbot der aus einer (in Italien seltenen) „Corona-Demo“ heraus sturmartig die CGIL-Landeszentrale mit Stöcken und Fahnenstangen attackierenden und verwüstenden FORZA-NUOVA-Schlägertruppe getan und auch „nichts für die Verbesserung der Lage der Arbeitenden unternommen, während die Unternehmensprofite sprudelten“. Bei der neuen Regierung werde man nun nicht bittstellerisch „im Palazzo Chigi anrufen, um informiert zu werden, welche Entscheidungen fallen“, sondern den eigenen Forderungskatalog vorlegen. Das wird auch Zeit. Und wenn die Gewerkschaft und v.a. der PD selbst jetzt endlich den anderen EU-Liebling und Wahlkampfversager Letta samt seiner Luschen abräumt, um linkeren und potentiellen Wahlgewinnern wie Zingaretti die Neuaufstellung der gerupften Partei zu ermöglichen, sieht es mit dem bitter nötigen kämpferischen Antifaschismus auf breiter Front nicht mehr gar so schlecht aus. Ansonsten „beginnt der Alptraum“ Norma Rangieris von IL MANIFESTO ganz schnell wahr zu werden und lässt die bessere Hälfte Italiens „ein schreckliches Erwachen erleben“. So aber könnte sowohl das antifaschistische als auch das Antikriegslager durch Melonis Machtübernahme sogar gestärkt werden. Alberto Fazolo, antifaschistischer Aktivist, Publizist und Co-Autor von „In Donbass non si passa, la resistenza antifascista alle porte dell’Europa“/Im Donbass sind sie nicht durchgekommen, antifaschistischer Widerstand vor den Toren Europas (2018), zuvor selbst 3 Jahre an politischen und humanitären Projekten in der VR Lugansk beteiligt und dafür in Italien als „Putiniano“ gelistet, stellte dazu -erst recht für das zurückgebliebende D-land gültig- klar: „Wir müssen uns von jenen befreien, die sich Antifaschisten nennen, in Wahrheit aber in den Staat integriert sind, der die Faschisten schützt und benutzt“. Er warnt dringend davor, den italienischen Faschismus ins Reich der „Nostalgie“ zu schieben oder als „Folklore“ zu verharmlosen. Die antifaschistische Aktion sei heute mehr denn je eine notwendige Praxis: „Es ist jetzt Zeit zum Handeln.“
[38] Zum Einstand kassiert Meloni erstmal die zur Steuerhinterziehungsbekämpfung kürzlich eingeführte Bargeldabwicklungssperre von 2000 € und erhöht den Betrag, ab dem Geschäfte nachvollziehbar unbar getätigt werden müssen, auf wirtschafts- und KMU-freundliche 5-10000 €. Wie Rotgrün bedeutet auch Meloni Aufrüstung und Krieg nach außen, Repression und Sozialdemontage nach innen, Rückschritt bei der Klimarettung – nur dass sie ihrem Wahlvolk nie Gegenteiliges versprochen hat und sich daher nicht mit permanenten Ausredeproduktionen bei immer abstruseren Rechtfertigungslügen, Vernebelungen und Verzerrungen zu belasten braucht, wie sie vielleicht in D-land geglaubt werden, in Italien jedoch Intelligenz und Integrität beleidigen.
[39] Der aus dem EU-Apparat als Nachfolger Contis, dessen PD-M5S-Koalition Anfang 2021 aufgrund der karrieristisch kalkulierten Abspaltung der Renzi-Fraktion die Mehrheit verloren hatte, importierte Ex-Zentralbankchef sammelte über sein erfolgreiches Pandemie-Management zunächst viele Pluspunkte in Italien. Der Kredit in der Bevölkerung war allerdings (durch neoliberale Pauperisierungen, EU-konforme Ausverkäufe öffentlichen Eigentums, eine italienische Version von Hartz IV oder zuletzt die Aufrüstungsmilliarden bei zugleich heftiger Verarmung der Bevölkerung) rascher aufgebraucht als es seine Claqueure im EU-Establishment und deren Leitmedien wahrhaben wollten, die ihn als langersehnten und allumschmachteten Messias Italiens hinzustellen beliebten.
[40] Der Aufstieg des goldgelöffelten Faschoschlüppchens vom abschlusslos herumstudierenden und -politisierenden Unternehmersöhnchen über scheiternde Webmastereien und Brotjobs als Kellner oder Platzanweiser zum Wirtschaftsentwicklungs-, Arbeits- bzw. zuletzt Außenminister ohne irgendeine fachspezifische Qualifikation ist sowohl prototypisch für die neumodisch-baerbockigen Millennials in der Politgegenwart der EU als auch schlüsselsymbolisch zum Verständnis der Parteibewegung M5S. Gegründet und im ersten Anlauf 2013 bereits als -neuer- dritter Rund-30%-Block ins Parlament geführt wurden die Cinquestelle vom Genueser Comedien Beppe Grillo, der auch mit seinen Polit-Performances mühelos öffentliche Plätze füllte. Der Seiteneinsteiger kam zunächst klar von links und kompromisslos auf der Überholspur, fundamental gegen das korrupte Establishment aller Farben (und daher bis heute sich aller politischen Ämter enthaltend – bis auf das wohl einzigartige eines ewigen „Garanten“ seiner Partei). Mit Popularität, Verve und seiner piratenparteiähnlich computerisierten Binnendemokratie-Maschine namens Rousseau sprach der bissige Blogger (zeitweise zählte beppegrillo.it zu den 10 meistbesuchten Blogs der Welt) ein vielfältiges Protestpotenzial an, das in der Stoßrichtung gegen ein verfilztes System, kriminelle Konzerne, mafiöse Strukturen, intransparente Großprojekte und für umweltvertäglichere, dezentralere, basisbestimmte, klein- und mittelselbständige Alternativen geeint war – und auf kommunaler Ebene schon schnell Wahlen und auch Ämter gewann. Von ebendieser Seite kamen erste Stimmen, die die damalige Regierungsbildungsblockade[36] unter Verweis auf die meisten Übereinstimmungen zugunsten einer Verständigung mit Bersanis PD auflösen wollten, was Grillo -für den Mittelinks so nogo war wie Mitterechts- allerdings rigoros ablehnte. Dabei kanzelte er innerparteiliche Kontrahentinnen über die herrische Unduldsamkeit hinaus auch klar sexistisch ab. Später tauchten zudem -fremdgefilmte- Thekenvideos mit rassistischen Fettnäpfchen Grillos auf, die er nur mühsam als Satire weggrinsen konnte. Das breite Spektrum der Bewegung war so schon damals erkennbar als eine Art rechtsoffener Ampel, von der sozio- und politkulturellen Zusammensetzung her gar nicht unähnlich derjenigen der zu Pandemiezeiten in D-land mächtig aufblühenden anticoronastaatlichen Massenbewegung. Bei den 2018er Wahlen von der zweitstärksten Einzelpartei zur siegreichen avanciert, kriegten machtbesoffene rechtsoffene Nullen wie eben Di Maio Oberwasser, dem der neureiche Aufsteigertriumph unter dem damals noch wilden Lockenköpfchen und légère geknöpften Sakko nur so aus allen Löchern quoll. Dass die Ampel des III.Wegs der Vaffanculo-Sterne, die ursprünglich ihre inhaltlichen Schwerpunkte Acqua, Ambiente, Trasporti, Sviluppo, Energia (sauberes Wasser, Umweltschutz, ÖPNV, nachhaltige Entwicklung, Energiewende) symbolisierten, irgendwann auf Braun stehen würde, war längst absehbar – während deutsche Mainstreamberichte die M5S noch immer nicht begriffen hatten und stattdessen mit Labels wie populistisch, ökologisch oder sogar links hausieren gingen. Salvini, der Saubermann von der rassistischen Lega, nahm das Koalitionsangebot der 3x größeren Wahlsieger dankend an und fuhr dann nach Belieben Schlitten mit den Politamateuren, die ihre Wählerbasis dadurch rapide erodierten – bis Salvini sich übermütigerweise selber aus der Bahn schoss beim Versuch, für ihn günstige Neuwahlen zu erzwingen (der formale Anlass war übrigens eine Supportverweigerung in der No-TAV-Frage) – aber das ist wieder eine andere Geschichte.
[41] Laut dem von FORSA für RTL/ntv regelmäßig erstellten Trendbarometer (hier vom 30.8.22) finden es 87% richtig, dass westliche Regierungschefs weiterhin mit Putin sprechen. Nur 11 Prozent finden das nicht richtig und teilen somit die Position Selenskijs, der im eigenen Land Verhandlungskontakte als Straftaten verboten hat und Entsprechendes auch von seinen westlichen Finanziers erwartet. 77% sind außerdem explizit der Meinung, „dass der Westen in der jetzigen Phase konkrete Bemühungen unternehmen solle, um Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges einzuleiten“. 17% meinen, der Westen solle das derzeit nicht tun und stützen somit die Regierungsposition, die gemäß der US- und Nato-Linie Kiew offiziell die Entscheidung überlässt, wann es evtl. zu verhandeln wünscht (mit der inoffiziellen Anweisung, die seit der ersten Aprilhälfte von den Vorgesetzten verhängte Praxis der Verhandlungsverweigerung beizubehalten und gefälligst weiterzukämpfen, wofür bezahlen wir Euch denn?). Im Trendbarometer vom 2.11.22 zeigen sich insgesamt „mit der Art und Weise, wie die Bundesregierung die verschiedenen Krisen bewältigt“ 73% mindestens unzufrieden (33% unzufrieden, 14% sehr unzufrieden, 26% zunehmend wütend) und 19% davon wollen „deswegen auch etwas unternehmen“: 10% sich an Protesten beteiligen, 7% radikaler links oder rechts und 2% gar nicht wählen. 5% sind noch unentschieden, was sie unternehmen werden. Sogar SPD- und Grünwählende sind mehrheitlich unzufrieden (57 bzw. 52%).
[42] Kurt Tucholsky, „Das Felderlebnis“ in: Gesammelte Werke, Bd.3, S.262f; „Etwas Angedrehtes“ nannte meiner Erinnerung nach Adorno solche hysterisch aufgedonnerten Feldzugspathetiken deutscher Glaubenskrieger für etwelche höheren Werte gegen Ende seines Lebens einmal (damals bezogen auf die verzweifelten Schrillheiten der gesellschaftlich kaum verankert unwirksamen APO-Aktiven 1968/69).
[43] Je lauter das ostwärtige Autokratie-Geschrei, desto falscher der begleitende Demokratie-Buhei drumrum, als ob Mehrheiten oder auch verbriefte Rechte bis zum Grundgesetz in dieser allfarbigen Lobby-und-Hinterzimmer-Demokratur korrupter und verlogener Herrenhofreiter/innen irgendeine tragende Rolle spielten, falls sie sich mal allzu systemkritisch zuspitzen. Sowas kriegt stets und überall die geballte Repression bis hin zur nackten Staatsgewalt zu spüren, erst recht von Rotgrünen – wie die Gipfelknüppeleien in Hamburg oder die brutalen Räumungen von Ende-Gelände-Besetzungen oder die tage- bis wochenlangen Inhaftierungen, Schläge und Volkszornanwürfe gegen Last-Generation-Aktive all jenen deutlich demonstriert, die mal auf der widerständigen Seite der Barriere gestanden sind und sich nicht den Schneid haben ab und von dort heim ins Reich kaufen lassen, wo sie ihren Platz im legitimationsideologischen Nationalchor für geldwerte Lüg- und Lobeshymnen zum Preis der Herrschaften fanden, um deren Kakophonien von Freedom & Democracy, Rechtsstaat, Wahl-Rede-Press-Demofreiheit, Humanität und Zivilisation regurgitieren.
[44] Am Schnellsten waren so Grüne wie Notz und Habeck -oder die als Fri-fo-fu-Sprecherin hoffentlich unumkehrbar disqualifizierte Neubauer- beim verständisvollen Distanzieren mit der fadenscheinigen Demokratiedefizitbehauptung; als ob Mehrheiten etwas nützen würden (und der Baerbock ist erkärtermaßen sogar jener Teil Mehrheit schnuppe, der sie selbst gewählt hat). Dann wären statt den Weltkrieg zu riskieren nämlich die Friedensverhandlungen im russisch-ukrainischen Krieg längst wieder aufgenommen, würden Steuergelder in Klimarettungs- und Winterhilfsmaßnahmen statt Waffenexporte und Konzerngeschenke gesteckt oder der rechtsverbindliche Berliner Volksentscheid zur Sozialisierung von 240000 Wohnungen größerer Immobilienkonzerne stünde nach nun über 20 Monaten unmittelbar vor seiner Gesetzwerdung statt auf dem toten Gleis, wohin ihn die akademische Titelbetrügerin Giffey und ihr rotrotgrünes Regierungsgefolge gezielt davonrangiert haben. Ein typisches Beispiel für aufgeblasen selbstgekrönte Arbeiterversteher der Linken gibt Nick Brauns, der in der jW vom 20.10.22 unreflektiert wie der letzte BILDschmierfink seine Ressentiments gegen klimarettungsaktive Straßenblockierende abledert, von deren Anliegen er entsprechend sowieso noch nie etwas gehalten oder verstanden hat (siehe auch [46]). Der „Gemüsehändler um die Ecke“ schließlich war kein echter, sondern eine in den BRD-Leitmedien der 70er (die Springerpresse allen voran) genau für derartige Dumpfbacken erfundene und verbreitete Propagandafigur, mit der die bsd. in Berlin gar nicht so unpopuläre Bewegung 2.Juni diskreditiert werden sollte. Die aktuellen Parallelisierungsversuche gegen die Last-Generation-Bewegung als eine Art Grüne-Armee-Fraktion werden beim Abgleich mit den historischen Zeugnissen in ihrer armseligen Unsäglichkeit und Abgeklatschtheit umso klarer, O-Ton B2J zur hilfreichen Gegenlesung:
„wir sind nicht ein haufen von leuten, die nach dem motto je schlimmer, desto besser wahllos draufschlagen, wo immer wir für uns eine gelegenheit dazu sehen. wir wissen, daß wir den staat nicht aus den angeln heben, nicht kaputt machen, nicht stürzen können. wir sind keine ausgeflippten kleinbürger. jeder von uns weiß, was fabrikarbeit ist, einige haben nicht einmal hauptschulabschluß, geschweige denn studiert. unsere feinde ziehen ein gesabber ab, daß es nicht mehr auszuhalten ist, wir sitzen alle im gleichen boot, wann holen die sich den gemüsehändler um die ecke? und keiner kann sich mehr auf die straße trauen. jetzt plötzlich sind alle gleich. jetzt plötzlich wohnt nicht mehr der eine in der schlechten, aber teuren mietwohnung in kreuzberg, wedding oder sonstwo und der andere in der zehlendorfer villa. jetzt plötzlich verdient der eine nicht mehr 1000 mark im monat und der andere gibt sie an einem tag aus. die gleichheit, die im gesetz aufgeschrieben ist, ist plötzlich da, obwohl es immer noch nur 10% arbeiterkinder an den universitäten gibt (und nicht weil wir blöder sind), obwohl reiche mit ihrer kohle und ihren beziehungen weiter im ausland abtreiben und sich ein schönes leben machen, und die cdu, die weiter gegen die abtreibung ist, und die unternehmer stützt und der kleine mann weiter der angeschissene ist. wer sich wehrt, ist kriminell, terroristisch. es sind nicht etwa die schweinischen polizisten, die jugendheime zerstören, unternehmer, die, wenn’s ihnen paßt, hunderte von arbeitern auf einen schlag auf die straße setzen, richter und polizisten, die kreiselbauer schonen und automatenknacker erschießen.“ Dokumentiert auf ==> https://www.nadir.org/nadir/archiv/PolitischeStroemungen/Stadtguerilla+RAF/2_juni/2_juni_3b.html
[45] Was die Grünen längst schon hinter sich haben -die Verabschiedung von aus kollektiver Überzeugung engagiert verfolgten Inhalten zugunsten individueller Inwertsetzung des Politbetriebs für die persönliche Karriere, die auch ganz woanders weitergehen kann-, ist gerade bei der Linkspartei derzeit im nekrösen Stadium zu beobachten. Einer Wagenknecht oder Dagdelen dürfen wir die Ernsthaftigkeit ihrer Positionen und Visionen substanziell und im tatsächlichen Verfolg noch abnehmen. Der große Rest im Ober- und öfter noch dem ganzen Mittelbau sind opportunistische Auftragsjunkies, die engagiert nur noch bei Geldspritzen windiger Stiftungen und Institute werden. So die sächsische Landtagsabgeordnete, berufslose Millennia und abschlusslose Politikstudentin Jule Nagel, die gegen alles wirklich Linke ohne Argumente, aber mit viel Tamtam zu Felde zieht. Mitte August z.B. machte sie Presse (und darum geht es ja v.a.) mit einem Störerüberfall auf ein abgelegenes Leipziger Freiluftkino -in 1000jähriger Vergangenheit nicht der erste dort-, wo Oliver Stones sehenswerte „Ukraine On Fire“-Doku von 2016 auf dem Programm des mittlerweile 18. globalisierungskritischen Filmfestivals „globaLE“ zum Beschauen und anschließenden Bereden stand. Der Störtrupp unter Nagels Führung provozierte erst mit schwach argumentierten und schnell abgefrühstückten Stänkersprüchen, dann Mikrofonabgriffsversuchen und Gerangel, Schimpfworten und nazionalistischem „Slawa Ukrajini“-Gegröhle, schließlich Trommelbegleitung zum engl. O-Ton des dt. untertitelten Films sowie die triumphale Ankündigung aus dem 20köpfigen Störtrupp: „Jule wird bei der Polizei aussagen, dass […der Veranstaltungsleiter] das Mädchen geschlagen hat“. Schaden tut so einer ‚Linken‘, die mit hinterfotzigsten Mitteln eine linke Veranstaltung aufmischen will, derlei weder medial noch innerparteilich, denn auch meistens bereits an der Basis „heben sie bei zu Kaffeekränzchen verkommenen Parteiversammlungen brav ihre Hände zu jeder Personalie, die ihnen vorgesetzt wird“ und mandatieren über ihre Listen noch die rechtesten Genoss/innen, geblendet vom haupterwerblich professionellen Checkersprech der Marke jungsch, clever & smart. Bericht hier ==> https://linkezeitung.de/2022/08/22/leipzig-stoerertrupp-um-linke-landtagsabgeordnete-ueberfaellt-vorfuehrung-bei-filmfestival/
[46] Die hassgeballte „Vergasen!“-Melodie alter weißer Männer deutscher Zunge schwillt aktuell gegen die revoltierenden Jungen der Letzten Generation zum „Klimaterroristen“-Bocksgesang einer gaanz großen Koalition an, in der sich dann von Poschardt bis Brauns[44] auch unter 56 nicht nur rechte, sondern ebenso linke Journalisten in einer Reihe fest geschlossen finden, von ihren Frauen mal ganz zu schweigen (selbst Passmann muss sehr zurecht aufpassen, dass sie nicht bald so endet, wie Söllner das für sich schonmal als höchstbefürchteten Horror eigener Nazi-Werdung vorgesungen hat: „Dass i a amoal so Oana bin“ – siehe dazu Mareike Fangmanns „Erst klugscheißen, dann zurückrudern: Warum Sophie Passmanns Verhalten so problematisch ist“). Gerade orthodoxe Linke der Marke Blockhead Brauns tun sich schwer wie altkommunistische Kalkschulterköpfe mit neuen, diversen, jungen Formaten revolutionsfähigen Aufstands – das war schon seit den 70ern gegen feministisch-emanzipatorische Nebenwiderspruchs- bis hin zu Fridays for Future-Zumutungen der ersten Thunberg-Stunde so; es ist auch heute noch der Fall gegen die Letzte Generation oder ebenso gegen antirassistisch-emanzipative Black-Lives-Matters als sog. „Identitätspolitik“ – als ob nicht alle diese Befreiungskämpfe incl. des proletarischen Klassenkampfs in gelebter Praxis Identitätspolitik betrieben. Immerhin und sicherlich, die Junge Welt bemühet sich, lässt aber immer noch zu vielen Roths und Stahls und Brauns‘ zuviel als unnötige Fettnäpfe zweckentfremdete Räume, um dort wie die Allerletzten Spießer ihre abgestandenen Evergreens im bildzeitungsgemäßen Volkschor gegen Frauentagsdemonstrierende, Antira-Aktive oder „Klimaterroristen“ geifernd unsre Ressourcen zu vergeuden. Brauns‘ Zeitungsbericht[44] etwa schnöselt (vom ersten bis zum letzten Satz) von einer „sektenhaft wirkenden Klimaschutzbewegung ‚Aufstand der Letzten Generation'“, bedauert die von deren Aktionen „in Geiselhaft genommenen Autofahrer“, beschwert sich über die vermeintlich „ungewohnt höflich auftretenden Polizisten“ und schließt mit einem für jede grüne bis braune Dumpfbacke zustimmfähigen, altbekannten wie grundfalschen Lieblingseinwand gegen alle Streiks oder Aktionen, die auch mal spürbar Wirkung zeigen: „Dass die Gruppe mit ihren Protesten auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung zur Diskreditierung der Klimabewegung insgesamt beiträgt, dürften die Regierenden durchaus mit Sympathie registrieren.“
[47] Die DDR hat im halben Jahrhundert ihres Bestehens immerhin erreicht, dass in dieser Zeit kein Krieg oder gar Weltkrieg mehr von dt.Boden ausgegangen ist und durch einen -staatlich institutionalisiert- funktionierenden Antifaschismus wenigstens in diesem Teil D-lands -ganz i.Ggs. zur BRD- auch keine Nazis und Neonazis mehr entscheidend am Wiederaufbau beteiligt bzw. in staatlichen Strukturen überhaupt hochgekommen sind, wodurch sie vom NS-Nachfolgestaat prompt als Antifaschismus verordnender Unrechtsstaat bespöttelt wurde; als ob nicht gerade die westzonige Denazifizerung von oben verordnet worden wäre – und noch dazu sehenden Auges substanziell aufs Grandioseste erfolglos blieb. Im historischen Rückspiegel wird die gesalbte Lügenrhetorik von „Autokratie versus Menschenrechte“ gedächtniskurzer Deutscher 2022 nur noch deutlicher.
[48] Ein trittbrettgefahrener Reinfall mit nur wenigen 1000 Teilnehmenden war hingegen die gleichzeitig in Milano und ebenfalls als „Manifestazione per la pace“ ausgeflaggte „Slava Ukraini“-Demo des TERZO POLO, der in Wirklichkeit als Wahlbündnis zweier Kleinparteien zusammen auch nur 7,8% erreichte – was einem ‚Dritten Pol‘ zu Mitterechts und Mittelinks kaum entspricht, umso mehr allerdings der irrsinnig anmaßenden Selbstsicht seiner eingebildeten Pinsel und Gruppenführer Calenda (von der etwas stärkeren AZIONE) und Renzi (der ehemalige Premier mit seiner ITALIA VIVA). Ebenfalls ein Reinfall wurde der Einfall des Loosers Letta vom PD, der inhaltlich aufgrund der dort propagierten EU-Linie (immer weiter Waffenhilfe für die Ukraine bis zum Endsieg über Russland) in Mailand hätte demonstrieren müssen, sich stattdessen jedoch auf der Groß-Demo in Rom blicken zu lassen. So breit das Spektrum der dortigen Friedensmassen auch war – dass ein scholziger Wahlkämpfer für Kriegsverlängerung, Waffenexporte, Aufrüstungsmilliarden und Verelendungspolitik bei 100000 Mobilisierten Gegenwind bis zum Verlassen des Zuges bekommen würde, kann -jdf. in Italien- auch nur wen überraschen, der schon sein ganzes politisches Leben lang bis zum Hals in seiner Technokraten-Blase steckengeblieben und getunnelt war.
[49] Emil Julius Gumbel, „Vier Jahre politischer Mord“, Berlin 1922, S.78+80; Gumbel war wie Tucholsky militanter Pazifist der ersten Stunde, nach einem Genesungsurlaub von der Front kehrte der 1914 promovierte Mathematiker und Ökonom nicht mehr in den Weltkrieg zurück, sondern agitierte stattdessen für seine Beendigung. 1919 nach den Berliner Januarkämpfen entging er nur zufällig den Mörderbanden der völkischen Freikorps und dem Schicksal Liebknechts und Luxemburgs, weil er auf einem Antikriegskongress in Bern war statt in seiner Wohnung, wo ein Rollkommando der Todesschwadron ihn somit vergeblich einzukassieren versuchte. Sein antimilitaristisches Engagement in Berlin minderte das nicht. Er organisierte weiterhin Veranstaltungen, hielt Vorträge, schrieb Artikel und publizierte schonungslose Studien ohne Rücksicht auf Verluste, Landesverratsprozesse und Todeslisten (1921: 2 Jahre politischer Mord | 1922: 4 Jahre politischer Mord | 1929: Verräter verfallen der Feme | mitwirkend 1925: Deutschlands geheime Rüstungen | 1931: Faschistische Morde 1924-1931). 1923 wechselte der Statistikexperte an die Uni Heidelberg und entkam so erstmal der für ihn im blutigen Babylon der goldenen 20er bereits alltäglich lebensgefährlich gewordenen Zuspitzung. 1932 gab dann auch die Heidelberger Uni-Leitung dem Druck dortiger NS-Studentenschaft, der großteils aus Korporierten bestehenden SA, den regelmäßigen Hetzaktionen, Protesten und Aufmärschen bis hin zu Saalschlachten und „Gumbel-Krawallen“ nicht ungern nach und entzog ihrem Außerordentlichen Professor die Lehrbefugnis – und damit die Lebensgrundlage. Wer sich mit der Biografie dieses als einer der ersten von den Faschisten ins Exil getriebenen oppositionellen Professors befasst, muss unweigerlich die Parallelen im heutigen D-land bzgl. friedenspolitisch dissidenter oder entschieden linker Kriegsgegner/innen erkennen. Klar wird dabei auch, wie sukzessive der leichengepflasterte Weg in den Weltkrieg sich über 20 (in aktuell schnelllebigen Zeiten wohl auch bloß 10) Jahren -die Kriegsgesellschaft der Herrenrasse zurichtend- hinzieht; und dass zeitenwendische Militarisierung und siegheiliger Militarismus immer Krieg nach außen wie nach innen bedeutet, was ein untrügliches Kennzeichen des Faschismus ist, auch und gerade bei „feministisch“ genannter Außen- oder „rechtsstaatlich“ schöngeredeter Innenpolitik. Gumbel lehrte und klärte zunächst in Frankreich weiter auf, musste dann in die USA fliehen, wo er 1966 starb. Rückblickend gab er zu Protokoll, er gehörte nicht zu „jenen Unschuldslämmern, die vom bösen Wolf Hitler des Landes vertrieben wurden, obwohl sie nichts gegen ihn getan hatten(…). Im Gegenteil: Seit dem Ersten Weltkrieg habe ich viele Jahre lang gegen die Elemente gekämpft, die später zum Kern der nationalsozialistischen Partei wurden.(…) Ich wusste, was ich tat“ (Dietrich Heither, „Ich wusste, was ich tat“, Emil Julius Gumbel und der rechte Terror in der Weimarer Republik, Köln 2016, S.7); Wer 100 Jahre später noch nicht kapiert hat, dass Kriegshetze und Faschismus niemals überwunden waren, sondern im Gegenteil zu keiner Zeit zu siegen aufhörten, hat auch heute weder dem Weltkrieg noch dem Klimakollaps etwas entgegenzusetzen. Es ist ein bisschen wie Einer zum kürzlichen DEAD KENNEDYS-Konzert in Berlin schrieb, der auch 1980 einen Auftritt ihrer legendären Europatour erlebt hatte: Er glaubte damals, die „langersehnte Zäsur“ gesehen zu haben – „Willkommen, Untergang des Abendlands! Jetzt wird die ganze Scheiße weggespült. 42 Jahre später ist die Scheiße immer noch da.“ Und doch bringt auch das Rentnerbandkonzert 2022 dem C.Y.Schmidt eine coole Erkenntnis: „Damals, als das Abendland für seine Bewohner noch eine sichere Festung war, wurde der Untergang bloß gespielt, allerdings voller Ernst und mit ganzem Körpereinsatz. Heute, wo es nach Jahrhunderten der Ausplünderung des Rests der Welt endlich wirklich untergeht, glauben alle, es sei nur eine Art von neuer Unterhaltung“ (jW vom 29.10.22).
[50] Karl-Heinz Dellwo, „Beschleunigte Zerstörung“, vom Verf. selbst gekürzter (und dt.sprachiger) Vorabdruck aus der nächsten CRISIS AND CRITIQUE (Halbjahres-Journal of political thought and philosophy), IN: jW vom 31.10.22;
[51] Ansonsten ist das mit Adornos hochkulturell musiksoziologisch-philosophischem Ansatz so eine Sache, jenseits aller neidlos anzuerkennenden strukturpsychologischen und auf den Punkt zitierfähigen Tiefeneinsichten; der rationalsoziologisch-materialistische Ansatz seines oft vergessenen Schul-Kollegen Horkheimer (aber auch jener Marcuses) liegt KWFDW da -wie im Text noch zu sehen- erheblich näher. Die Unterbelichtung Horkheimers in der sehr speziellen Rezeption der Frankfurter Schule in D, die nahezu ausschließlich auf Adorno fokussierte und so zombieske Epigonen wie Pohrt hervorbrachte, bildet mittlerweile ein Paradebeispiel jüngerdeutscher Aneignung anti-antisemitischer Worthülsen zum alleinigen Zweck seiner karriereförderlichen Scharfmachung als Munition im Freischießen des Durchmarschs genau jener neoliberal-faschistischen pseudo-antiantisemitischen Staatsräson, die heute alle relevanten Schaltstellen im Apparat dieses Blocks mundtotmachend besetzt hält. Die zur Tarnung ihrer systemstützenden Billigkeit einst antideutsch selbstbenannte ideologische Fetischisierung hat Antisemitismusbegriff wie Adorno-Rezeption „in der akademischen Forschung und intellektuellen Publizistik verhunzt und willentlich missdeutet“, was nebenbei „die marxistische Dimension (samt Kapitalismuskritik) sorgfältig entsorgte“, schrieb dazu Moshe Zuckermann, Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender und selbst bereits als „jüdischer Antisemit“ Stammgast im Fadenkreuz des heutigen jüngerdeutschen SS-oiden Denunziantentums oft informeller oder maskierter staatsgepäppelter Rufmörder und Diffamierungsterroristen, IN: „Zum 50.Todestag von Theodor W.Adorno“, Melodie & Rhythmus 3/19, S.96f; Der emeritierte Tel-Aviver Geschichts- und Philosophie-Prof. wurde kürzlich sogar als Vortragsredner zu einem literatur- und kunstgeschichtlichen Thema wieder ausgeladen – so effektiv klappt die Pressure-Tätigkeit dieser gymnasialen Pickelhauben und Nazi-Wiedergänger bereits, dass die früher häufiger genutzten Saalsturm- und Störeinsätze nurmehr selten benötigt werden (Anruf genügt). Adorno 2023 würde der Assoziation solcher Leute mit SA- und SS-Charakteren zustimmen. Mehr zu weggemobbten Zuckermann-Auftritten wie dem exemplarisch genannten hier ==>https://overton-magazin.de/top-story/heine-und-wagner-deutsche-aergernisse/ oder allgemeiner auch hier ==>https://overton-magazin.de/kolumnen/zwischen-zwei-welten/raumverbote-oder-was-ist-antisemitisch/ – beide Male vom Betroffenen selbst.
[52] Nicht so in Italien, wo z.B. bis heute antifaschistische Kooperationen zum Hilfsgütertransport oder zum Austausch auf polit-kulturellen Evente bestehen, wie an zahlreichen Stellen des Texts und der Anmerkungen deutlich wurde. Zur Realgeschichte und -gegenwart bei der Entstehung der beiden Volksrepubliken siehe den Artikel von Susann Witt-Stahl, „Mehr Aufstand wagen“ IN: HINTERGRUND 13.10.2014 (https://www.hintergrund.de/politik/welt/mehr-aufstand-wagen/), dem auch die im Absatz folgenden Zitate entstammen;
[53] Thomas Meyer, „Die Unbelangbaren“, Berlin 2015, ZIT.N.: F.Klinkhammer & V.Bräutigam, „Scholz, Baerbock, Habeck und das neue deutsche Elend“, HINTERGRUND 10.10.22 (https://www.hintergrund.de/politik/inland/scholz-baerbock-habeck-und-das-neue-deutsche-elend/);
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 4e
[54] Jaron Lanier, „Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst“, Hamburg 2018 – sie lauten: „Du verlierst Deinen freien Willen; Social Media ist BUMMER [Behaviors of Users Modified, and Made into an Empire for Rent, eine Maschinerie mit den 6 Komponenten ‚Die Arschloch-Herrschaft, Totale Überwachung, Aufgezwungene Inhalte, Verhaltensmodifikation, Ein perverses Geschäftsmodell, Fake People‘, S.44f]; SM macht Dich zum Arschloch; SM untergräbt die Wahrheit; SM macht das, was du sagst, bedeutungslos; SM tötet dein Mitgefühl; SM macht Dich unglücklich; SM fördert prekäre Arbeitsverhältnisse; SM macht Politik unmöglich; SM hasst deine Seele“(S.5). Und „Du, ja du, hast die konstruktive Verantwortung, dir zu überlegen und zu zeigen, wie man ohne diesen Mist leben kann“, S.10;
[55] Die Grenzen des Horizonts von Jung zeigen sich in seiner spontanen Kognitionsblockade, den Mechanismus hinter dieser vorläufigen „Zensur“ zu begreifen und auf weitere „Begründungen“ und „Entschuldigungen“ des chinesischen Facebook-Konkurrenten zu beharren. Hier kommt das -ähnlich wie bei Lanier- unreflektierte antichinesische Ressentiment einer bereits langjährigen „hybriden“ und subkutanen Feindbildkonstruktion zur Legitimation des nächsten „War on s.th.“ deutlich zum Ausbruch. Egal wie der Natokrieg gegen Russland in der Ukraine weiter verläuft (und die Ukraine dann aussieht), der Anschlussfeldzug wird gegen eine „chinesische Weltverschwörung“ geführt. Das gut 3stündige Melnyk-Interview ist hier (https://www.jungundnaiv.de/2022/06/29/andrij-melnyk-botschafter-der-ukraine-folge-580/) abrufbar, wer allerdings einen empfindlichen Magen oder keine Zeit zu verschenken hat, sollte die abschnittsweise betitelnde Timeline nutzen und sich aufs Kapitel „Bandera“ beschränken – das ist Brechreiz genug.
[56] Prototypisch für Anfang und Ende grüner (aber auch andersfarbig langweilig schillernder) Selbstfindungstripper/innen zum Einen: Joschka Fischer, „Mein langer Lauf zu mir selbst“, 1999; bzw. wo sie immer enden, nämlich im Olivgrünen industrialisierter Massenvernichtungen zwischen Weltkrieg, Ausbeutung und Endlösung einer Ostfrage: Matti Geschonnecks dokumentaristische Echtzeit-Verfilmung 2022 der „Wannseekonferenz“, auf der 1942 im Januar 15 ganz unterschiedliche Machtgruppenführer (großteils studierte Juristen) des gar nicht homogenen nazideutschen Blocks zur kontroversen und zielführenden Erörterung der nötigen Durchführungsmaßnahmen zusammentrafen, gibt ein grausames und erhellendes Lehrbeispiel für die nichts als analytische und exekutorische Effizienz der instrumentellen Vernunft einer menschenverachtenden Herrenrasse bei der unspektakulären Arbeit, wie sie der Form nach in allen Chefzimmern auch heutiger Machtzentren des saubermännisch weißen Wertewestens abgeht, gleichermaßen auf ‚feministisch‘ erhältlich. Wie das unsäglich Verbrecherische von Kriegstreibung, Massenmord und Vernichtung hinter einem Schleier neuartiger Tarnwortschöpfungen und repetitiver Hohltextbausteine unsichtbar gemacht wird, flankiert von reißerischen Hetzmeldungen und glatten Fälschungen, lässt sich dabei ebenfalls erkennen, vertiefter noch bei Barry Levinsons „Wag the dog“ 25 Jahre zuvor. Dass es auch Hoffnung gibt in dieser trostlosen Dystopie, zeigt die „Hunger Games“-Tetralogie 2012-14, die zugleich erklärt, warum so ein Blockbuster gerade die tapferen Jungen des Klima-Widerstands so begeistert (z.B. die Macher/innen des 2023 ersten aktivistischen KlimaKalenders, Taschenbuch im Unrastverlag 2022). Schon allein, dass Katniss Everdeen diesen brilligen Blödmann Potter vom Teenage-Hero-Thron gestoßen hat, ist eine Verheißung. Zudem sind die Hunger Games durchaus radikal und systemkonträr. Eine schön demonstrierte Dienstbesprechung des Teams um Präsident Snow dreht sich bspw. genau um die eigenwerbetauglichste Benennung der bedrohlich populär werdenden Aufständischen, denn ‚Rebellen‘, ‚Chaoten‘, ‚Russen‘ oder ‚Prorussen‘ zieht nicht mehr so recht. Auf welches Lösungswort die Mächtigen von Panem hier am Ende kommen – schaut’s Euch doch mal selber an!
[57] Die Zitate des Absatzes entstammen leicht erreichbaren Berichten der Tagespresse oder lassen sich unschwer im WWW nachschlagen.
[58] Eine scheinbar linke Demo gegen Inflation und Energiepreisauftrieb, die jede Nato-, Kriegs- oder Sanktionskritik im Zusammenhang mit Teuerung und Sozialmisere und sogar ein Gedenkbanner für die 2014 bei einem faschistischen Pogrom in Odessa getöteten Gewerkschafter handgreiflich unterbinden ließ, war jene des „Umverteilen“-Bündnisses vom 12.11. in Berlin. Über bloß ein paar 1000 Mitlaufende brauchen sich solche zensorischen Umverteilreformer nicht wundern, auch wenn sie abstrakte Radikal-Losungen wie „Enteignen, Streiken, Plündern“ oder „Krieg dem Krieg“, „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“ in anarchistischen bzw. kommunistischen Blöcken zulassen mussten; Der im Absatz zitierte Putin-Kollege von 2003 war US-Präsident Bush I, dessen Kriegsverbrecherprozess in Den Haag mit und vor jenen gegen Kissinger, Schröder, Bush II, Blair, Clinton, Sarkozy oder Obama erst noch eröffnet werden müsste.
[59] Georg Auernheimer hat jüngst eine Fallstudie zur Desinformation von Kindern und Jugendlichen anhand der Kindernachrichtenseite einer Lokalzeitung sowie der Lernmaterialien der Bundeszentrale für politische Bildung vorgelegt. „Fast keine Information stimmt, viele Darstellungen sind zumindest verzerrt“, heißt es da, „die Jugendlichen bekommen das Bild von einem aggressiven Russland, wie es dem inzwischen zur Staatsdoktrin erhobenen Narrativ entspricht. Noch 2015 war eine Konfliktanalyse auf der Homepage der BpB von der These geleitet: ‚Trotz der aktuellen Schwierigkeiten zwischen Europäischer Union und Russland muss es zu erneuten Annäherungen kommen.‘ Und 2016 konnte man zum Beispiel eine Analyse der Donbass-Proteste finden, deren Autor davon ausging, ‚dass die treibenden Kräfte hinter dem Aufstand in Donezk und Lugansk bei weitem nicht nur den Klischees vom durch Moskau unterstützten Separatismus entsprechen'“. Derselbe Befund ließe sich für den Wikipedia-Eintrag zum Lemma „Russisch-Ukrainischer Krieg“ formulieren, der sich wie ein von Strack-Zimmermann bei der Naumann-Stiftung bestelltes und von paar untergraduierten Studis, Praktikanten oder Studienräten mit Groschen und Bonuspunkten bezahltes Klickwerk liest, das vor derart linientreu voraneilendem Militärgehorsam gar keiner Übereinstimmungsprüfung mit dem regierungsamtlichen „Narrativ“ mehr bedarf – da hatte die selige GlavLit[28] früher mehr zu tun. Eingefordert wurden derlei Geschichtsglättungen und -anpassungen des Ukrainebilds für Unterricht und Kultus seitens ukrainischer Funktionär/innen in D bereits früh im März, parallel zu ersten Übergriffen auf Russischsprachige (incl. Kinder) und russisch beflaggten Autokorsos dagegen. Von Auernheimer brandneu jetzt auch das Buch „Der Ukrainekonflikt – wie Russlands Nachbarland zum Kriegsschauplatz wurde“, direkt hier verlinkt;
[60] Bei Sergij Schadan (engl. Serhij Zhadan) handelt es sich um den nazionalrassistischen Kriegsgröhler und Blutsäufer, der 2022 den nur noch sog. „Friedenspreis“ des dt.Buchhandels erhalten hat. Der ukrainische „Autor und Musiker“ schreibt und brüllt mit SS-Totenkopfkappen und rechtsgerecktem Arm gegen das „wahre Wesen“ aller Russen, die „Barbaren“, „Tiere“ und „Unrat“ seien: „Ist Puschkin daran schuld, dass Kriegsverbrecher in Russland geboren werden? Ja, er ist schuldig. Natürlich ist er schuldig. Sie sind alle schuldig.“ Gelernt und dargeboten hat er seine Kunst auf so Festivals wie dem faschistischen „Banderstadt“ in Luzk, das 2007 zum 65.Jubiläum der UPA-Nazikollaborateure als nationalsymbolische Verewigung ihres Führers Bandera gegründet worden war und wo bis heute neben „Naziromanen, -rock und -ramsch wie Hakenkreuz- und Wolfsangelschmuck auch ‚Suppe aus Moskowitern‘ serviert“ wird; Noch kurz vor dieser unwürdigen Preisverleihung beteiligte er sich in Charkiv an einer „Benefizveranstaltung für die Aufklärungs- und Sabotagetruppe ‚Kraken‘ –eine Sondereinheit des faschistischen Asow-Regiments–, die für diverse Kriegsverbrechen verantwortlich ist“(S.Witt-Stahl unter dem Titel „Propagandakrieg: ‚Alles wird Ukraine sein‘ – zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den Autor, Nationalisten, Russen-Hasser und Naziunterstützer Sergij Schadan“ IN: jW vom 22.10.22). Auf den NACHDENKSEITEN kommt T.Riegel zum gutachterlichen Schluss: „Die Verletzung der Würde verbietet sich auch gegenüber mutmaßlichen Schwerverbrechern oder gegenüber Menschen, die man selber so einordnet. Diese wichtige Regel verletzt Zhadan und wird dafür von deutschen Kulturschaffenden belohnt. Das Verhalten fügt sich ein in eine ganze Reihe von fragwürdigen Sympathiebekundungen von westlicher Seite für Rechtsextreme, wenn sie nur auf der ‚richtigen‘ (also antirussischen) Seite stehen. Zu beobachten war das bereits 2014 beim Maidan-Umsturz, es setzt sich unter anderem fort bei Alexej Nawalny, beim Asow-Regiment oder beim ukrainischen Botschafter Melnyk.“ ==> https://www.nachdenkseiten.de/?p=89603
Italien-Streikberichte gegen Weltkrieg, Hetze, Waffenexport, für Friedensgespräche sofort, Teil 4f
[61] Und sowas maßt sich an, über Faschismus, Imperialismus oder „Diktatfrieden“ (wie die Nazis den Versailler Friedensvertrag nannten) ausgerechnet am kurzerhand zum „Tag der Befreiung“ (ohne ‚vom Nationalsozialismus‘) verklitterten 8.Mai wissenswertige Kanzlerworte predigen zu können, die er als TV-Ansprache schön gesichert vor nochmaligen Auspfiffen zum Vortrag brachte. Nach seiner verschwurbelten Geschichtsverdrehung ist der Faschismus 1945 militärisch von irgendwie „Alliierten“ besiegt worden, den Löwenanteil der Roten Armee an diesem ebenso historischen wie temporärem Sieg (denn es hat der Faschismus ja nie zu siegen aufgehört, im Gegenteil feiert er fröhlich Urständ‘ im neuen neoliberal-faschistischen Gewand von Kiew über Berlin, Rom, Brüssel, London bis rüber nach Washington) glatt unterschlagend; und stattdessen faktisch der Vorbereitung zum Weltkrieg gegen Russland das themaverfehlend verzerrende Wort redend, ganz in der Art eines bekannteren Vorgängers: „Wenn ich aber bisher durch die Umstände gezwungen war, immer wieder zu schweigen, so ist doch jetzt der Augenblick gekommen, wo ein weiteres Zusehen nicht nur eine Unterlassungssünde, sondern ein Verbrechen am deutschen Volk, ja, an ganz Europa wäre“(1941 am Tag des Überfalls auf die Sowjetunion ebenfalls in einer Rede an das deutsche Volk). Dazu passt eine Außenministerin, die „ja mehr aus’m Völkerrecht“ (d.h. ‚Internationales Recht‘) herkommt und die gemeinsamen kolonialrassistisch-eurozentrischen Prämissen deutscher Weltpolitik moderner auf „feministisch“ sprachregelt. Wie der „Slawa Ukrajini“-Kanzler seine Rede an das deutsche Volk (von Vorgängerin Merkel in 16 Amtsjahren nur einmal benutzt, zum Ende hin während Corona nämlich) hat erst recht und viel früher die Ukruiniererin Russlands ihre traditionsgeladenen Ansagen bereits geliefert, im Stil der kaiserlichen Hunnenrede beim Ausschiffen der Kriegsflotte nach China zur Niederschlagung des Boxeraufstands, wohin der Kurs auf den 3.Weltkrieg am Ende sowieso zielt. Von solchen erwiesen unredlichen Kriegsparteisprechern legitimatorische Sprüche zu Völkerrecht, Gewaltherrschaft, Zivilisation oder Sanktionen, die nicht „Wirtschaftskrieg“ genannt werden dürfen, anhören zu sollen, ist eine olfaktorische Zumutung. Nach Internationalem Recht z.B. sind sog. Sanktionen als inhumane Kollektivstrafen prinzipiell menschenrechtsverstößig und daher allein vom UN-Sicherheitsrat ausnahmsweise legitimierbar. Einseitig verhängte Strafmaßnahmen wirtschaftlicher oder anderer Art durch einen Staat (USA z.B.) oder ein Bündnis (EU z.B.) haben hingegen keine Rechtsgrundlage. Solche „unilateralen Zwangsmaßnahmen“ sind demnach willkürlich und völkerrechtswidrig. Wer hat in diesem Sinne wohl die meisten und dicksten Verstöße gegen Internationales Recht auf dem Kerbholz, ungeahndet bis heute? Vertiefend hierzu ein aktueller Vortrag von Joachim Guillard in 14seitiger Druckversion ==> https://jg-nachgetragen.blog/wp-content/uploads/2023/01/Vortrag-Wirtschaftsblockaden-%E2%80%93-eine-zivile-Alternative-zu-Krieg-Kassel-10-12-2022.pdf
[99] Gelegentliche Unterschiede in der Schreibweise ukrainischer Namen gehen auf die Verwendung der von der deutschen abweichenden englischen Umschrift zurück (z.B. Luhansk statt Lugansk). Die kleinen Grafiken im Text haben keine inhaltlichen Unterstreichungs- oder gar Belegfunktionen, sondern fungieren lediglich als Gliederungselemente (die aus ästhetischen Gründen der formal-inhaltlichen Entsprechung gleichwohl assoziativ zum Text passen sollen).


Präsentiert von http://wordpress.org/ and http://www.hqpremiumthemes.com/